„Manchmal tut es weh, Recht zu behalten!“

Regionalliga Nord: Goslarer SC08 kommt in Cloppenburg beim 1:5 unter die Räder

Zwischendurch war sich Frank Eulberg schon wie der einsame Rufer in der Wüste vorgekommen. Kein Mensch hatte ihm abgenommen, dass das Prunkstück der Oberliga-Saison beim Goslarer SC nicht ausreichend für die Regionalliga sei. Doch spätestens nach dem 1:5 (0:2) beim Mitaufsteiger BV Cloppenburg und somit elf Gegentoren nach vier Liga-Spielen, dürften auch letzte Optimisten den Worten des GSC-Trainers Glauben schenken. „Manchmal tut es weh, Recht zu behalten“, wäre Eulberg gerne eines anderen belehrt worden.
Dabei startete Goslar in Cloppenburg ganz ordentlich. Taktisch etwas durcheinander gewürfelt mit Tezcan Karabulut als Spitze, dafür Steve Ridder als Zehner sowie Tim Rubink als Innenverteidiger gegen die hünenhaften Gastgeber und Slavomir Lukac auf der Position außen nahm der GSC zunächst das Heft in die Hand. Allerdings ohne zählbaren Erfolg. Den hatte der BV Cloppenburg, der gleich mit seinem ersten Schuss auf das Tor von Nico Lauenstein zur Führung traf. Nur wenige Minuten später erfolgte dann der nächste Tiefschlag für die Kaiserstadt-Kicker. Innenverteidiger Christopher Kolm rasselte mit BVC-Stürmer Tim Wernke heftig zusammen. Doch während Wernke weiter spielen konnte, nach der Pause sogar noch einen Treffer markierte, musste Kolm mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden und dort auch bleiben. „Eine genaue Diagnose habe ich noch nicht“, konnte Eulberg auch am Morgen danach nichts Konkretes zur Verletzung des GSC-Pechvogels sagen. Nur „mit ihm fällt jetzt die fünfte Stammkraft aus“, so Eulberg.
Für Kolm kam Semi Boog auf den Platz. Der junge Nachwuchsspieler versuchte zwar ordentlich mitzuhalten, musste allerdings doch einiges Lehrgeld zahlen. „Ich mache ihm absolut keinen Vorwurf“, betonte Eulberg, dem einfach nach dem Ausfall von Alessandro Caruso und nun Kolm Alternativen fehlen. Schließlich wurde auch noch ein zweifelhafter Strafstoß wenige Minuten vor der Pause vom BVC zum 2:0 genutzt.
Eine mögliche Aufholjagd nach der Pause verdarb sich der GSC dann durch individuelle Patzer, mit denen er die Gastgeber zum Torschießen einlud, selbst. Zwar keimte durch das 1:3 von Garrit Golombek nach einem Eckstoß noch einmal kurzfristig Hoffnung auf, doch dann kassierte Nils Pölzing die „Ampelkarte“ wegen wiederholten Foulspiels. Ein weiterer Schnitzer ermöglichte Cloppenburg schnell wieder den alten Abstand herzustellen. Als knapp eine Viertelstunde sogar noch das 5:1 für die Gastgeber erzielt war, beschränkte sich der GSC auf das Verteidigen, die Hausherren schonten Kräfte.
Sieg gegen Havelse, 3:3 gegen Wolfsburg, doch zwei Niederlagen gegen Mitaufsteiger stehen nun zu Buche, wirken auf den ersten Blick gar kurios. „Eigentlich ist es logisch“, widerspricht Eulberg. „Gegen die Etablierten stehen wir tiefer und kontern“, begründet er, „gegen Mitaufsteiger versuchen wir das Spiel zu machen.“ Und dann sind die Kaiserstadt-Kicker selber anfällig für Konter.
Kommenden Samstag gastiert der VfB Oldenburg in der S-Arena. Um den Zuschauern wieder feinen und möglichst erfolgreichen Fußball zu bieten, ist diesmal wohl weniger der Trainer gefragt als die medizinische Abteilung. Denn „ohne Fünf“ – Justin Eilers, Mirhudin Kacar, Alessandro Caruso, Christopher Kolm und Blerim Rrustemi – hat man nicht nur beim Skat nicht die allerbesten Karten.

Goslarer SC: Nico Lauenstein – Slavomir Lukac, Tim Rubink, Christopher Kolm (18. Semi Boog), Peter Endres – Karsten Fischer, Nils Pölzing – Garrit Golombek (75. Omar Fahmy), Steve Ridder, Corvin Behrens (46. Mazan Moslehe) – Tezcan Karabulut

Tore: 1:0 Gerdes (10.), 2:0 Krohne (40./Foulelfmeter), 3:0 Wernke (53.), 3:1 Golombek (62.), 4:1 Thomes (69.), 5:1 Krohne (77.)

Schiedsrichter: Wenzel (Gnarrenburg)

Gelb-Rote Karte: Pölzing (63.) wegen wiederholten Foulspiels