Zahl der Verkehrstoten bereitet Sorgen

Zu einem tödlichen Verkehrsunfall kam es Ende Mai auf der B242. Der Fahrer war allein in einem VW Caddy von Herrhausen in Richtung Münchehof unterwegs. Dabei kam er in einer leichten Kurve nach links von der Fahrbahn ab und fuhr ungebremst frontal gegen einen Baum. Im ersten Halbjahr 2017 kamen bereits sieben Verkehrsteilnehmer im Landkreis Goslar ums Leben. (Foto: Kiehne)

Im ersten Halbjahr 2017 starben bereits sieben Verkehrsteilnehmer / Polizei nimmt Raser in den Fokus

Auch mit Blick auf die Polizeimeldungen aus dem Landkreis Goslar wird eines deutlich: Schon jetzt hat die Zahl der Verkehrstoten fast die des gesamten Vorjahres erreicht. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2017 verloren bereits sieben Verkehrsteilnehmer ihr Leben, 2016 waren es am Jahresende acht Verkehrstote.
Jeder Unfall wird genau analysiert, um mögliche Erkenntnisse auch in Sachen Prävention zu gewinnen. Einfach ist das nicht. Denn die Ursachen sind vielfältig, sie reichen von zu hoher Geschwindigkeit über Überholen bis zur Ablenkung durch das Handy.
Die Zahl der Verkehrstoten bereiten auch Petra Krischker, Leiterin der Polizeiinspektion Goslar, große Sorgen. Vor allem im Hinblick auf den beginnenden Herbst mit feuchten Straßen und Nebel. Gut 85 Prozent der Motorradfahrer sind vernünftig. Im Fokus hat die Polizei jene 15 Prozent, die Spaß und den Adrenalinkick über ihre Sicherheit und die der anderen Vekehrsteilnehmer stellen. „Sie verwechseln den Harz mit einer Rennstrecke“, mahnte Petra Krischker jüngst in einem Pressegespräch an. Deshalb nehmen sie besonders die Raser bei den Kontrollen verstärkt in den Fokus. Krischker erinnerte an eine der jüngsten Kontrollen, bei der 35 Fahrverbote im Kradbereich an einem Wochenende ausgesprochen wurden.  Denn gerade um im Bereich der Motorradunfälle entgegen zu wirken, fand am vergangenen Sonntag wieder eine gezielte Kontrolle des motorisierten Zweiradverkehrs durch Polizeibeamte der Polizeiinspektion Goslar, unterstützt von einem Mitarbeiter des TÜV-Nord und zwei Bediensteten des Landkreises Goslar statt, der „Beobachter” berichtete. Sind die Kradfahrer hier zu schnell unterwegs, sind das nicht nur wenige Kilometer pro Stunde, sondern sie liegen oft um 100 Prozent über der erlaubten Geschwindigkeit. „Wir treffen sie mit einem dreimonatigen Fahrverbot am meisten”, so die Inspektionsleiterin. Wenn die Polizei an der Eignung des Kradfahrers für den Straßenverkehr zweifelt, wird auch eine Überprüfung anordnet. Schafft er diese nicht, wird der Führerschein auf Dauer eingezogen.
Petra Krischker wünscht sich, dass Motorrad- und Autofahrer jetzt und auch zukünftig rücksichtsvoll, vorausschauend und defensiv fahren.
Erfreulich ist dagegen, dass die Zahl der Wildunfälle zurückgegangen ist. Gleiches verzeichnet die Polizeiinspektion bei Kradunfällen mit schweren Folgen, auch diese gehen zurück. Die Polizei spricht von einem Verkehrstoten, wenn die Person innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall verstirbt. Wer länger als 24 Stunden nach einem Verkehrsunfall im Krankenhaus ist, wird in der Statistik als schwerstverletzt registriert.