Was von der IZH noch geblieben ist

Fünf Monate wurde im stillen Kämmerlein verhandelt. Dann wurden die Ergebnisse von den Landräten Bernhard Reuter (Osterode), Stephan Manke (Goslar) und der Unternehmensberatung McKinsey der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dabei war auch der Staatssekretär aus dem Bundeswirtschaftsministerium, Dr. Oliver Liersch (Zweiter von links). (Foto: Strache)

Einstige Aufbruchsstimmung ist inzwischen vergangen / Einige Projekte werden weiter verfolgt

Als wegweisend für den Westharz wurde im März vergangenen Jahres die „Initiative Zukunft Harz“ in der Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld vorgestellt. Inzwischen sind über anderthalb Jahre vergangen, und von der Aufbruchsstimmung, die in den Räumen der Sparkasse versprüht wurde, ist nicht viel geblieben. 16 Projekte, erdacht von der Unternehmensberatung McKinsey in Kooperation mit Vertretern der Landkreise Goslar und Osterode sowie Experten aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, sollten den Harz nachhaltig nach Vorne bringen. Das Prunkstück der Initiative, ein unterirdisches Pumpspeicherwerk im stillgelegten Wiemannsbuchtschacht bei Bad Grund, ist nach der erfolglosen Investorensuche vorerst gestorben. Und auch die anderen Projekte sind nie so richtig in Gang gekommen.

Große Euphorie
zum Auftakt der IZH

Der ehemalige Osteroder Landrat Bernhard Reuter hatte bei der Vorstellung der Initiative Zukunft Harz noch von tollen und nachhaltigen Ideen gesprochen: „Es handelt sich um 16 Projekte, die auf den Harz und seine Besonderheiten zugeschnitten sind. Und das sind keine Wolkenkuckucksheime.“ Landrat Reuter hat Osterode inzwischen den Rücken gekehrt und schert sich vermutlich wenig um das was er einst mit seinem Goslarer Kollegen, Landrat Stephan Manke, mit auf den Weg gebracht hat. Der Goslarer Manke geizte bei der Projektvorstellung ebenfalls nicht mit Lob. Damals sagte er, „dass es sich zwar nicht um komplett neue Themen handelt, die Möglichkeiten zur Umsetzung aber noch nie so realistisch waren.“
Manke hat die Projekte, anders als sein ehemaliger Osteroder Kollege, über die vergangenen anderthalb Jahre begleitet, und nicht den Eindruck erweckt, dass ihm die Ziele der Initiative egal sind. Genutzt hat sein Engagement aber allem Anschein nach nicht viel.
Neben dem Pumpspeicherwerk hatte die Initiative auch noch Pläne für einen großen Freizeitpark in der Schublade, der Strahlkraft weit über die Grenzen der Harzregion entfalten sollte. Zudem sollte der Tourismus mit dem Ausbau einer zielgruppenorientierten Hotelinfrastruktur und dem Aufbau eine medizinischen Wellness-Infrastruktur vorangetrieben werden.

IZH hat immer noch großes Potenzial

Die Firma McKinsey hat sich inzwischen aus dem Projekt verabschiedet, da ihr Vertrag ausgelaufen ist, und ein weiteres Engagement auch nie zur Debatte stand. Das Projekt wird jetzt eigenständig weiter betrieben.
Willy J. Lauer, Vorsitzender des Lenkungsausschusses der Initiative, erklärte auf Nachfrage, dass die IZH weiterhin hohes Potenzial für den Westharz hat. Aktuell fokussieren sich die Beteiligten weiterhin auf das Pumpspeicherwerk unter Tage. Das Projekt wird von der VW Kraftwerk GmbH, der Harz Energie, dem EFZN und der IZH weiter verfolgt. Das Land Niedersachsen begleitet das Projekt, indem die innos-Sperlich GmbH, als Geschäftsstelle der Landesinitiative Energiespeicher, die Förderbedingungen klärt. Lauer macht zudem deutlich, dass das Projekt nach wie vor große Chancen für den Harz bietet.
Ferner beschäftigt sich die IZH mit dem Aufbau einer Ressourcenagentur. Die hat zum Ziel, eine landkreisübergreifende Förderung der Materialeffizienz bei Unternehmen zu erreichen.
Auf dem Handlungsfeld „Wirtschaftsfreundliche Region“ planen das Team der IZH durch produktive Kooperationen der Wirtschaftsförderungen der Landkreise Goslar und Osterode zu initiieren und gemeinsam umzusetzen. Derzeit kümmert sich die IZH, nach Aussage Willi J. Lauer, um Kooperationen der TU Clausthal mit den regionalen Unternehmen sowie um die Ausdehnung des Beteiligungsfonds der WiReGo (Wirtschaftsregion Goslar) auf den Landkreis Osterode. Zudem befände sich mit den positiven Erfahrungen aus dem Recycling-Cluster REWIMET ein zukunftsweisendes Cluster in der Entwicklung.

Investorensuche
gestaltet sich schwierig

Bezüglich des Baus eines Freizeitparks im Harz sollten zunächst Investoren gefunden werden, die in der Lage sind ein solches Projekt zu stemmen. Vier Investoren trafen die Mitarbeiter der IZH zu persönlichen Gesprächen. Am Ende konnte aber keiner der potentiellen Geldgeber/Betreiber für die Idee gewonnen werden. Kontakt wurde auch mit der Wolfsburg AG, die sich die Verbesserung der Lebens- und Freizeitqualität auf die Fahnen geschrieben hat, aufgenommen. Dort wurde eine Markt- und Wettbewerbsanalyse erstellt. Die Wolfsburg AG hat die Idee eines Freizeit- oder Themenparks, laut Lauer, aufgenommen und die Unterlagen in ihren weiteren Überlegungen berücksichtigt.
Was am Ende von den großen Plänen der „Initiative Zukunft Harz“ tatsächlich umgesetzt wird, steht noch immer in den Sternen. Schon jetzt kann aber gesagt werden, dass die Aufbruchsstimmung vor rund anderthalb Jahren nicht das gehalten hat, was sie vermeintlich versprach.