Ein fast perfekter Sonntag

Nils Pichinot ist hier gegen den ehemaligen Nationalspieler Patrick Owomoyela im Zweikampf.

Regionalliga: Goslarer SC gewinnt problemlos gegen die HSV-Reserve

Es war ein nahezu perfekter Sonntag für die gut 1050 Zuschauer, die sich in der S-Arena die Regionalliga-Partie zwischen dem Goslarer SC und dem Hamburger SV II ansahen, zumindest soweit sie keine HSV-Fans waren.

Strahlender Sonnenschein, super Stimmung und die Kaiserstadt-Kicker siegten hochverdient mit 4:1 (3:0), sind damit punktgleich mit Spitzenreiter VfL Wolfsburg II, der beim Remis in Meppen Federn ließ.
Einen Wermutstropfen fand Trainer Mario Block dennoch. „Das Gegentor in der Nachspielzeit ist ärgerlich“, murrte er, „wer weiß, ob es nicht am Ende auf das Torverhältnis im Kampf um die Meisterschaft ankommt.“ Ansonsten war der Trainer sehr angetan vom Auftritt seiner Elf: „Wir haben gut und sehr diszipliniert gegen den Ball gespielt.“ Zumal die Mannschaft am Freitag einen kleinen mentalen Tiefschlag kassierte, als sie von den Schwierigkeiten rund um die Lizenz für die 3.Liga erfuhr. Schwierigkeiten, die sich allerdings vorrangig auf das Stadion hinsichtlich Kapazität und Ausstattung beziehen. „Da hat die Mannschaft Charakter gezeigt, nicht den Kopf hängen lassen“, lobt Coach Block.

Nach wenigen Minuten wie die Feuerwehr losgelegt

Nach nur wenigen Minuten des Abtastens legte der GSC wie zuletzt gewohnt los wie die Feuerwehr. Da wurde der Spielaufbau der Gäste im Keim erstickt, der ballführende Gegner in hohem Tempo angelaufen, mögliche Anspielstationen zugestellt. Prompt ergaben sich Abspielfehler beim HSV oder der Ball landete im Aus. Das Umschalten klappte beim GSC gewohnt gut und so war es eine Aktion über drei Stationen, die zur frühen Führungen reichte. Kevin Kahlert passt aus der Abwehr auf Rechtsaußen, wo grade Nils Pichinot startete. Der nimmt den Ball mit und spielt diagonal in den gegnerischen Strafraum, wo Marius Kleinsorge aus vollem Lauf den Ball über die Linie schießt (12.).
Nicht nur in dieser Situation sah die erfahrene Abwehr um den elffachen Nationalspieler Patrick Owomoyela, Francis Adomah und Fabio Morena alt aus. Lediglich der junge Dominik Jordan wusste zu gefallen. Die anderen wurden vor allem von Kleinsorge immer wieder ausgetanzt und auch Pichinot zeigte sich wieder enorm eifrig, hätte sich aber in der zweiten Hälfte selbst belohnen müssen, als er einen Lupfer über den herausstürzenden HSV-Keeper Stritzel neben den Kasten setzte.
Doch da stand es schon 3:0, der Mannschaft schadete er somit nicht. Daniel Vaughan, wieder sehr fleißig und eifrig auf der rechten Seite, markierte aus 16 Metern nach feiner Drehung um Gegenspieler Morena herum das 2:0 (19.), Kapitän Karsten Fischer erhöhte per Handelfmeter auf 3:0 (37.). Das war effektiv und konzentriert, und vor allem einfach viel zu schnell gegen die überforderte Abwehr der Hanseaten. Eigene Chancen hatte der HSV zwei kleine, die allerdings Mohamed Shirdel versemmelte.
„In der zweiten Hälfte haben wir etwas zu sehr verwaltet“, monierte Trainer Block. Zwar wurde der Gegner weiter attackiert, aber doch nicht mehr mit so viel Volldampf wie zuvor. Der GSC stellte sich lieber tief und wartete geduldig auf die Hamburger. Lediglich Kleinsorge, Pichinot und Rico Groß rannten unverdrossen weiter an. Dafür wurden sie alle drei auch vorzeitig zum Ausruhen vom Platz geholt. Die Wechsel gaben den Gästen noch kurz etwas mehr Raum, denn vorrangig Sven Hartwig, der für Groß kam, machte immer wieder auf links ausweichend, mächtig Alarm. Allerdings war nach einem Standard, als der HSV den Ball nicht wegbekam, Kevin Kahlert, der den Ball durch das Getümmel im HSV-Fünfer zum 4:0 durchdrückte (77.).
Kommenden Sonnabend gilt es die Leistung bei der nächsten Hamburger Truppe zu bestätigen, denn da sind die Kaiserstadt-Kicker Gast der Reserve des FC St. Pauli.


Goslarer SC: David Grof, Kai-Fabian Schulz, Adnan Hotic, Kevin Kahlert, Thomas Ströhl, Sergej Evljuskin, Karsten Fischer, Marius Kleinsorge (68./Alexander Mißbach), Rico Groß (73./Sven Hartwig), Daniel Vaughan und Nils Pichinot (74./Muhamed Alawie).

Tore: 1:0 Kleinsorge (11.), 2:0 Vaughan (19.), 3:0 Fischer (37./Handelfmeter), 4:0 Kahlert (77.), 4:1 Shirdel (90.)

Gelbe Karten: – / Götz Jordan

Zuschauer: 1050