Grillen kann schnell zu einer großen Gefahr werden

Ein gemütlicher Grillabend kann sich schnell zum Horrorszenario entwickeln.

Sicherheitsexperte gibt Tipps für die perfekten Voraussetzungen eines entspannten Grillvergnügens

Goslar (bo). Immer noch ist Grillzeit: Grillfreunde entzünden jedes Jahr rund 70 Millionen Grillfeuer. Vorsicht ist geboten, damit dieses Vergnügen nicht in einer Katastrophe endet. Der sorglose Umgang mit dem Feuer führt zu vielen Grill­unfällen: rund 4.500 jährlich, davon 400 bis 500 mit schwersten Verbrennungen.
„Gefährlich wird es vor allem, wenn die Holzkohle mit Spiritus, Benzin oder anderen leicht entzündlichen Brennstoffen entzündet wird“, erklärt Heinz-Günter Sievers, Sicherheitsexperte. Spiritus- oder Benzindämpfe können sich bei unsachgemäßer Anwendung um das Grillgerät glockenförmig mit einem Durchmesser bis zu drei Metern ansammeln. Wird die Holzkohle entzündet, kann es zu einer Verpuffung mit einer Stichflamme kommen. „Selbst der Brennstoffbehälter in der Hand kann durch den Rückschlag noch explodieren, schwere Brandverletzungen sind die Folge“, betont Sievers, „Lebensgefahr besteht auch, wenn Spiritus auf das glühende Holzkohlebett nachgegossen wird.“ Um sich nicht der Brand- und Explosionsgefahr auszusetzen, sollten harmlose Zündhilfen, Pasten und Zündwürfel verwendet werden. Damit unliebsame Überraschungen vermieden werden, empfiehlt der Brandschutzexperte folgende Sicherheitsmaßnahmen beim Grillen:
1. Feuerfesten Untergrund im Freien als Standort wählen und ein standsicheres Gerät verwenden. Holzkohle nur mit geeigneten Zündhilfen (Anzünder, Trockenspiritus, Pasten) in Brand setzen.
2. Niemals Brennspiritus oder Benzin auf bereits brennende oder glühende Kohle gießen. Lebensgefahr! Kinder beim Grillen niemals unbeaufsichtigt lassen.
4. Ausreichend Sicherheitsabstand von Feld, Wald und Flur sowie von brennbaren Stoffen und Gebäudeüberständen einhalten. Bei starkem Wind und Funkenflug das Grillfeuer sofort löschen.
5. Glutreste sorgfältig ablöschen und vergraben.