Zukunftsinitiative steht auf wackeligen Beinen

Kreistag Goslar spricht sich für Büro in Clausthal aus / Osterode will Wirtschaftsförderung aus Kreishaus steuern

Von Maximilian Strache,
Goslar / Seesen

Über der Initiative Zukunft Harz (IZH) ziehen knapp ein Jahr nach ihrem vielversprechenden Start und kurz vor dem geplanten Richtfest am 28. Februar dunkle Wolken auf. Grund für die schlechte Stimmung sind Entscheidungen der Rot-Grünen Mehrheit im Osteroder Kreistag. Die Rot-Grüne-Gruppe hat sich bereits in der Sitzung am 23. Januar gegen die Einrichtung eines Büros zur gemeinsamen Wirtschaftsförderung der Landkreise Goslar und Osterode am Standort Clausthal ausgesprochen.
In der Goslarer Kreistagssitzung am vergangenen Montag äußerte Landrat Stephan Manke die Befürchtung, die Initiative Zukunft Harz könne nach dem Ausscheiden der Berater von McKinsey Ende Februar aufgrund dieser Entwicklungen zerbrechen. Deshalb warb Manke dafür, einen Mitarbeiter des Landkreises Goslar für die Arbeit der IZH zur Verfügung zu stellen und den Sitz der landkreisweiten Wirtschaftsför­dergesellschaft in den Oberharz nach Clausthal zu verlegen. Dem Beschlussvorschlag von Manke stimmten die Kreistagsabgeordneten mit Mehrheit zu.
Die SPD-Kreistagsfraktion in Osterode hat in der Zwischenzeit einen eigenen Kooperationsvertrag erarbeitet und fordert von Kreisrat Gero Geißlreiter (CDU), dass das Konzept einer künftigen Wirt­schaftsförderung gemeinsam mit der IZH vom Kreishaus Osterode aus gesteuert wird. Eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis Goslar schließe diese Entscheidung aber nicht aus. Geißlreiter soll nun mit Goslars Landrat, der TU Clausthal, dem Land und den involvierten Unternehmern über Möglichkeiten der Zusammenarbeit verhandeln.
Warum sich die Rot-Grüne-Gruppe im Kreistag Osterode gegen die Einrichtung eines Büros in Clausthal sperrt, begründet Raymond Rordorf, Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag, mit der finanziellen Komponente und der brachliegenden Wirtschfatförderung in Oste­rode. „Wir haben keine Probleme mit der IZH, sperren uns aber dagegen, unsere Wirtschaftsförderung nach Clausthal zu verlegen. Das macht für den Kreis Osterode keinen Sinn, da die Personaldecke einfach nicht ausreicht und unsere Wirtschaftsförderung schon seit langem brach liegt“, so Rordorf. Weiter wehr sich sich die Rot-Grüne-Gruppe gegen die Behauptung, dass ihre aktuellen Entscheidungen zur IZH und zur Wirt­schaftsörderung irgend­etwas mit der Fusionsdebatte zu tun habe. Raymond Rordorf: „Die Forderungen des Zukunftsvertrags setzen den Kreis ganz schön unter Druck. Und da die Wirtschaftsförderung unter die so genannten „freiwilligen Leistungen“ fällt, fehlt schlicht das Geld im Haushalt, um die Forderungen für einen gemeinsamen Standort in Clausthal zu erfüllen“, erklärt Rordorf.
Nichtsdestotrotz fordert die SPD-Kreistagsfraktion in ihrem neuen Vorstoß, der die Zustimmung der Grünen-Fraktion erfahren hat, dass das Personal für die Wirtschaftsförderung am Standort Osterode aufgestockt werden müsse. Eine Forderung, die bei Kreisrat Gero Geißlreiter auf absolutes Unverständnis stößt. Auch er befürchtet, dass die IZHaufgrund der Blockade-Stellung der Sozialdemokraten in Osterode zusammenbrechen könnte. „Die Region, egal welche Fusion kommt, muss im Herz verankert bleiben“, so Geißlreiter.