GSC überwintert an der Tabellenspitze

Oberliga Niedersachsen: Nullnummer gegen Heeslingen beschert Platz an der Sonne

Die Spiele gegen den TuS Heeslingen stehen in dieser Saison scheinbar unter keinem sonderlich glücklichen Stern für den Goslarer SC. Nachdem der erste Versuch bei 3:1 für die Kaiserstadt-Kicker in der 85. Minute wegen Gewitters abgebrochen wurde, endete die Wiederholungspartie bei heftigem Schneeregen auf dem Kunstrasenplatz des SV Rammelsberg 0:0. Zwar hat Goslar damit das Ziel, als Tabellenführer zu überwintern, erreicht, dafür aber auch Slavomir Lukac wegen einer Roten Karte eingebüßt.
Das Winterwetter tat dem Platz nicht gut, machte ihn noch schneller als Kunstrasen an sich schon ist. Hübsche Ballstafetten, gepflegtes Kombinationsspiel war da nicht möglich. Denn beim Kurzpassspiel wurde der Ball nach jedem Kontakt noch schneller und irgendwann dann nicht mehr zu kontrollieren. Also wurde viel mit „langem Hafer“, wie es GSC-Trainer Manfred Wölpper auszudrücken pflegt, agiert, sprich lange Bälle in grobe Richtung eigener Stürmer gespielt. So agierten beide Seiten, was somit nur zufällig einmal zu Strafraumszenen führte. Und die gab es dann eigentlich nur nach Ecken oder Freistößen.
So wogte die Partie hin und her, bis Schiedsrichter Benjamin Schmidt aus Laatzen Farbe in die Partie brachte. „Lukac hat den Ball geklärt, der Mittelstürmer von denen läuft in ihn rein und der Schiri pfeift“, schildert Wölpper die Szene, „alle denken es gibt Freistoß für uns.“ Doch Schmidt hatte das anders gesehen, schickte Lukac wegen „Notbremse“ vom Platz. „Und dann haben wir richtig gut gespielt“, lobte Wölpper sein Team, „in Unterzahl haben wir die eine Hälfte lang an die Wand gespielt.“
Doch es sprang nichts Zählbares heraus. Immer wieder kam ein Heeslinger mit seinem Fuß an den entscheidenden Pass, blockte den Torschuss oder dieser strich vorbei. Und auch vom Schiri fühlte sich der GSC weiter nicht sonderlich wohlwollend behandelt. „Bis auf zwei Spieler haben alle bei uns Gelb gesehen“, ärgerte sich Wölpper. Dann der letzte Angriff, Justin Eilers scheint sich durchgetankt zu haben und doch noch das erlösende Tor zu erzielen, als er fällt. Der Schiedsrichter pfeift, alles glaubt, er entscheidet auf einen „glasklaren Elfemeter“, wie Wölpper es sah. Doch stattdessen „hat er die Partie abgepfiffen“, wurmte sich der GSC-Trainer noch auf der abendlichen Weihnachtsfeier. „Der Verlierer bei solchen Schiedsrichtern ist doch der Fußball“, so Wölpper. Klar wären die Kaiserstadt-Kicker lieber mit einem Sieg zur Weihnachtsfeier gegangen, doch „wir sind Herbstmeister“, freut sich Wölpper, „und das ist erst einmal alles was zählt.“


Goslarer SC: Lauenstein – Nils Pölzing, Slavomir Lukac, Alessandro Caruso, Peter Endres – Mirhudin Kacar, Blerim Rrustemi – Tezcan Karabulut (89. Jörn Winkler), Muhamed Alawie, Corvin Behrens – Justin Eilers.

Schiedsrichter: Benjamin Schmidt (Laatzen)

Zuschauer: 150

Rote Karte: Slavomir Lukac (42./Notbremse)