Hannoveraner Timo Kuhlmann läuft allen davon

Das Läuferfeld kurz nach dem Start des Laufes über 4,7 Kilometer.

Erster Lauf der 35. Harzer Talsperrenserie mit 128 Läufern / Sonnabend geht es um die Granetalsperre

Schulenberg / Okertalsperre (haju). Den Auftakt der nun schon 35. dreiteiligen Harzer Talsperrenserie am Sonnabend konnte das veranstaltende Läufer-Team Oker bei ganz hervorragenden äußeren Bedingungen durchführen. Ganz selten in den vergangenen 34 Jahren war es so schön wie in diesem Jahr mit rund 16 Grad Celsius und Sonnenschein. Für einen Spätherbsttag war es eigentlich viel zu warm, und so war die Stimmung nicht nur bei den Läufern, sondern auch bei den zahlreichen Zuschauern, Betreuern, Trainern sowie der mitangereisten Angehörigen sehr gut.
Genau 147 Läufer und Läuferinnen aus der näheren und weiteren Umgebung, von Hannover bis Göttingen, hatten sich angemeldet, doch krankheitsbedingt (Grippe) gab es unerwartet viele Ausfälle; so waren es am Ende doch noch 128, genau wie im Vorjahr, die das Ziel erreichten. Die Strecke war durch Forstarbeiten, besonders in einigen Kurven, doch sehr weich und matschig, dennoch gab es keine Einsätze für das DRK Oker. Das Läufer-Team Oker hatte das neue Zelt zum Umkleiden und Deponieren der wärmenden Kleidung aufgebaut; die Startunterlagen gab es in diesem Jahr bei dem schönen Wetter vor dem Zelt.
Nachdem es zunächst noch bedeckt war, kam pünktlich zum Start der Kurzstrecke und Nordic Walker die Sonne. Yannick Lowin (LG Göttingen) durchlief allein aus der rund 4,6 Kilometer Wendepunktstrecke, wie eigentlich auch erwartet, nach nur 15:42 Minuten das Ziel. Mit schon 47 Sekunden folgte der Sieger der männlichen Jugend, Alexander Fürle (TSV Eintracht Wolfshagen), und gefolgt von Malte Frenzel (SV Borussia Salzgitter), ebenfalls noch Jugendlicher. Als 8. schon erreichte Annika Riedel (TSV Eintracht Wolfshagen), eine sehr ehrgeizige B-Schülerin, das Ziel. Annika hat sich in dieser Saison unheimlich gesteigert und wird in ihrer Altersklasse im 800-Meter-, 2.000-Meter- und Fünf-Kilometer-Lauf an erster Stelle geführt. Anne Zeyen (Friedland) und Anja Doerks (TSG Bad Harzburg) folgten ihr als 19. und 20. im Gesamtzieleinlauf.
Im Starterfeld der 59 Kurzstreckler über 4,6 Kilomter, von gleich vier Achtjährigen, Tim-Alexander Tappe aus Wolfshagen, bis zum 73-jährigem Wilfried Fischer aus Warzen waren alle Altersklassen vertreten, darunter allein sieben vom Läufer-Team. Die Walker wurden wieder von Johannes Woll (TSG Bad Harzburg) angeführt, aber Thomas Heise (LG Osterode), der verletzungsbedingt nicht laufen konnte und mitwalkte, war ihm dicht auf den Fersen.
Dann folgte, nach dem obligatorischen Startfoto für die Serienurkunde, der Start des Hauptlaufes. Waren es beim Lauf über 4,6 Kilometer fast ähnliche Teilnehmerzahlen wie im Vorjahr (+2), stellten sich zum 14,6-Kilometer-Lauf in diesem Jahr nur 63 (-2) am Start auf.
Nach dem Startschuss setzte sich der hinter der Startlinie dichtgedrängde Läuferpulk schnell in Bewegung und zog sich zu einer langen, bunten Läuferschlange auseinander, die dann in nur wenigen Minuten sich immer weiter auseinanderzog, um dann im Wald ganz zu verschwinden. Nun hatten die Helfer vom Läufer-Team eine kleine Kaffee-Pause und konnten sich in Ruhe zunächst auf den Durchlauf nach einer Runde (7,2 Kilometer) und dann auf den Einlauf vorbereiten. Den durchlaufenden Läufer/innen wurden die Zwischenzeiten angesagt und mit aufmunternden Worten in die zweite Runde geschickt. Aus der ers­ten Runde kam Timo Kuhlmann (Blade Runner/LG Hannover) allein nach über 24 Minuten, sein Vorhaben den Streckenrekord anzugreifen war da schon gescheitert, denn die 46:23 Minuten von Sascha Diehr (VfL Wolfsburg) konnte er nach dieser Zwischenzeit nicht mehr unterbieten.
Als Zweiter folgte der grippegeschwächte Vorjahressieger Sebastian Hanelt (LG Göttingen/ Seesen) vor Vitali Müller (Hannover). Bei den Frauen zeigte Janna Fangmann (LG Göttingen) einen starken Lauf, trotz noch leichter Erkältung. Nach und nach, allein oder in kleinen Gruppen, durchliefen dann alle den Start- und Zielplatz. Kaum nahmen die Letzten die 2. Runde in Angriff, da wurde schon der Sieger angekündigt. Timo Kuhlmann hatte seinen Vorsprung auf über vier Minuten ausgebaut und lief die 2. Runde unter 24 Minuten. Hanelt lief vernünftigerweise sein Rennen locker nach Hause und hatte im Ziel immerhin noch um über zwei Minuten Vorsprung vor Müller. Bereits als 4. war Hubertus Bartkow­ski (TVG Hattorf) in diesem Jahr schnellster Läufer aus der Region. Die kleine Göttinger Studentin Janna Fangmann lief schon als 10. nach 1:01,39 Stunden ins Ziel; damit verbesserte sie ihre Zeit aus dem Vorjahr um fast 30 Sekunden. Ihr folgten als 15. Maike Mahnkopf (LG Volkersheim) in guten 1:03,11 und Gaby Gooß (MTV Freiheit/OHA).
Mit mehr oder minder großen Rückständen kamen dann alle wieder aus der Strecke zurück, und nach knapp zwei Stunden war der Auftakt der 35. Harzer Talsperrenserie schon Geschichte. Bei warmem Tee wurde der Flüssigkeitsverlust schnell wieder aufgefüllt, die durchgeschwitzte Kleidung gewechselt, noch ein bisschen ausgelaufen, diskutiert und ab nach Hause. Die Mitglieder des Läufer-Teams bauten schnell ihr Zelt ab, packten wieder alles ein, säuberten den Start- und Zielplatz und gegen 17 Uhr, nur drei Stunden nach Startbeginn, war es am Start- und Zielplatz am Ende der Okertalsperre wieder völlig leer und ruhig.
Das Läufer-Team Oker war mit dem Auftakt seiner 35. Talsperrenserie sehr zufrieden; zwar gab es keine erneute Steigerung der Teilnehmerzahlen – am Wochenende waren noch weitere Laufveranstaltungen in Braunschweig; bei dem relativ warmen Herbstwetter verlief die Veranstaltung reibungslos, und das DRK Oker hatte keinen Einsatz.
Am kommenden Sonnabend, 5. November, wird die Serie mit dem 2. Lauf „Rund um die Granetalsperre“ fortgesetzt. Dieser Lauf ist der 19. und vorletzte Wertungslauf des Südniedersachsen-Cups und zählt mit seinen Steigungen zu einer echten Herausforderung. Bislang sind schon weit über über 200 Meldungen in die Startlisten aufgenommen.