Der Endspurt beginnt mit einem Marathon-Wochenende

So, wie in dieser Szene beim Spiel in der Wedemark am vergangenen Sonnabend, wollen die Wölfe (in Weiß) auch bei den drei Wochenendspielen viel Druck auf das gegnerische Tor ausüben. (Foto: Rusteberg)

Wölfe in drei Spielen an drei Tagen in Adendorf, Bremen und Hamburg gefordert

Der Endspurt beginnt mit einem Marathon-Wochenende
Wölfe in drei Spielen an drei Tagen in Adendorf, Bremen und Hamburg gefordert

Braunlage (bo). Fünf Spiele noch bis zur Abrechnung: Der Endspurt hat die Harzer Wölfe in der Eishockey-Oberliga Nord fest im Griff. Am vorletzten Wochenende der Liga müssen die Wölfe im Schlussspurt allerdings einen wahren Marathon absolvieren. Drei Auswärtsspiele in Folge stehen an! Überstehen die Harzer die Strapazen der Partien in Adendorf, Bremen und Hamburg schadlos und holen drei Siege, winkt erstmals in dieser Saison der Sprung auf den zweiten Tabellenplatz und eine glänzende Ausgangsposition für das Finalwochenende.
Beginn der Dreier-Auswärtsserie ist am heutigen Freitag ab 20 Uhr beim Adendorfer EC. Auch die Heidschnucken rechnen sich noch theoretische Chancen auf den Meisterrundenplatz aus, jedoch nur, wenn die Wölfe bezwungen werden sollten. Genau wie beim letzten Auswärtsspiel in der Heide, als der ESC einen 6:3-Sieg einfahren konnte, wollen die Harzer den Adendorfern einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Wie stark die AEC-Mannschaft um Topgoalie Michal Marik ist, zeigte sie beim 2:1-Penaltysieg in Braunlage. Zudem darf inzwischen auch Adendorfs Kapitän Denny Böttger nach abgesessener Sperre wieder mitmischen. Ein ständiger Gefahrenherd ist der schnelle Marlon Czernohous. Auch Benjamin Garbe, der erfahrene Matthias Hofmann und der junge Dennis Szygulla stehen für offensive Qualität. Das Kommando in der Abwehr hat der Kanadier Jeff McDowall; ihm zur Seite steht mit Markus Schneider ein ehemaliger Harzer.
Gegen die Weser Stars aus Bremen konnten die Wölfe in der bisherigen Saison zwei Siege einfahren. Besonders beim 6:1-Heimspielerfolg zeigten aber auch die vom ehemaligen Weltmeister und Olympiasieger Sergej Jaschin trainierten Bremer ihre Qualitäten und hielten die Partie lange offen. Das Team um Topscorer Paul Schön steht aktuell auf dem sechsten Tabellenplatz. Spielbeginn im „Paradice“ in Bremen-Walle ist am Sonnabend um 19:30 Uhr.
Den Abschluss der Drei-Tage-Tour bildet am Sonntag ab 19 Uhr die Partie bei den Hamburg Crocodiles. Die Großstadtkrokodile zählen zu den positiven Überraschungen der Saison und haben sich im Tabellenmittelfeld etabliert. Vor allem ein 7:1-Sieg über die Hannover Braves ließ aufhorchen. Die taktisch diszipliniert agierende Mannschaft hat ihre stärksten Offensivwaffen im Brüderpaar Daniel und Tobias Bruns sowie dem Kanadier Alexandre Santos. Doch auch die Breite des Kaders stimmt. Die zwei bisherigen Spiele gegen die Hanseaten konnten die Wölfe jeweils gewinnen (8:4 und 4:2), Selbstläufer waren das aber keinesfalls.
Das Wochenende wird ohne Frage kräftezehrend, daher hilft das Selbstvertrauen und der Schwung der beiden starken Auftritte vom vergangenen Wochenende sicher. Coach John Noob bat unter der Woche nur zweimal zum Training, um in kürzeren, intensiven Einheiten an Feinheiten zu feilen. Zudem hofft der ESC-Trainer auf die Rückkehr der beiden Stürmer Benjamin Schulz und Michele Meridian. Schulz hat seine Verletzung überstanden, musste am vergangenen Wochenende jedoch mit Fieber das Bett hüten. Vor seiner Rückkehr nach längerer Verletzungspause steht auch Meridian, so dass sich im Angriff neue Optionen bieten.
„Wir gucken von Spiel zu Spiel, konzentrieren uns immer nur auf die nächste Aufgabe“, fordert Noob von seinen Spielern. Die Rechnung für den möglichen Meisterrunden-Platz ist jedenfalls einfach, wie ESC-Kapitän Stefan Bilstein klar macht: „Wir haben noch fünf Spiele. Wenn wir fünfmal gewinnen, ist der zweite Platz unser!“ Mit drei Siegen an diesem Wochenende wollen die Wölfe den ersten Teil der Aufgabe erfüllen.