Zwischen Mythos und Musical

Wann? 30.04.2014 19:30 Uhr

Wo? Kaiserpfalz, Kaiserpfalz Goslar, Kaiserbleek 6, 38640 Goslar DE
Zwei Gedichte des Hildesheimer Autors Jo Köhler werden in der „Cantata“ musikalisch ausgedeutet.
 
Bei der Symphonischen Walpurgisnacht wird ein Werk des russischen Komponisten Pavel Morosov uraufgeführt.
Goslar: Kaiserpfalz |

Uraufführung von Morosovs „Cantata“ bei Symphonischer Walpurgisnacht in Goslarer Kaiserpfalz

„Schau / vielleicht ein Pärchen / von Amseln oder Lerchen / warum nicht wir / warum nicht wir“, reimt der Hildesheimer Jo Köhler bei „Ins Blaue“. Nun wird das geschriebene Wort zum großen Klang. Der russische Komponist Pavel Morosov hat es als Teil seiner „Cantata“ für Solisten, Chor und Orchester vertont.

Bei der Symphonischen Walpurgisnacht am Mittwoch, 30. April, in der Goslarer Kaiserpfalz und am 2. Mai im Theater für Niedersachsen Hildesheim wird das Werk uraufgeführt.
Seit mehr als 20 Jahren wird die Walpurgisnacht in Goslar durch Konzerte der SingAkademie Niedersachsen eingeläutet. In diesem Jahr kooperiert die SingAkademie erstmals mit dem Theater für Niedersachsen (TfN). Traditionell bilden Werke der Klassik und Romantik den Schwerpunkt des Programms, das Themen wie Natur, Frühling und Waldgeister aufgreift.
So steht in diesem Jahr die Konzertouvertüre „Die Schöne Melusine“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy ebenso auf dem Programm wie die romantische „Frühlings-Phantasie“, die Mendelssohns dänischer Freund Niels W. Gade 1852 für Soloklavier (Solist: Hagen Schwarzrock), Gesangssolisten (Christiane Heinke, Sopran, und Georg Drake, Tenor) und Chor komponierte. Schließlich interpretiert der Sänger Timothy Sharp sechs Schubert-Lieder in der Orchesterfassung von Max Reger, darunter auch „Der Erlkönig“. Mit mythischen Naturbeschreibungen und Liebeslyrik passt sich Morosovs „Cantata“ bestens in das romantische Walpurgis-Programm ein.
Claus-Ulrich Heinke, künstlerischer Leiter der SingAkademie Niedersachsen, hat seit vielen Jahren enge Kontakte zu Chören und Musikensembles in der russischen Schwarzmeer-Stadt Gelendjik, einer Partnerstadt Hildesheims. Bei einem seiner Besuche in Gelendjik traf Heinke vor drei Jahren den Komponisten Pavel Morosov. Neben seiner Arbeit als stellvertretender Leiter der Philharmonie Wolgograd komponiert Morosov zeitgenössische Musikliteratur und Musicals. Heinke infizierte ihn mit der Idee, ein Stück über regionale Mythen und Legenden wie etwa die Weiße Frau am Schwarzen Meer zu schreiben.
Drei Gedichte über die Sagen des Schwarzen Meeres vertonte Morosov bereits 2012, nun hat er die „Cantata“ zum Abschluss gebracht, indem er auch zwei Texte aus Deutschland in Klang übersetzte. Claus-Ulrich Heinke hatte dem Russen einen Homepage-Link zu Beiträgen des 2012er Lyrikwettbewerbs des Forum Literatur Hildesheim geschickt, und Morosov war besonders von zwei Gedichten Köhlers angetan: „Ins Blaue“ und „Bahnsteigkante“. „Die Tonsprache ist gemäßigt modern, angesiedelt zwischen russischer Folklore, Musicalsounds und Filmmusik-Klängen, durchaus auch mit rhythmischen Akzenten – alles in einer persönlichen musikalischen Sprache“, verrät Heinke, der die beiden Walpurgiskonzerte dirigieren wird.
Bei den Symphonischen Walpurgisnächten wirkt neben der TfN-Philharmonie auch der Chor der SingAkademie mit. Er wird durch das fünfköpfige Ensemble Gorniza und weitere Sängerinnen aus Gelendjik verstärkt, die dafür extra aus Russland anreisen.
Das Konzert am 30. April in der Goslarer Kaiserpfalz beginnt um 19.30 Uhr, die Aufführung am 2. Mai im Theater für Niedersachsen Hildesheim startet um 20 Uhr. Karten bekommt man im TfN, sie können auch per Mail service@tfn-online.de oder per Telefon (05121) 16931693 bestellt werden. In Goslar gibt es Tickets im Odeon-Theater, Bismarckstraße 1, und im KartenForum, Rosentorstraße 20.