GSC verpasst vorzeitigen Titel

Goslars Muhamed Alawie im Zweikampf. (Foto: Kluge)

Oberliga Niedersachsen: 2:2 gegen Ottersberg war zu wenig

Von Camillo Kluge, Goslar

Die vorzeitigen Meisterehren selbst zu erspielen, das hat der Goslarer SC am Samstag im eigenen Stadion vor etwa 500 Zuschauern verpasst. Das 2:2 (2:2) gegen den TSV Ottersberg war zu wenig. Der Grund war simple. „Wir haben fahrlässig Gegentore kassiert“, monierte GSC-Trainer Manfred Wölpper.
Vielleicht hatte es zu leicht begonnen. Gleich mit dem ersten Angriff nagelte Steve Ridder den Ball an die Querlatte des Gästegehäuses. Sorglos nach dem Motto „der nächste passt schon“ spielte der GSC, ließ den letzten Biss vermissen. Dennoch lag das Plus an klaren Chancen zunächst klar bei den Kaiserstadt-Kickern. Ottersberg machte allerdings einen guten Job. Sie spielten zwar aus einer massiven Abwehr, versuchten aber immer wieder früh zu stören und selbst anzugreifen.
Dennoch musste ihr Keeper Christian Rathjen in der ersten Hälfte einige Paraden zeigen. Beim 1:0 durch Peter Endres hingegen sah er zwar unglücklich aus, war aber machtlos. Aus dem rechten Mittelfeld schoss Endres einen Freistoß in den Strafraum, doch segelte der Ball durch Freund und Feind hindurch, sprang im Fünfer auch noch auf und dann ins Tor am verdutzten Rathjen vorbei (19.).
Doch Ottersberg zeigte sich alles andere als geschockt. Unverdrossen spielte der TSV weiter mit, suchte seine Chancen ohne sich allerdings in der Abwehr Blößen zu geben. So dauerte es keine fünf Minuten, bis der Ausgleich fiel. Einmal mehr war der ballführende Gegner nicht energisch attackiert worden, konnte kurz vor dem GSC-Strafraum querlegen und Johannes Ibelherr erzeilte mit einer halbhohen Direktabnahme den Ausgleich (24.)
Danach änderte sich zu wenig beim GSC. Es wurde überraschend viel miteinander gemeckert, über Absatzentscheidung gemault, dem Gegner aber weiter zu viel Platz gelassen. Dennoch gelang Steve Ridder mit einem genau passenden Pass in den Lauf des quirligen Tezcan Karabulut die Steilvorlage zum 2:1. Denn Karabulut, bis auf eine kurze Auszeit in der ersten Hälfte einer der besten Kaiserstadt-Kicker, hob den Ball aus dem Lauf am Gegenspieler vorbei über den Keeper ins lange Eck und ließ sich zu recht feiern (35.).
Doch erneut folgte der Gegentreffer prompt. Erneut Ballverlust auf der linken Seite, weil auf den Ball gewartet wird anstatt dem Pass entgegen zu gehen. Der pfeilschnelle Alexander Neumann sprintet auf und davon, Innenverteidiger Slavomir Lukac riskiert bei einer Grätsche die Rote Karte und baut auf Keeper Nico Lauenstein, der aber gegen den cleveren Schlenzer Neumanns machtlos ist (39.).
In der zweiten Hälfte drängte der GSC immer mehr, fand aber kein spielerisches Mittel die geschickt verteidigenden Gäste zu knacken. Zudem hatten sie auch Pech, nicht nur mit den meist einen Moment zu spät geschickten Pässen auf den dann im Abseits befindlichen Muhamed Alawie. Das Tor, das Corvin Behrens noch erzielte, wurde ebenfalls wegen Abseits nicht gegeben, ein Handspiel im Ottersberger Strafraum nicht geahndet.
„Wenn wir zwei Mal in Führung gehen, reicht das normalerweise für uns“, murrte Wölpper, „doch die Ausgleichstreffer fielen viel zu schnell.“ Dennoch kann der GSC mit einem Sieg am 2. Juni in Rheden den Titel des Niedersachsenmeisters noch ganz allein erobern.

Goslarer SC: Nico Lauenstein - Tim Rubink, Alessandro Caruso, Slavomir Lukac, Peter Endres - Blerim Rrustemi (68. Jörn Winkler), Mirhudin Kacar - Tezcan Karabulut, Steve Ridder (87. Mehdi Mohebieh), Corvin Behrens (68. Filip Sajbidor) – Muhamed Alawie.

Tore: 1:0 Peter Endres (19.), 1:1 Johannes Ibelherr (24.), 2:1 Tezcan Karabulut (35.), 2:2 Alexander Neumann (39.).