Goslarer SC: Beste Chancen bleiben ungenutzt

Die beiden Goslarer Steve Ridder und Ersatz-Mannschaftskapitän Slavomir Lukac (rechts) kommen in dieser Szene um den berühmten einen Schritt zu spät.

Oberliga Niedersachen: GSCtrennt sich von der Reserve des VfLOsnabrück mit 1:1-Unentschieden

Von Camillo Kluge

Der ersten Verzweiflung folgte schnell ein Besinnen auf die positiven Dinge, mit denen Manfred Wölpper, der Trainer des Goslarer SC, sich nach dem 1:1 (0:1) gegen den VfL Osnabrück II beschäftigte. „Wir haben Riesenphysis und Riesenmoral bewiesen.“ Wie so oft verschlief der GSC auch gegen die Zweitliga-Reserve die Anfangsphase. Der Gast zeigte sich schnell und aggressiv, allerdings ohne gefährlich zu werden. Doch dann gelang dem VfL ein prima Konter, den Ex-Bundesligaprofi Thomas Reichenberger abschließen wollte. Nils Pölzing klärte, dabei stürzte Reichenberger und Schiedsrichter Karl Wiatrek entschied auf Strafstoß, den Robin Twyrdy sicher verwandelte (10.).
Das war allerdings immer noch nicht der Weckruf für die Kaiserstadt-Kicker. Es dauerte noch eine Weile, bis sich die Platzherren auch als solche erwiesen. Es war bereits eine halbe Stunde ins Land gegangen, ehe Marcell Takacs für den GSC das erste Mal auf das Gästetor schoss. Als kurz danach Reichenberger auf der Gegenseite frei stehend aus sieben Metern eine hochkarätige Gelegenheit über das Tor semmelte, sollte das die letzte größere Gelegenheit für den VfL gewesen sein.
Jetzt spielte nur noch der GSC, allerdings ohne jegliches Fortune. Die größte Chance vergab zunächst Filip Sajbidor, als er aus halbrechter Position aus etwa fünf Metern gegen den bereits am Boden liegenden Gästekeeper nicht verwandelte sondern den Ball am Tor vorbei schob.
Doch war er nicht der einzige, der Hochkaräter liegen ließ. Spielmacher Suri Ucar, der hinter seinem Vermögen blieb, der quirlige Andre Hofer, der sich mit seiner Leistung laut Trainer Wölpper in die erste Elf gespielt hat, und vor allem Takacs vergaben beste Chancen. Allein lief er auf den Gästetorwart zu und wollte ihn ausspielen, doch Nils Zumbeel pflückte ihm den Ball vom Fuß.
Doch hatte da Pölzing den höchstverdienten Ausgleich schon markiert. Per Hechtkopfball nach Freistoß Takacs überwandt er den VfL-Keeper (62.). Selbst in Unterzahl, Ihsan Kalkan hatte wegen groben Foulspiels die Rote Karte zu sehen bekommen, ohne zuvor nur ein Foul begangen zu haben (73.), beherrschte Goslar den Gegner, doch der Siegtreffer sollte einfach nicht mehr gelingen. „Kämpferisch und spielerisch waren wir sehr stark“, meinte auch der schon in der ersten Hälfte eingewechselte Hofer, „blöd, dass wir immer die ersten Minuten verschlafen müssen.“

Goslarer SC 08: Lauenstein – Pett (32. Hofer), Kalkan, Vranic, Takacs – Lukac, Ridder (81. Vogel) – Bormann, Ucar, Takacs – Sajbidor (58. Arsovic).
Tore: 0:1 Twyrdy (10./Foulelfmeter), 1:1 Pölzing (62.)
Zuschauer: 320
Schiedsrichter: Karl Wiatrek (Witzenhausen)
Rote Karte: Kalkan (73.) wegen groben Foulspiels.