Fast ein Fotofinish nach über 84 Kilometern

159 der insgesamt 178 gestarteten Fahrer erreichten beim Ebersberger Mountainbike-Marathon das Ziel.

Erstmals wurde in Hohegeiß der Ebersberg Mountainbike-Marathon ausgetragen

Ein ganz enges Finish bot der 1. Ebersberg MTB-Marathon in Hohegeiß, dem vierten Lauf des diesjährigen MTB-Harz-Cups. Nach vier Runden und insgesamt 84 Kilometern trennten die ersten vier Fahrer lediglich 1:18 Minuten. Björn Papstein (Conway Racing) rettete sich nach 3:17:52 Stunden in einem echten Endspurt mit zwei Sekunden vor Matej Meyer (Team Germina-degere) ins Ziel. Martin Knape (Panoramic Viner Racing Team) hatte sieben Sekunden Rückstand, Artjom Gräfenstein (RSC Wunstorf) auf Platz vier eben 1:18 Minuten.
„Ich bin die Strecke vorher schon gefahren“, sagte Gräfenstein, der in Clausthal-Zellerfeld beschäftigt ist, „sie ist landschaftlich sehr reizvoll.“ Ob er beim Rennen auch einen Blick für die Landschaft hatte, darf hingegen bezweifelt werden, auch wenn sein Ziel im Vorfeld lautete, „ich will nur gut ankommen.“ Das gelang immerhin 159 Mountainbike-Fahrern von 178 Startern, darunter auch das Tandem-Team aus Bad Grund / Gittelde mit den beiden Marcels Ostermeier und Merkel. Sie waren zwar das langsamste Team auf der Kurzstrecke, doch ist das für das Duo nicht relevant. Nach zuletzt fünf Kettenrissen in Altenau zählte hier nur das Durchkommen. Und das war auf dieser Strecke leichter als auf den beiden zuvor. Denn die Strecke in Hohegeiß ist „konditionell sehr anspruchsvoll, technisch allerdings nicht so“, wie Gräfenstein als erfahrener Rennfahrer skizzierte. Die vielen Forstwege erleichterten so dem Tandem eine sichere Zielankunft.
Gräfensteins Einschätzung der Strecke teilte die Masse der Fahrer. „Ich habe nur positive Rückmeldungen erhalten“, sagte Christian Klamt, Chef der Braunlage Tourismus GmbH, die mit dem Skiclub Hohegeiß das Rennen veranstaltete. „Hier lag der Schwerpunkt auf Taktik und Kondition, bei anderen Rennen ist auf vielen Singletrails die Technik gefordert“, so Klamt. Für Einsteiger und weniger routinierte Fahrer war die Strecke in Hohegeiß eigentlich ideal, wie die vielen Hobbyfahrer, die einfach einmal Wettkampfatmosphäre schnuppern wollten, bewiesen. Wolfgang Kah aus Schierke macht das allerdings regelmäßig. „Ich bin alle Rennen im MTB-Cup dieses Jahr gefahren“, so der Senior, der manchen auch jüngeren Fahrer hinter sich ließ.
Ein strategisches Problem hatten die Organisatoren auch noch gelöst bekommen, die Zufahrt zum beliebten Ausflugslokal Wolfsbachmühle. Denn der Weg darunter ist für Pkw nutzbar, war aber in die Strecke eingebunden. „Der Betreiber war freundlicherweise einverstanden, dass während des Rennens die Anfahrt verwehrt wird, die Gäste nur zu Fuß das Lokal erreichen können“, dankte Klamt für das Entgegenkommen.
„Auch das Forstamt zeigte sich sehr kooperativ und hat uns unterstützt“, ergänzte Skiclub-Vorstand Manfred Gille. „Es gab keinen Sturz, keine Verletzungen“, resümierte Klamt das Abschlussgespräch mit dem Deutschen Roten Kreuz, die Ausfälle rührten also wohl von Aufgaben aus konditionellen oder technischen Gründen. So durften die Veranstalter zufrieden durchatmen. „Keine besonderen Vorkommnisse, ein völlig reibungsloser Ablauf“, freute sich Klamt. Dazu ein packendes Finale auf der Langstrecke, die Vorfreude auf den 2. Ebersberg MTB Marathon im kommenden Jahr hat schon begonnen.