GSC erreicht den erhofften „Bonuspunkt“

Peter Endres steigt bei diesem Kopfballduell im eigenen Strafraum am höchsten. (Foto: Kluge)
 

Regionalliga: 1:1 im Spiel gegen das Spitzenteam von Holstein Kiel

Mit einer gehörigen Portion Glück holte der Goslarer SC in der Regionalliga einen weiteren der von Trainer Frank Eulberg erhofften „Bonuspunkte“. Dem Tabellenführer und heißen Meisterschaftsanwärter Holstein Kiel trotzte der GSC vor knapp 1.500 Zuschauern ein 1:1 (1:0) ab.
Dabei war das Spiel vorrangig von Taktik geprägt. Strafraumszenen waren Mangelware. Kiel zeigte sich ballsicher und souverän, wollte geduldig auf seine Chance warten. „Die kennen uns aus dem Eff-Eff, haben jedes unserer Spiele gesehen“, wusste Eulberg, denn die Kaiserstadt-Kicker spielten bislang immer gegen den nächsten Gegner Kiels. Und so tasteten sich die Mannschaften ab, keiner wollte die erste Lücke bieten. Chancen entstanden so zumeist auch aus Standards, wie der Kopfball-Aufsetzer, den Kiels Stürmer Marcel Schied an die Latte setzte (12.).
Die Ballsicherheit der Gäste gepaart mit den Umstellung beim GSC, wo Garrit Golombek auf der Sechs und Muhamed Alawie auf der Zehn spielen musste, führte dann auch gerade in den ersten 20 Minuten zu einem leichten Chancenplus der „Kieler Störche“. Allerdings kam Goslar dank der Sprintqualitäten von Mazan Moslehe immer wieder zu Kontermöglichkeiten. Hinten stand der GSC in der Folge besser. Karsten Fischer, vor der Saison selbst noch im Kieler Dress, zeigte, was die alten Kameraden an ihm verloren haben. Er war omnipräsent, gab keinen Zweikampf, keinen Ball verloren, ging dabei aber äußerst fair zur Sache. So sicherte er nicht nur vor der Abwehr sondern zeigte sich auch als unermüdlicher Ankurbler.
„Dass Kiel mehr vom Spiel haben würde, war vorher klar. Wir wollten Nadelstiche setzen“, sagte Fischer, der gestand, „ich bin platt.“ Damit sprach er im Prinzip für die ganze Mannschaft, die schließlich erst am Mittwoch ein äußerst laufintensives Spiel bei Werder Bremen II, der zweiten Toptruppe der Liga, hinter sich hatte. Doch reichte die Kraft noch zu dem ein oder anderen Sprint, vor allem bei Moslehe. Der hatte schließlich auch in Bremen noch gesperrt passen müssen. Gegen die „Störche“ nutzte er eine von Corvib Behrens weitergeleitete steile Kopfball-Verlängerung, zeigte sich im Sprintduell schneller als der Verteidiger und spitzelte den Ball aus dem Lauf am herauseilenden Kieler Keeper Jensen vorbei zum 1:0 (40.). Fast wäre nur eine Minute später der Ausgleich gefallen, doch traf Hebler auf der Gegenseite nur den Innenpfosten.
Ein Stürmer im eigenen Strafraum erwies sich Sekunden nach der Pause als fatal für Goslar. Moslehe wollte mit langem Bein den Ball weg schlagen, sah den heraneilenden Heider nicht, den er im Gesicht traf. Beim Strafstoß durch Hebler half diesmal kein Pfosten. Kiel wollte mehr als nur diesen Punkt, der GSC konnte nicht mehr. Da fehlten Eulberg einfach Alternativen, zu allem Überfluss war Karabulut auch noch angeschlagen zur Pause in der Kabine geblieben. So war der für ihn eingewechselte Justin Eilers der einzige, der noch offensiv ausgerichtet war, alles andere hatte die Defensive zu sichern. Da Kiel aber über die Konterqualitäten des GSC wusste, warfen sie auch nicht bedenkenlos alles nach vorne. So hatten beide Teams je noch eine Großchance, die von den Torhütern aber pariert wurden.
„Jeder hat seinen Job gemacht“, zeigte sich Eulberg mit dem „geschnappten Bonuspunkt“ sehr zufrieden. Jetzt gilt es Kräfte für die Partie am Freitag in Meppen zu sammeln. Dann werden wohl Karabulut, Lukac und auch Kacar wieder zur Verfügung stehen. Nicht ganz unwichtig, denn dann geht es um „Pflichtpunkte“.

Goslarer SC: Nico Lauenstein – Tim Rubink, Blerim Rrustemi, Christopher Kolm, Peter Endres – Garrit Golombek, Karsten Fischer – Tezcan Karabulut (46. Justin Eilers), Muhamed Alawie (61. Slavomir Lukac), Corvin Behrens – Mazan Moslehe.

Tore: 1:0 Moslehe (40.), 1:1 Hebler (48./Foulelfmeter)
Zuschauer: 1461