Kalter Auftakt der 36. Talsperrenserie in Oker

Gut 100 Teilnehmer machten sich bei der Auftaktveranstaltung der 36. Talsperrenserie bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf den Weg. Am Samstag geht es mit dem Lauf um die Granetalsperre weiter.
 

Andreas Gerrits siegt bei den Herren / Julia Deppe gewinnt gleich bei ihrem ersten Lauf

Empfindliche Kälte um 0 Grad Celsius fanden die gut 100 Teilnehmer der Auftaktveranstaltung der 36. Harzer Talsperrenserie des Läufer-Teams Oker am Start an der Vorsperre vor. Kein Vergleich mit dem sonnigen Spätherbsttag des Vorjahres. Da blieben einige angemeldete Läufer doch lieber zu Hause, diverse Nachmeldungen stockten die Felder wieder auf. So waren es am Ende 103 Läufer und Läuferinnen von Mühlheim, Jena, Naumburg, Varel, Hannover, Alfeld, Peine, Hildesheim, Göttingen und natürlich aus der näheren Umgebung, die an den beiden Läufen teilnahmen. Nur ganz wenige Zuschauer, Betreuer, Trainer oder mitangereiste Angehörige trotzten dem Wetter, aber das Läufer-Team hatte warmen Kaffee, Kuchen, Würs­tchen und Tee zur Stärkung und zum Aufwärmen vorbereitet. Die Talsperre war wie immer im Herbst ziemlich leer, was doch wieder einige erstaunte. Durch den Marathonlauf am Sonntag in Braunschweig kamen aus diesem Einzugsbereich keine Läufer/innen an den Start, was die leichten Einbuße (-30 Läufer und Läuferinnen) gegenüber dem letzten Jahr erklärt.
Die Kurzstrecke beherrschten die beiden M 45er Jörg Flohr (Mühlheim) und Heiko Schwenn (Uwe`s Lauftreff Osterode) sicher. Markus Gattermann (TVG Hattorf) als Sieger der männlichen Jugend wurde Dritter. Schnellste Läuferin wurde als Achte – wie im Vorjahr – Annika Riedel (TSV Eintr. Wolfshagen), die allerdings nur locker mitlaufen sollte. Annika hat sich in dieser Saison weiter gesteigert und wird in der diesjährigen Landesbestenliste in ihrer Alters­klasse im 800 Meter-, 2000 Meter- und 5 Kilometerlauf jeweils an erster Stelle geführt. Gabriele Schröder-Gewehr (TUS CLZ) wurde bei den Frauen Zweite.
Im Starterfeld der 46 Kurzstreckler über die circa 3,5 Kilometer lange Rundstrecke waren alle Altersklassen vertreten, darunter sechs vom veranstaltendem Läufer-Team. Die Walker führte ein weiteres Mal Johannes Woll (TSG Bad Harzburg) an.
Nach dem Startschuss setzte sich das bunte Läuferfeld schnell in Bewegung und schon bald wurde es lange eine Läuferschlange, die sich in kurzer Zeit immer weiter auseinander zog und dann im Wald nicht mehr zu sehen war. Nun gab es für die Helfer vom Läufer-Team eine kleine Kaffee-Pause, bevor die beiden Führenden aus der ersten von vier zu laufenden Runden zurückkamen. Wie erwartet waren dies Andreas Gerrits (LG ovag Friedberg-Faurbach/Student in Göttingen) und der siebenfache Seriensieger Sebastian Hanelt (LG Göttingen/Seesen). Hanelt hatte durch Knieprobleme eine mehrmonatige Trainingspause einlegen müssen, aber er zeigte schon wieder ansteigende Form. Gerrits löste sich dann von Hanelt und hatte schon einen größeren Vorsprung, den Hanelt allerdings noch verkürzen konnte. Andreas Gerrits siegte schließlich in 43:46 Minuten vor Hanelt und dem Alfelder Rolf Kokemüller (LAV Alfeld). Vierter wurde Nils Oslislok aus Salzgitter. Bei den Frauen fehlte Vorjahressiegerin Janna Fangmann (LG Göttingen), sie ist zurzeit mit Prüfungen voll ausgelastet. Julia Deppe eine Handballerin von der HSG Rhumetal war erstmals bei einem Lauf des Läufer-Teams an der Okertalsperre und gewann gleich vor den beiden Einbeckerinnen Jutta Huft und Ina Strohmeier. Nach und nach, meist allein oder in kleinen Gruppen, durchliefen dann alle das Ziel.
Nach gut zwei Stunden war der Auftakt der 36. Harzer Talsperrenserie schon wieder Geschichte. Beim warmen Tee wurde der Flüssigkeitsverlust schnell wieder aufgefüllt, sich aufgewärmt, die durchgeschwitzte Kleidung gewechselt, noch ein bisschen ausgelaufen und diskutiert, bevor es zurück nach Hause ging. Die Mitglieder des Läufer-Teams bauten schnell das Zelt ab, packten wieder alles ein, säuberten den Start- und Zielplatz und gegen 17 Uhr, nur drei Stunden nach Startbeginn, war der Start- und Zielplatz auf der Vorsperre der Okertalsperre, wieder völlig leer, sauber und ruhig.
Das Läufer-Team Oker war mit dem Auftakt seiner 36. Talsperrenserie sehr zufrieden, zwar gab es weniger Teilnehmer als bei anderen Veranstaltungen, was aber bedingt durch weitere Veranstaltungen am Wochenende war. Bei dem relativ kalten Herbstwetter verlief die Veranstaltung reibungslos, nur eine kleine Sturzverletzung hatte das DRK Oker zu verbinden.
Am kommenden Samstag, 3. November, wird die Serie mit dem 2. Lauf „Rund um die Granetalsperre“ fortgesetzt. Dieser Lauf ist der 19. und vorletzte Wertungslauf des Südniedersachsen-Cups und zählt mit seinen Steigungen zu einer echten Herausforderung. Der Hauptlauf wird wieder als Walter Witte Gedächtnislauf ausgetragen. Walter Witte vom LAV Alfeld, der im Vorjahr verstarb, nahm von 1979 bis 1996 an 14 Serien teil, von denen er elfmal als Klassensieger die Heimreise nach Hohenbüchen bei Alfeld antreten konnte. Der Lauf um die Granetalsperre war einer seiner Lieblingsläufe. Allein achtmal blieb er unter 50 Minuten und seine persönliche Bestzeit lief er 1985 als 45-Jähriger mit 47:12 Minuten. Mit dieser Zeit könnte er auch heute noch mit den Besten mithalten.
Bislang sind schon knapp 200 Meldungen aus genau 100 Vereinen/Wohnorten in die Startlisten aufgenommen.