Worauf es beim Heizen mit Kamin ankommt

Unglaublich gemütlich. Ein Kaminfeuer sorgt für Behaglichkeit, bürgt bei falscher Nutzung aber auch Gefahren. (Foto: Klaudia Hautumm / pixelio.de)
 
(Foto: Luise / pixelio.de)

Bezirksschornsteinfeger Dietrich Krause gibt Auskunft über den richtigen Brennstoff, die Lagerung und das Anfeuern

. Mit dem Herbst und den sinkenden Temperaturen beginnt so langsam auch wieder die Zeit, es sich vor einem prasselnden Kaminfeuer im Wohnzimmer gemütlich zu machen. Vielerorts sieht man schon wieder die qualmenden Schornsteine und nimmt den Geruch eines wärmenden Holzfeuers in der Nase wahr.
In Zeiten stetig steigender Energiepreise nutzen viele das Heizen mit einem Kamin, Kachel- oder Pelletofen zudem als günstige und umweltschonende Alternative zum reinen Heizen mit Gas oder Öl. Doch bei aller Freude und Behaglichkeit, die ein Kaminfeuer verbreitet, lauern auch einige Gefahren, die nicht unterschätzt werden dürfen. So führen beispielsweise zu stark qualmende Schornsteine nicht nur zu Ärger mit dem Nachbarn, sondern im schlimmsten Fall sogar zu einem Schornsteinbrand. Tritt letzteres ein, sind die Feuerwehren und Schornsteinfeger gefragt um größeren Schaden zu verhindern.
Der „Beobachter“ hat sich deshalb beim Bezirksschornsteinfeger für den Bereich Seesen, Dietrich Krause, informiert, was beim Beheizen eines Kamin- oder Kachelofens beachtet werden muss.

Auswahl des Brennstoffes
ist erster wichtiger Schritt

„Zunächst einmal ist die Auswahl des richtigen Brennstoffes von großer Bedeutung, um ein emissions- und geruchsarmes Heizen zu gewährleisten“, erklärt der Bezirksschornsteinfeger. Welcher Brennstoff sich für den Gebrauch im heimischen Ofen eignet, ist aus der jeweiligen Bedienungsanleitung der Feuerstätte zu entnehmen. Fehlt ein entsprechender Hinweis, kann der Schornsteinfeger aufgrund der Konstruktion des Feuerraumes auf die zugelassene Brennstoffart schließen. „Meist“, so Krause, „findet sich diese Angabe aber auch auf dem Typenschild der Feuerstätte.“
„Werden trotzdem nicht zulässige Brennstoffe verwendet, führt dies nicht nur zu einem besonders hohen Schadstoffausstoß, sondern häufig auch zur Beschädigung der Feuerstätte oder des Schornsteins“, warnt Experte Krause.
Ältere Heizkessel, die Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre installiert wurden, sind oft nur für den Betrieb mit so genanntem Brechkoks bestimmt. Leider würden diese Geräte aber auch immer mal wieder mit Stückholz betrieben, was unzulässig ist.
Zwar spielen Steinkohleprodukte im Vergleich zum Feuerholz heute nur noch eine geringe Rolle, dennoch wird weiterhin Eierkohle oder Anthrazit-Nusskohle produziert. Da es sich dabei um kurzflammige Brennstoffe handelt, muss die Feuerstätte für deren Verwendung speziell konzipiert und konstruiert sein.
„In der Regel“, erklärt Bezirksschornsteinfeger Krause, „eignen sich Kaminöfen und Kamineinsätze von Warmluftkaminen nicht für den Gebrauch derartiger Produkte aus Steinkohle.“ Braunkohlenbriketts eignen sich hingegen schon für den Großteil der heute genutzten modernen Feuerstätten. Auch darüber gibt die Bedienungsanleitung entsprechend Auskunft.
Hat man den richtigen Brennstoff für den heimischen Ofen gefunden gilt es beim Kauf und der Lagerung jedoch noch einige wichtige Details zu beachten.
So sollte das Brennholz einen Feuchtegehalt von maximal 25 Prozent nicht überschreiten. Erntefrisches Holz enthält in der Regel 50 bis 60 Prozent Feuchte.
Wird das Holz über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren an einem trockenen und gut durchlüfteten Ort gelagert, ist es in der Regel für den Gebrauch geeignet. Bei der Feststellung des Feuchtegehalts kann der Schornsteinfeger helfen. Im Handel sind inzwischen aber auch spezielle Messgeräte erhältlich, die Helfen, den Feuchtegehalt exakt zu bestimmen.
Woran man erkennt, dass man zu feuchtes Holz verfeuert beziehungsweise dies schon über einen längeren Zeitraum getan hat erläutert der Bezirksschornsteinfeger: „Ein klares Indiz für den Gebrauch von zu feuchtem Holz ist die Entstehung von Glanzruß mit der damit einhergehenden Schornsteinversottung. Zudem steigt der Brennstoffbedarf stark an, da der Heizwert von nicht ausreichend trockenem Holz deutlich geringer ist.“ Hat sich der so genannte Glanzruß erst einmal im Schornstein abgelagert muss der Schornsteinfeger mit besonderen Reinigungsmaßnahmen wie dem Ausschlagen oder kontrollierten Ausbrennen einschreiten.
Um derartigen Unannehmlichkeiten vorzubeugen sollte das Holz deshalb an einem gut belüfteten, vor Regen geschützten und vorzugsweise sonnigen Standort gelagert werden. Geschlossene Räume sind zur Lagerung von Stückholz übrigens ungeeignet, da die Restfeuchte bei längerer Lagerung zu Schimmelpilzbefall führen kann.
Und auch beim Anfeuern des Ofens gilt es einiges zu beachten. So sollte die Länge der Holzscheite für die Größe des Ofens geeignet sein. Geeignetes Brennholz ist in der Regel rund 30 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von etwa 10 Zentimetern. Zudem sollte auch der Brennraum nicht „überladen“ werden. Zum Anfeuern reichen etwa drei Scheite mit einer entsprechenden Menge Anfeuerholz.