Ein Derby und mehrere Spitzenspiele stehen bevor

10. Spieltag in der Regionalliga Nord

Ein Derby, mehrere Spitzenspiele und insgesamt fünf Mannschaften, die die Liga am Sonntagabend anführen könnten: Die Regionalliga Nord geht in die zehnte Runde und bietet dabei erneut spannende Unterhaltung.

VfL Wolfsburg II – Goslarer SC (Sa., 14 Uhr). Ein Spitzenspiel. Beide Teams könnten mit einem Sieg zumindest bis Sonntag die Tabellenführung übernehmen. Nach nur einer Niederlage aus den letzten sieben Partien hat sich die Wolfsburger Reserve auf den vierten Tabellenplatz geschoben. Noch sieht deren Trainer Lorenz-Günther Köstner jedoch Luft nach oben: „Wir treten aktuell als geschlossene Mannschaft auf, müssen uns spielerisch aber noch steigern.“ Seine Kollege Frank Eulberg kletterte mit seinem Team dank vier Siegen in Folge auf den dritten Tabellenplatz. Der Goslarer Trainer will von der Höhenluft aber nichts wissen. Der Klassenerhalt bleibe das Saisonziel beim Aufsteiger, stellte Eulberg in dieser Woche unmissverständlich klar. Ihm stehen mit Tezcan Karabulut (Knieverletzung) und Mazan Moslehe (Rote Karte) zwei Offensivspieler nicht zur Verfügung.

TSV Havelse – Werder Bremen II (Sa., 14 Uhr). Ein wirklich interessantes Duell. Die Niedersachsen schienen vor ein paar Wochen noch festzusitzen im Tabellenkeller, haben sich nach fünf Spielen nun aber auf den fünften Tabellenplatz geschoben. Vor einiger Zeit waren die Bremer dagegen noch Tabellenführer, doch dann sollten sich die verlegten Spiele bemerkbar machen. Werder II hat nun drei Partien weniger ausgetragen als die Konkurrenz und belegt derzeit nur den achten Rang. Zudem kassierte das Team von Thomas Wolter beim 0:1 gegen Wolfsburg II in der Vorwoche die erste Saisonniederlage. Der TSV Havelse kam am vergangenen Mittwoch zu einem 1:1-Unentschieden gegen Holstein Kiel.

FC St. Pauli II – SV Meppen (Sa., 14 Uhr). Das Duell der Sorgenkinder. Die Gastgeber sind nun seit sieben Partien ohne Sieg, und der SV Meppen wartet gar seit acht Spielen auf einen Dreier. Im Emsland machte man sich unlängst daran, die Ursachen für die Negativserie zu beseitigen. „Wir haben intensive Gespräche mit den Spielern geführt, die Jungs sind nun gefordert. Um das Ruder herumzureißen, muss sich die Mannschaft schnell ihr Selbstvertrauen zurückholen“, so Meppens Vorstandssprecher Andreas Kremer vor dem Spiel des Schlusslichts beim Drittletzten.

SV Wilhelmshaven – Hamburger SV II (Sa., 14 Uhr). Auch der SVW wartet mit einer beeindruckenden Serie auf, einer positiven. Denn das Team von Christian Neidhart ist nun seit vier Spielen siegreich. Der Trainer will mehr. „Unser Weg ist noch nicht beendet. Mit dem HSV II treffen wir auf einen weiteren Gegner auf Augenhöhe, gegen den wir gute Chancen haben“, so Neidhart. Das mit der Augenhöhe darf man beinahe wörtlich nehmen: Der HSV II belegt mit zwölf Punkten den neunten Rang, Wilhelmshaven folgt mit zehn Punkten auf Rang elf.

BSV Schwarz-Weiß Rehden – FC Oberneuland (Sa., 15 Uhr). In Rehden atmete man angesichts des 5:0-Erfolg in Meppen auf. Der erste Dreier nach zwei Niederlagen in Folge verschaffte dem Aufsteiger etwas Luft zur Abstiegszone. Beim FCO wird man angesichts von fünf Spielen ohne Sieg dagegen etwas ungeduldig. Der ordentliche Start ist verspielt, und die Mannschaften aus dem Tabellenkeller sind längst aufgerückt zu den Bremern. Die treffen in Rehden auf gleich drei ehemalige Kollegen: Torhüter Christian Ceglarek sowie die Abwehrspielern Francis Banecki und Viktor Pekrul trugen früher das Trikot des FCO.

VfB Lübeck – Holstein Kiel (So., 14 Uhr). Bis zu 4000 Zuschauer werden erwartet beim Derby, und die Rollen sind klar verteilt. Der Gastgeber geht als Außenseiter in die Partie, denn Holstein führt die Tabelle mittlerweile schließlich an. „Wir werden alles herausholen und versuchen, die wenigen Schwächen der Kieler zu nutzen. Ich erwarte ein brisantes und leidenschaftliches Derby“, so VfB-Trainer Ramazan Yildirim. Völlig chancenlos scheint seine Mannschaft auch nicht zu sein: Die Lübecker verloren nur eines der letzten vier Spiele und verbesserten sich nach schwachem Start auf den 13. Rang.

VfB Oldenburg – Victoria Hamburg (So., 15 Uhr). Beim VfB Lübeck (0:1) hatten die Oldenburger zuletzt eine vier Spiele währende Siegesserie beenden müssen. Dagegen war den Gästen angesichts des 5:4-Erfolgs über den BV Cloppenburg ein richtiges Spektakel gelungen. Sie belegen gleichwohl nur den vorletzten Rang, während der VfB als Sechster noch immer in Schlagdistanz zur Spitzengruppe ist. Die Oldenburger müssen am Sonntag aber auf Angreifer Paul van Humbeeck (verletzt) und Mittelfeldspieler Daniel Bauer (Rotsperre) verzichten.

VfR Neumünster – Hannover 96 II (So., 15 Uhr). Die heimstarken Gastgeber können angesichts des siebten Tabellenplatzes befreit aufspielen – sie haben mehr erreicht, als gehofft. Dagegen möchte 96 II nach der 0:1-Pleite in Havelse, der ersten Saisonniederlage, zurück in die Erfolgsspur. Trainer Valerian Ismael:„Das Havelse-Spiel ist kein Beinbruch für uns. Wir müssen das schnell abhaken und alles auf Neumünster fokussieren.“

BV Cloppenburg – ETSV Weiche Flensburg (So., 15 Uhr). Die Gastgeber sind nun seit drei Spielen ohne Sieg, verloren zuletzt mit 4:5 bei Victoria Hamburg. Dagegen scheint jetzt der Stern des ETSV Weiche aufzugehen. Beim 1:0-Sieg in Oberneuland feierte der Aufsteiger bereits den zweiten Erfolg in Serie. Damit gelang den Flensburgern erstmals der Sprung aus den Abstiegsrängen.