Vortrag: Kinder aus suchtbelasteten Familien – „Eine Familie ertrinkt“

Seesen/Goslar (bo). „Das Kind merkt ja nichts.“ – Irrtum! Mehr als 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche sind mindestens zeitweise, manche sogar während ihrer gesamten Kindheit und Jugend, von der Suchterkrankung eines oder beider Elternteile betroffen. Sie wachsen in einem häuslichen Milieu auf, welches sie zu Verhaltensweisen zwingt, die dem kindlichen Alter nicht angemessen sind.
Suchtkranke Eltern wollen meistens ebenso gute Eltern sein wie nicht-suchtkranke Eltern. Das Dilemma besteht darin, dass sie gerade aufgrund ihrer Suchterkrankung scheitern und ihre Erziehungsaufgaben nicht wahrnehmen können. Leugnung und Bagatellisierung sind oft zu beobachtende, suchttypische Erscheinungen. Die gewohnten familiären Abläufe verändern sich nachhaltig. Es kommt verstärkt zu Konflikten innerhalb der Familie. Suchterkrankungen betreffen die ganze Familie. Je enger die Beziehung zum suchtkranken Familienmitglied ist, desto größer ist die Belastung.
Roswitha Kiel und Ilka Huchel freuen sich mit Interessierten, am Donnerstag, 9. September, von 14 bis 15.30 Uhr offen über das Tabuthema Sucht zu sprechen und Möglichkeiten der Unterstützung für Familien zu diskutieren. Veranstaltungsort ist die Lukas-Werk Suchthilfe, Fachambulanz Goslar, Lindenplan 1. Anmeldungen werden bis Dienstag, 7. September, unter Telefon (05321) 393620 erbeten.