GSC bleibt zum 11. Mal in Folge ungeschlagen

Filip Sajbidor (Mitte) spitzelt den Ball zwischen Verteidiger und Torwart durch. (Foto: Kluge)

Oberliga Niedersachsen:Goslarer gewinnen vor eigenem Publikum mit 5:0 gegen den Rotenburger SV

Von Camillo Kluge, Goslar

Mit einem 5:0 (2:0) über den Rotenburger SV behauptete der Goslarer SC nicht nur die Tabellenspitze der Oberliga Niedersachsen, sondern er zündete auch einmal ein Feuerwerk vor eigenem Publikum und betrieb so ideale Werbung in eigener Sache.
GSC-Trainer Manfred Wölpper hatte sich zum Glück gehörig vertan. Er hatte einen Gast prophezeit, der sich einigelt und keinen Fußball zulässt. „Da haben die uns ganz schön überrascht“, gestand er nach der Partie, denn die ersten Minuten des Spiels gehörten den Rotenburgern. Mit dem Herz in der Hand attackierten sie die Goslarer und machten richtig Druck, stürzten sich dadurch aber ins offene Messer der Kaiserstadt-Kicker. Denn nachdem die verarbeitet hatten, dass keine Mauer einzureißen ist, sondern der Gegner sich fußballerisch messen will, ließen sie den Ball laufen. Gleich der erste schnelle Angriff brachte das 1:0. Mirhudin Kacar passte auf die rechte Außenbahn in den Lauf von Tezcan Karabulut, der die Bahn mit Ball bis auf Höhe des Gästestrafraums runter flitzte und eine perfekte Flanke auf die Stirn des heranrauschenden Muhamed Alawie schlug, der wiederum unhaltbar für Gästekeeper Tim Rogas in den kurzen Winkel köpfte (11.).
Als nur wenige Minuten später erneut über die rechte Seite vorbereitet, aber diesmal durch Tim Rubink, Corvin Behrens den Ball zum 2:0 ins Eck zirkelte, war die Partie im Prinzip gelaufen (19.). Zumal Schiedsrichter Enno Thiele, der keinen sonderlich souveränen Eindruck hinterließ, den Rotenburger Christoph Drewes wegen Beleidigung mit Roter Karte bedachte (21.). „Du alter Moslem“ zitierte Schiri Thiele die „Beleidigung“, die Drewes geäußert habe, und zwar gegenüber Alawie. „Der Tonfall war beleidigend“ hatte Thiele herausgehört.
Somit über eine Stunde in Unterzahl hielt sich der Gast dennoch wacker. Zwar stellte deren Trainer Jamal Bounoua auf eine doppelte Viererkette um, dennoch suchte der Gast sein Heil in der Offensive. Das gelang zumindest insofern ganz ordentlich, dass große Chancen beim GSC recht rar blieben. Erst ein Patzer der RSV-Abwehr ebnete den Weg zum nächsten Tor. Filip Sajbidor konnte einen missglückten Rückpass erlaufen, spitzelte den Ball zwischen Verteidiger und Torwart durch, der völlig freistehende Jörn Winkler konnte per Kopf mühelos ins leere Tor vollenden (72.).
Damit verflog dann auch die letzte Hoffnung der Gäste noch eine Überraschung zu schaffen. Die Kaiserstadt-Kicker hingegen wollten noch mehr, zumal die eingewechselten Spieler. Als Filip Sajbidor, der es mit einer gute Leistung Trainer Wölpper schwer macht, ihn auch kommende Woche erst auf die Bank zu setzen, im Strafraum zu Fall gebracht wurde, verwandelte Peter Endres den Strafstoß sicher (82.). Den Schlusspunkt setzte dann zumindest laut Spielbericht erneut Behrens. Nach schöner Aktion auf der linken Bahn hatte sein Schuss Verteidiger und Torwart bereits passiert und rollte ins Tor. „Ich glaube, Filip hat ihn über die Linie geschossen“, sprach Behrens aber seinem Teamkollegen Sajbidor den Treffer zu.
Es bleibt festzuhalten, dass der GSC nun bereits seit elf Partien ungeschlagen ist und endlich auch einmal vor eigenem Publikum wieder spielerisch überzeugte. Rubink offenbarte Offensiv-Qualitäten, nicht nur als er vor dem 2:0 am gegnerischen Strafraum entlang marschierte und ideal für Behrens auflegte. Rubink stieß häufig nach vorne, ließ sich auf einige Laufduelle ein, die er zumeist auch gewann. Seine Pflichtspielpremiere feierte Mehdi Mohebieh, der zumindest knapp 20 Minuten wichtige Spielpraxis sammelte. Schließlich schien noch Blerim Rrustemi eine solche Partie gebraucht zu haben. Zuletzt häufig gescholten, lieferte er nach einer etwa zehnminütigen Anlaufphase eine blitzsaubere Partie ab. Kommenden Sonntag kann der GSC dann in Ottersberg das Dutzend ungeschlagener Spiele komplett machen.

Goslarer SC: Nico Lauenstein – Tim Rubink, Slavomir Lukac, Alessandro Caruso, Peter Endres – Mirhudin Kacar, Blerim Rrustemi – Tezcan Karabulut (72. Mehdi Mohebieh), Muhamed Alawie (62. Filip Sajbidor), Corvin Behrens – Justin Eilers (62. Jörn Winkler).