Falken lassen vieles vermissen

Eishockey-Oberliga: Viele Torschüsse, aber noch mehr Fehler

Deutlich mit 7:0 (2:0, 3:0, 2:0) verloren die Harzer Falken auch das nächste Spiel, diesmal gegen die Black Dragons aus Erfurt und entfernen sich so immer mehr vom 10. Tabellenplatz.

Dass es schwer werden wird, war bereits vor dem Spiel klar, und auch, dass man durchaus verlieren kann. Dass es dann aber so deutlich und niederschmetternd wird, sollte auch die rund 40 mitgereisten Harzer Fans überraschen. Denn wie schon im vorherigen Spiel gegen FASS Berlin ließen die Falken vieles vermissen, was ihnen im Laufe der Saison schon respektable Ergebnisse und Respekt eingebracht hatte. Zudem muss man erneut resümieren, dass einfach zu viele Chancen liegengelassen wurden. Denn bei einem Torschussverhältnis von 30:38 zugunsten der Harzer derart deutlich und dann auch noch mit Shutout des gegnerischen Torwarts zu verlieren, kommt auch nicht allzu oft vor.
Zu Unvermögen und Schusspech gesellte sich dann auch noch eine teilweise katastrophale Fehleransammlung im eigenen Drittel. Schwach und inkonsequent in der Defensivarbeit sowie ideenlos und ungenau im Aufbau nach vorne luden sie die Erfurter geradezu ein, das mit 326 Zuschauern sehr überschaubare Publikum mit einem munteren Scheibenschießen auf das von Mario D’Antuono gehütete Tor zu begeistern. D’Antuono konnte einem in diversen Aktionen etwas leid tun, doch auch er trug nicht unbedingt dazu bei, Sicherheit in das Harzer Spiel zu bekommen.
Bezeichnend für das pomadige Spiel der Harzer Hintermannschaft das 2:0, als Vostarak unbedrängt um das Falkentor kurvt und per Bauerntrick ins lange Eck einschiebt. Oder auch das 7:0, als Felix Schümann und Justin Creutzburg im Zwei gegen Eins gegen Semen Hildebrand laufen und sich dieser im Rückwärtslauf bis kurz vor dem Harzer Tor nicht für eine einschreitende Aktion entscheiden kann und so das lockere Hin- und Herspielen der beiden Erfurter eigentlich nur ineffektiv begleitet bis der Puck im Netz zappelt.
Doch auch ohne zählbaren Erfolg der Gastgeber gab es einfach zuviele Momente, die die momentanen Schwächen der Falken gnadenlos offenbarten. Das Powerplay, das über weite Phasen der Saison eigentlich recht erfolgreich gestaltet werden konnte, blieb völlig wirkungslos. Das Robert Wittmann 33 Sekunden vor Schluss noch einen Penalty verschoss, reihte sich dann eigentlich nur noch in die schwache Chancenverwertung oder auch die gute Leistung von Schlussmann Otte ein.
Zwar rechnen nur die kühnsten Optimisten mit einem Erfolg am Freitag in Tilburg, doch zwei Tage darauf haben die Harzer Falken im heimischen Eisstadion am Wurmberg bereits die Gelegenheit, das Spiel in Erfurt mit einem Heimsieg gegen Erfurt vergessen zu machen.