Heute springen die Frauen auf dem Wurmberg

Juliane Seyfahrt (v.l.) und Melanie Faisst sind die deutschen Athletinnen, die sich unter der regie ihres Trainers Daniel Vogler viel vorgenommen haben. Daniela Iraschko und ihr Trainer Josef Waluschnig gehen den Wettbewerb gelassen vom Spitzenplatz aus.

Continental-Cup-Damen Skispringen geht auf der Wurmbergschanze in Braunlage über den Bakken

Heute ist es endlich soweit: Das erste Continental-Cup-Damen Skispringen geht auf der Wurmbergschanze in Braunlage über den Bakken. Dabei ist der Wettkampf Premiere und Bewerbung zugleich. Denn wenn in der kommenden Wintersaison der Weltcup auch bei den Damen eingeführt wird, werden wohl nur drei Wettbewerbe in Deutschland der Serie zugezählt. Und dazu dient dem ausrichtenden WSV Braunlage das Springen an diesem Wochenende.


Von Camillo Kluge


Die sportlichen Voraussetzungen passen. Bis auf das italienische Team, das aufgrund des Todes der Springerin Simona Senoner nicht startet, sind alle Topspringerinnen vor Ort. Gespannt sein darf man, ob die Seriensiegerin dieses Winters, Daniela Iraschko, auch am Wurmberg das Maß aller Dinge sein wird. Vielleicht gelingt es ihr ja sogar, den seit 2003 bestehenden Schanzenrekord von 101 Meter zu brechen. „Bislang läuft die Saison komplett nach Plan“, sagt Iraschko, die sich sicher ist, dass es in Braunlage „lässige Wettkämpfe sein werden.“
Dass sie mit „lässig“ nicht meint, dass Springen sei ein Selbstläufer, sondern dass sie von einer gelungenen Veranstaltung spricht, wird durch Josef Waluschnig, Trainer der Österreicherinnen untermauert. Auch er freut sich auf „ein lässiges Springen“, ist ansonsten mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. „Die Führende und die Sechstplatzierte stellen wir“, sieht er die Erwartungen erfüllt.
In diese österreichische Phalanx einbrechen möchte Deutschlands Disziplintrainer Daniel Vogler. Mit dem stärksten Aufgebot ist das deutsche Team angerückt und Vogler zuversichtlich, „dass wir einen Podestplatz erreichen.“ Aussichtsreichste Kandidatin ist da Melanie Faisst. Die hübsche Schwarzwälderin rangiert derzeit auf Platz fünf des Gesamtklassements und sprang Anfang Januar in Schonach auf Platz drei. „Das ist bislang meine beste Saison“, sagt Faisst den auch, und das obwohl „sie gar nicht so gut gestartet ist.“
Mit Juliane Seyfahrt ist immerhin eine weitere Springerin am Start, die sich schon unter den Top-Ten platzieren konnte. Ihre Zwischenbilanz nüchtern: „Ich hatte ein paar ganz ordentliche Sprünge.“ Aber auch zwei Disqualifikationen wegen zu großer Ski.
Das Training am Freitag musste erneut abgeblasen werden. Das Wetter ließ kein sicheres Training zu. Doch für heute und morgen sind leichte Winde aus Südwest angesagt. „Das ist gut für die Schanze und stört die Springer nicht“, so Rennleiter Hannes Westphal. Der Regen habe dem Schnee die nötige Dichte verliehen, so Westphal, der eine bestens präparierte Anlage verspricht. Mit den Partys am Fuße der Wurmbergseilbahn ist auch für ein stimmungsvolles Rahmenprogramm gesorgt. Dort werden auch die Siegerehrungen durchgeführt. Zudem sollten die freien Straßen in den Harz hinauf einen ordentlichen Zuschauerzuspruch ermöglichen. Es ist also alles bereitet für eine ordentliche Premiere und eine gelungene Bewerbung.