Goslarer SC kehrt mit leeren Händen zurück

0:2-Niederlage bei Kickers Emden kassiert / Zweiter Platzverweis im dritten Oberligaspiel

Goslar (cfk). Ein Deja-Vu hatte Manfred Wölpper, Trainer des Oberligisten Goslarer SC, anlässlich des Auftritts seiner Elf bei Kickers Emden. Denn beim 2:0 (1:0) für die Gastgeber lief es „wie im Vorjahr. Früher Rückstand, danach sicher 70 oder 80 Prozent Spielanteile für uns“, fasste Wölpper die Partie zusammen. Zu allem Überfluss holte sich im dritten Ligaspiel mit Blerim Rrustemi der zweite Kaiserstadt-Kicker die Rote Karte ab.
Dabei ist Andreas Gerdes-Wurpts, Kapitän und Torjäger der Kickers, wahrlich kein Unbekannter, Wölppers Warnungen im Vorfeld eigentlich überflüssig, denn die Qualitäten des gefährlichen Stürmers sind im Prinzip allen GSC-Spielern aus eigener – leidvoller – Erfahrung bekannt. Und dennoch: Quasi mit dem ersten Angriff, der ersten Chance, ließ die Abwehr Gerdes-Wurpts mutterseelenallein zum 1:0 vollenden.
Doch ließen die Goslarer die Köpfe nicht hängen. Immer mehr übernahmen sie die Regie auf dem Spielfeld, spielten spätestens nach dem Pausentee in der bis dahin etwa ausgeglichenen Partie die Gastgeber immer mehr unter Druck, erarbeiteten sich auch einige Chancen. Doch entweder konnten die Kickers gerade noch klären, die Kaiserstadt-Kicker verzogen knapp oder aber scheiterten am Aluminium. Das gelang sogar innerhalb weniger Sekunden. Denn Peter Endres, der zuletzt noch mit einem schönen Freistoß-Treffer gegen Holthausen-Biene erfolgreich war, traf diesmal nur das Quergebälk. Aber auch als sich nach dem Abpraller für Filip Sajbidor eine zweite Chance ergab, verhinderte die Latte den Ausgleich.
„Statt des Ausgleichs kriegen wir im Gegenzug den Elfer“, klagte Wölpper, nachdem ein Konter der Kickers durch ein Foul von Rrustemi an Gerdes-Wurpts regelwidrig im Strafraum beendet wurde. Steven Janssen ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte zum 2:0 (73.).
Der Frust über den verursachten Strafstoß saß bei Rrustemi offensichtlich so tief, dass er sich kurz nach Wiederanpfiff zu einem heftigen Ellenbogencheck gegen Emdens Daniel Kulbatzki hinreißen ließ. „Das war kein grobes Foulspiel mehr“, gestand GSC-Trainer Wölpper, dass dieser Eintrag von Schiedsrichter Christian Hoyer im Spielbericht recht großzügig sei. Dennoch hat Rrustemi, der ja zur Verstärkung der Abwehr noch kurzfristig verpflichtet worden war, „uns einen Bärendienst erwiesen“, wie Wölpper festhalten musste. Jetzt darf zwar Tezcan Karabulut in der nächsten Partie wieder mitmischen nachdem seine Rot-Sperre abgelaufen ist, durch Rrustemis Ausfall tut sich jedoch eine neue Lücke im Defensiv-Bereich auf. Doch gibt kommenden Sonntag um 15 Uhr mit Borussia Hildesheim nicht gerade die torgefährlichste Mannschaft ihre Visitenkarte ab: die ersten beiden Saisonspiele verloren die Borussen 0:1.
Goslarer SC: Nico Lauenstein – Tim Rubink, Savas Turhal (33. Binder/78. Jose Garcia), Alessandro Caruso, Peter Endres (90. Patrick Czaja) – Mirhudin Kacar, Blerim Rrustemi – Nils Pölzing, Filip Sajbidor, Muhamed Alawie, Corvin Behrens.

Tore: 1:0 Gerdes-Wurpts (1.), 2:0 Janßen (73./Foulelfmeter)