GSC bringt 1700 Zuschauer zum Staunen

Mame Diouf behauptet den Ball gegen Christopher Kolm und Blerim Rrustemi.
 
In der Anfangsphase kamen die Gäste aus der Landeshaupstadt nach einer Ecke zu ein paar Chancen.

Regionalligist bezwingt EuropaLeague-Teilnehmer Hannover 96 im Testspiel mit 3:1

Knapp 1700 Zuschauer kamen am Freitagabend in der S-Arena im Goslarer Osterfeld nicht aus dem Staunen heraus: der Hausherr Goslarer SC, Aufsteiger in die Regionalliga, führte den Bundesligisten und EuroLeague-Teilnehmer Hannover 96 stellenweise regelrecht vor und siegte gegen die „Roten“ hochverdient 3:1 (1:0).
Dabei hatte der Gast wahrlich keine B-Elf aufgeboten. Karim Haggui, Jan Schlaudraff, Mame Diouf, Christian Pander, Christian Schulz, Manuel Schmiedebach, Sergio Pinto oder Lars Stindl sind alles wohlklingende Namen in der Bundesliga. Und so war auch niemand überrascht, dass „96“ zunächst drückte und sich Vorteile erspielte, eine Einzelaktion von Konstantin Rausch war dann auch die große Chance für Hannover zur Führung, doch frei vor GSC-Keeper Nico Lauenstein schob der Links­außen am Tor vorbei (9.). Das war es dann mit Chancen für den Erstligisten in der ersten Hälfte, Nico Lauenstein konnte sich nicht einmal auszeichnen.
Erst Patrik Klimo, der nach der Pause Lauenstein ablöste, durfte dann einmal glänzen. Bundesliga-Schiedsrichterin Dr. Riem Hussein griff den „Roten“ mit einem generös zugesprochenen Strafstoß unter die Arme, doch Jan Schlaudraff scheiterte an Klimo (53.). Da stand es bereits 2:0 für die Kaiserstadt-Kicker. Das 1:0 hatte Muhamed Alawie erzielt. Dabei vernaschte er zunächst Karim Haggui und ließ dann auch Markus Miller im Tor der Gäste ins Leere hechten (41.). Das 2:0 war äußerst sehenswert. Ein schöner Diagonalpass auf Garrit Golombek, der marschierte die Linie runter, legte mit der Hacke auf den quirligen Tezcan Karabulut ab. Dieser passte genau in den Lauf von Mazan Moslehe, der dann überlegt ins lange Eck einschob (49.).
Angetrieben vom eifrigen Schulz, von einem oft auf verlorenem Posten wirkenden Schmiedebach und eifrigen Pinto versuchte Hannover, die Blamage abzuwenden. Und als Moslehe im Aufbau den Ball verlor, startete „96“ einen seiner schnellen Angriffe und Schmiedebach erzielte den Anschlusstreffer (55.). Doch was normalerweise ein Antrieb ist, der Partie noch eine Wende zu geben, entpuppte sich bei den „Roten“ nur als Strohfeuer. Stattdessen konnten die Kaiserstadt-Kicker noch einmal nachlegen. Justin Eilers, gerade zwei Minuten auf dem Platz, stellte nach erneut feiner Vorarbeit von Golombek den alten Abstand wieder her (68.).
Hatte Hannovers Trainer Mirko Slomka vor der Partie noch leutselig Autogramme gegeben, für ein Stadion-Interview zur Verfügung gestanden, sich eben als „der nette Herr Slomka“ präsentiert, war er nach der Partie doch ziemlich angefressen, war noch schneller in der Kabine verschwunden, als seine enttäuschende Elf. Da war es eigentlich nur Christian Schulz, der dem mit solchen Spielen verbundenen Auftrag der Fan-Pflege nachkam, aber er hatte sich ja auch von seiner Leistung her nichts vorzuwerfen.
Frank Eulberg hingegen hatte freilich eine vor Stolz geschwellte Brust, schließlich hatte seine Elf „einen Bundesligisten vorgeführt“. Dennoch blieb er insgesamt sachlich, bleibt dabei, die Partie als erfolgreichen Test für die Spiele gegen die spielstarken Teams von Werder Bremen II und Holstein Kiel zu betrachten. Ob er allerdings nicht insgeheim manchmal denkt, wie clever es war, eine Aufstiegsprämie auszuhandeln, bleibt sein Geheimnis.

Goslarer SC: Nico Lauenstein (46. Patrik Klimo) – Tim Rubink, Blerim Rrustemi (81.Semi Boog), Christopher Kolm, Nils Pölzing – Mirhudin Kacar (46. Peter Endres), Karsten Fischer – Garrit Golombek (76. Omar Fahmy), Tezcan Karabulut (76. Steve Ridder), Corvin Behrens (46. Mazan Moslehe) – Muhamed Alawie (66. Justin Eilers).

Hannover 96: Markus Miller – Sofian Chahed (5. Sascha Schünemann), Karim Haggui (66. Jannik Löhden), Felipe, Christian Pander, Christian Schulz, Lars Stindl (66. Fabian Pietler), Konstantin Rausch (46. Sergio Pinto), Manuel Schmiedebach, Jan Schlaudraff, Mame Diouf (66. Almir Kasumovic).

Tore: 1:0 Alawie (41.), 2:0 Moslehe (49.), 2:1 Schmiedebach (55.), 3:1 Eilers (68.).

Bes. Vorkommnisse: Klimo pariert Foulelfmeter von Schlaudraff (53.)