Wichtige Fachkräfte für die heimische Wirtschaft

Hervorragende Leistungen bei ihren Prüfungen erbrachten Hülya Esol und Kevin Salomon. Sie wurden mit einer Auszeichnung bedacht. Umrahmt wurden die beiden frischgebackenen Gesellen von Kreishandwerksmeister Jürgen Wolf, dem stellvertretenden Landrat Hans-Peter Dreß und dem Präsidenten der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Detlef Bade (von links).

Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen spricht 64 Auszubildende frei

Das „Handwerk ist angesehen“, das „Handwerk ist global“, das „Handwerk bringt gefragte Fachkräfte hervor, auf die die Wirtschaft bauen kann“. Mit diesen Aussagen eröffnete Kreishandwerksmeister Jürgen Wolf am Montagabend die Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft im Goslarer Tagungszentrum „Der Achtermann“.

Wolf, der für das Handwerk lebt und nicht müde wird, die wirtschaftliche Bedeutung seiner Branche hervorzuheben, wollte mit diesen Worten die 64 Auszubildenden, die an diesem Abend nach erfolgreich bestandener Prüfung ihren Gesellenbrief in Empfang nehmen durften, nicht nur motivieren und ihnen ihre exzellenten Berufsaussichten vor Augen führen, sondern ihnen auch ihre Verantwortung in Erinnerung rufen, die sie künftig als ausgebildete Fachleute tragen.
„Das Handwerk ist ein starker und leistungsfähiger Wirtschaftsfaktor für den Landkreis Goslar“, sagte dann auch CDU-Mann Hans-Peter Dreß, der der Veranstaltung in seiner Funktion als stellvertretender Landrat beiwohnte. Dreß wünschte den frischgebackenen Gesellen alles Gute für die weitere Zukunft und gratulierte ihnen zur erbrachten Leistung. „Vor drei Jahren haben sie diesen Tag vielleicht nur etwas verschwommen in der Zukunft gesehen. Um heute, drei Jahre später, mit Stolz auf das Erreichte zurückzublicken“, adressierte Dreß einige Worte an die erfolgreichen Auszubildenden.

Das Duale Ausbildungssystem ist ein Erfolgsgarant

Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, holte in seiner Festansprache deutlich weiter aus als seine Vorredner, und erklärte, dass „der Erfolg des deutschen Handwerks auf seinem dualen Ausbildungssystem basiert“. Einem System, das im europäischen Vergleich nahezu einmalig sei, und dafür sorge, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union im Handwerkssektor sehr gut aufgestellt sei.
Dabei formulierte Bade auch die These, dass die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Ländern wie Griechenland, Spanien oder Portugal nicht alleine auf die schlechte wirtschaftliche Grundsituation zurückzuführen sei, sondern auch das dortige, betriebsferne Ausbildungssystem deutliche Schwächen aufweise. „Die deutsche Lehrlingsausbildung hat für Länder wie Portugal oder Spanien Modellcharakter“, so Bade.
In diesem Zusammenhang kritisierte der Handwerkskammer-Präsident auch die zu Beginn des Jahres auf EU-Ebene zur Diskussion gestellte Meisterpflicht für Handwerksberufe. „Wir stellen uns gegen diese Diskussion und sagen Hände Weg vom Meisterbrief“, so die klare Botschaft von Detlef Bade. Der Schornsteinfegermeister vertritt die Ansicht, dass die Meisterpflicht eine entscheidende Konstante bei der fachlich korrekten Ausbildung zukünftiger Handwerker ist, und der Stellenwert des Meisterbriefs als Zugangsberechtigung zu bestimmten Berufen nicht angegriffen werden darf.
Ferner blickte er in seinen Ausführungen auf die erst kürzlich verlängerte Imagekampagne des Handwerks. „Wir steuern Zeiten entgegen, wo es immer schwerer wird, geeigneten Nachwuchs für die Berufe des Handwerks zu bekommen. Und deshalb müssen wir gezielt auf die Vorteile des Handwerks hinweisen“, sagt Bade.
Die Imagekampagne soll bei zunehmender Bedeutung des Themas Fachkräftesicherung die Jugendlichen noch stärker in den Fokus nehmen. Dabei sollen auch regionaltypische Akzente eine Rolle spielen. Ziel ist es, das Handwerk als innovative und modern ausgerichtete Branche in die öffentliche Diskussion zu tragen.

Image des Handwerks soll deutlich aufpoliert werden

In Richtung der Gesellen sagte der Handwerkskammerpräsident in diesem Zusammenhang: „Niemand kann besser Werbung für das Handwerk machen als die Junggesellen, denn sie können zeigen, welche Chancen das Handwerk zu bieten hat.“
Oberstudiendirektorin Hanna Kopischke, Leiterin der BBS Bad Harzburg, äußerte in ihrem kurzen Grußwort die Hoffnung, dass viele der jetzt mit Gesellenbrief ausgestatteten Fachkräfte dem Landkreis erhalten bleiben. „Blicke ich in unsere Fußgängerzonen, sind es vor allem ältere Leute, die dort zu sehen sind. Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass sie hier bleiben. Sie sind wichtige Fachkräfte für die heimische Wirtschaft“, so die Pädagogin Kopischke.
Wie es bei den Freisprechungsfeiern der Kreishandwerkerschaft üblich ist, wurden bevor alle Auszubildenden ihre Zeugnisse ausgehändigt bekamen, die besten Absolventen geehrt. Mit einem Notendurchschnitt von zwei oder besser schlossen Kevin Salomon (Bäcker), Lidija Kehl (Fachverkäuferin im Bäckerhandwerk), Hülya Esol und Rima Salman (beide Friseur) ihre Prüfungen ab. Leider waren Lidija Kehl und Rima Salman verhindert und konnten der Freisprechungsfeier am Montagabend nicht beiwohnen.