Walpurgis-Comeback in der Altstadt

Nur wenige Festbesucher erschienen in typischen Verkleidungen.

Zahlreiche Besucher vertreiben die letzten Wintergeister / Viel Betrieb in den Kneipen

Nach einem Jahr Pause feierte die traditionelle Walpurgisfeier auf dem Marktplatz in Goslars historischer Innenstadt ein erfolgreiches und auch weitgehend sehr friedliches Comeback. Lediglich zweimal musste die Polizei in unmittelbarer Umgebung zum Marktplatz eingreifen.

Dass Walpurgis zur Kaiserstadt gehört wie Wandern zum Harz, zeigte sich vor allem an dem großen Besucherzuspruch. Zu Hunderten pilgerten die Gäste schon am frühen Abend in die Innenstadt, um dort die letzten Wintergeister zu vertreiben, und ein paar kurzweilige Stunden zu verbringen. Der Marktplatz füllte sich bereits am frühen Abend zusehends, und der Gästeandrang ebbte auch erst gegen 23 Uhr ab beziehungsweise verlagerte sich in die Innenstadtkneipen.
Der Marktplatz, mit gespenstisch anmutenden Kiefern, einem qualmenden Brunnen und Hexen geschmückt, bot das passende Ambiente um ausgelassen in den Mai zu tanzen. Auf der Bühne sorgten DJs und die Liveband „Angel Face“ für die richtige musikalische Untermalung.
Glücklicherweise hielt auch das Wetter, so dass auch die Auß­enflächen der Marktplatz-Gastronomie großen Zuspruch erhielten und die Stadt stark belebten. Kritik wurde jedoch an der Versorgung mit Kaltgetränken laut. Nur ein Bierwagen stand den Feierwilligen zur Verfügung, was mitunter zu sehr langen Wartezeiten führte.
Und auch bei der Kostümierung hielten sich die Kaiserstädter eher zurück. Nur vereinzelt waren Festbesucher als Hexen oder Teufel verkleidet auf den Marktplatz gekommen. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Im Gegenteil bis zur Sperrstunde um 1 Uhr, dann musste das Fest aus Rücksicht auf die Anwohner beendet werden, tummelten sich die Gäste auf dem Platz.
Wie bereits erwähnt verlagerte sich das Treiben ab 23 Uhr dann aber immer mehr in die Innenstadtkneipen, wo noch lange ausgelassen und fröhlich gefeiert wurde.
Bereits ab dem Nachmittag wurde für die kleinen Festbesucher auf dem Marktplatz einiges geboten. Sie konnten tanzen und fröhlich herumtoben.
Die Polizei hatte wenig zu tun. Lediglich gegen 0.30 Uhr mussten die Beamten eine Schlägerei beenden. In der Domstraße wurde ein Mann von mehreren Personen geschlagen und dann getreten als er bereits am Boden lag. In der Worthstraße bekamen es die Ordnungshüter mit ein paar Krawallmachern zu tun, die ein Werbeplakat beschädigt haben sollen.
Grundsätzlich lässt sich also ein sehr positives Fazit nach der letztjährigen Pause ziehen. Das Aussetzen der Walpurgis-Feier im vergangenen Jahr war übrigens dem Tag der Niedersachsen geschuldet.
Neben der Feier in der Innenstadt wurde Walpurgis auch im Stadtteil Hahnenklee und im Rammelsberg zelebriert. In letzterem Veranstaltungsort hatte der Lions-Club wieder zu seiner traditionellen Sause geladen. Rund 300 Gäste wurden auf dem Gelände des Besucherbergwerks gezählt.