Zahl der Unfälle gestiegen

Die Gruppe der Motorradfahrer bereitet den Beamten der Polizeiinspektion Goslar die größten Sorgen.

Motorradfahrer bereiten Polizei große Sorgen / Sieben Verkehrstote zu beklagen

Einen leichten Anstieg bei den Verkehrsunfällen verzeichnet die Polizei Goslar in ihrer Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2012. Insgesamt ereigneten sich auf den Straßen des Landkreises 3876 Unfälle. Das sind 222 Unfälle mehr als im Vorjahr. Besondere Kopfschmerzen bereiten den Beamten dabei die Motorradfahrer. Bei fünf von insgesamt sieben getöteten Menschen handelte es sich um Verkehrsteilnehmer dieser Gruppe. Polizeidirektor Thomas Brych: „Wir beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge. Trotz unserer Anstrengungen im Bereich der Prävention konnten wir keine Verbesserung erreichen. Die Unfallzahlen in der Gruppe der Motorradfahrer sind zu unserem Leidwesen sogar noch angestiegen.“
Neben den sieben Todesfällen müssen auch 127 Schwerstverletzte beklagt werden. Dies entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 11,4 Prozent. Die zeithäufigste Ursache für schwere Verkehrsunfälle ist weiterhin überhöhte Geschwindigkeit. Dies gilt für Autofahrer aber genauso wie für die Risikogruppe der Kradfahrer.
Aus diesem Grund wird die Polizei auch weiterhin in enger Zusammenarbeit mit der Verkehrsbehörde des Landkreises auf kreisweite Geschwindigkeitskontrollen setzten. Dem Vorwurf mit den mobilen Radaranlagen nur „abkassieren“ zu wollen, treten Brych, Hauptkommissar Sigurd Breustedt und Polizeioberrat Hans-Werner Röhrken vehement entgegen. „Wir können den Grund für jede Kontrollstelle mit Daten und Fakten belegen. In der Regel stehen wir oder die Mitarbeiter des Landkreises nur an Unfallschwerpunkten um diese durch gezielte Geschwindigkeitsüberwachungen mittel- und langfristig zu entschärfen“, so Sigurd Breustedt. An erster Stelle der Unfallursachen rangieren weiterhin Kollisionen beim Abbiegen.
Auch die Zahl der Wildunfälle und der Fahrerfluchten hat zugenommen. Ersteres führen die Beamten der Polizei Goslar auf die Hohe Wildpopulation zurück. Besonders viele Wildunfälle ereigneten sich auf der B 241 zwischen Goslar und Vienenburg und auf der L 581. Im Bereich der Bundesstraße konnte durch gezielte Drück-Jagden der Jägerschaft das Problem minimiert werden. Seit der Jagd ist es dort zu keinem Wildunfall mehr gekommen.
Ein wachsendes Problem sind auch die Fahrerfluchten. Polizeisprecher Göritz sagte, dass sich die Täter auch darüber im Klaren sein müssen, dass die Flucht vom Unfallort ein Fahrverbot zur Folge haben kann. Liegt der Schaden über 1500 Euro und der Täter kann ermittelt werden wird es also nicht nur teuer, sondern auch der Lappen ist weg.
In diesem Jahr will die Polizei wieder verstärkt präventiv aktiv werden. So ist unter anderem neben der Motorradsicherheitskampagne „Sicher durch den Harz“, die in diesem Jahr unter der Regie des Bundeslandes Sachsen-Anhalt steht, eine große Aktion in Goslar geplant. Genaue Details werden zeitnah bekannt gegeben.