Wer erklärt hier wem den Krieg?

Osterodes scheidender Landrat Bernhard Reuter hat sich auf seine letzten Tage nicht unbedingt beliebt gemacht. (Foto: bo)
Osterode / Goslar (hz). In den Reihen der Sozialdemokraten geht es gerade heiß her. Während Landrat Stephan Manke im Auftrag des Goslarer Kreitages von „Tür zu Tür“ geht und die Wechselwünsche der Kommunen im Kreis Osterode sondiert, schwillt Osterodes Landrat Bernhard Reuter offensichtlich der sprichwörtliche Kamm. Seiner Meinung nach müsse Goslar darauf verzichten, mit einzelnen Kommunen verhandeln zu wollen: „Das käme einer Kriegserklärung gleich“.
Manke hingegen zeigt sich von diesen Äußerungen unbeeindruckt und betont, dass man nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden sollte. Gegenüber der Goslarschen Zeitung äußert Manke: „Wir haben immer gesagt, dass wir zuerst mit dem Kreis Osterode reden, da sind wir sogar deckungsgleich“.
Dicht neben Manke steht Petra Emmerich-Koptasch, die Goslarer SPD-Unterbezirksvorsitzende. Sie tritt für eine über den Goslarer Kreistagsbeschluss hinausgehende Fusion der Kreise Goslar und Osterode ein: „Die Bürger müssen bei dieser Entscheidung unbedingt beteiligt werden. Es handelt sich bei der vorliegenden Debatte um ein Angebot, in einem Westharz-Landkreis zusammenzubleiben.“ Und mehr noch: Die Landtagsabgeordnete empfindet den kalten Wind, der aus Osterode weht, als bewusst produziert. Weil die eigene Entschuldung des Kreises Goslar über einen Vertrag zur nachhaltigen Haushaltskonsolidierung mit dem Land Niedersachsen im nächsten Jahr abgeschlossen werde, sei Goslar der einzige Kreis, der eben keine Interessen finanzieller Natur an Osterode habe, so die Sozialdemokratin.
Bernhard Reuter wird nach den stattgefundenen Kommunalwahlen nun also am 1. November als Landrat in Göttingen einziehen und sieht die Fusion der Kreise Osterode und Göttingen wohl nicht zuletzt deswegen als besonders symbiotisch. Dabei beruft er sich auf das Hesse-Gutachten. Hesse sieht angesichts der Ausgangssituation zwar eine solche Fusion als denkbare Handlungsoption, zieht zugleich aber auch noch eine weitere Lösung in Betracht: Denn auch der Zusammenschluss der Kreise Osterode und Goslar sei möglich und nicht auszuschließen. Teile der Bevölkerung des Landkreises Osterode jedenfalls fühlen sich dem Harz verbunden und sollten in jedem Fall in eine solch wichtige Entscheidung einbezogen werden.