Karabulut mit Bärendienst beim 2:0-Sieg

 

Erneut ein Platzverweis beim Spiel des GSC gegen Hildesheim / Behrens und Alawie treffen

Goslar (cfk). Mit 2:0 (1:0) den Gast VfV Borussia Hildesheim bezwungen, dennoch war Manfred Wölpper, Trainer des Goslarer SC, nach dem zweiten Sieg im vierten Saisonspiel der Oberliga nicht wirklich zufrieden. Freilich haderte er nicht mit dem Ergebnis und auch die Spielweise und der Einsatz seiner Truppe gaben wenig Anlass zur Kritik, doch war es wieder einmal eine Undiszipliniertheit, die ihn in Rage versetzte und der Mannschaft einen Bärendienst erwies.
Tezcan Karabulut war in Hälfte eins bereits für ein äußerst überflüssiges Foul im Halbfinale mit der Gelben Karte bedacht worden. „In der Pause habe ich ihn noch vorgenommen, ihn gefragt, ob er es ohne weitere Karte schafft“, sagte Wölpper nach der Partie. Und dennoch ließ sich der quirlige Wirbelwind, der mit seinen starken Dribblings ebenso begeistert wie er mit seinen Mätzchen und Schauspiel-Einlagen verärgert, zu einer dummen Schwalbe hinreißen. Der unspektakulär und ruhig leitende Schiedsrichter Dirk Schröer hatte gar keine andere Wahl, als Karabulut mit Gelb-Rot zum Duschen zu schicken (63.), und das nach gerade abgelaufener Rotsperre.
Auch die Partie an sich lieferte nicht unbedingt viele neue Erkenntnisse. Zwar gelang durch den enorm agilen Corvin Behrens eine sehr frühe Führung (4.), doch brachte das weder Ruhe in das Spiel der Kaiserstadt-Kicker, noch wurde der Vorsprung ausgebaut. Chancen dazu waren reichlich vorhanden. Doch der Gast ließ sich auch nicht so leicht unterkriegen. Zwar bestimmte weniger filigrane Technik denn aufopferungsvoller Kampf das Spiel der Borussen, dennoch gelang es ihnen in der ersten Hälfte, den GSC eine Weile stark in der eigenen Strafraumnähe zu beschäftigen. Allerdings präsentierte sich der Deckungsverbund mit Rubink, Lukac, Caruso und dem enorm fleißigen Pölzing doch recht solide, dazu die Abräumer Endres und Kacar davor. Nach und nach verpuffte dann auch der Kampfesmut der Gäste und der GSC erarbeitete sich wieder mehr Spielanteile und eben eine Vielzahl an – ungenutzten – Chancen.
Auch nach der Pause ging es so weiter. Karabulut, Alawie und Behrens versäumten wirklich hochkarätige Einschuss­möglichkeiten. Als dann Karabulut für eine Überzahl der Gäste gesorgt hatte, witterten die noch einmal Morgenluft. Mit der Brechstange rannten sie nun auf den Strafraum des GSC zu, aber erfolglos. Stattdessen blieb Goslar, das nun Alawie als einzige Spitze an der Mittellinie lauern ließ, stets brandgefährlich. Zumal Behrens, Sajbidor oder eben auch der laufstarke Pölzing mit nach vorne stürmten.
Zu gut meinte es Alawie etwa zehn Minuten vor Schluss, als er Gästekeeper Blaus schon ausgespielt hatte. Statt aus spitzem Winkel aufs Tor zu halten, wo ein Borussen-Feldspieler Position bezogen hatte, versuchte er Sajbidor aufzulegen, verzog aber die Flanke deutlich. Wenige Minuten später machte er es besser. Erneut Konter, Alawie lässt zwei Gegenspieler stehen, und schließt aus fünf Metern flach unter dem herausstürmenden Blaus durch zur Entscheidung ab (83.). „Wichtig ist, dass wir drei Punkte geholt und mal wieder zu Null gespielt haben“, sagte Wölpper.

Goslarer SC: Nico Lauenstein – Tim Rubink, Slavomir Lukac, Alessandro Caruso, Nils Pölzing – Mirhudin Kacar, Peter Endres – Tezcan Karabulut, Filip Sajbidor (89. Patrick Czaja), Muhamed Alawie (90. Jose Antonio Garcia), Corvin Behrens (86. Jörn Winkler)