Polter und Madlung sorgen für Wolfsburger Sieg

Mit diesem Kopfball scheitert Alawie (19) um wenige Zentimeter am Wölfe-Tor. (Foto: Kluge)
 
Wolfsburgs Josue (v.l.) konnte genauso bewundert werden wie der potentielle Zugang Fahmy und der erneut bärenstarke Rrustemi. (Foto: Kluge)

GSC verkauft sich im Freundschafstspiel gegen Magath-Elf hervorragend / Rund 1500 Fußballsfans sehen Partie

Von Camillo Kluge, Goslar

Gut verkauft hat sich der Goslarer SC beim 0:2 (0:1) gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg. Bei einem Eintrittspreis von fünf Euro pro Person wurde zudem der Zuschauerrekord der S-Arena auf offiziell 1571 Fußballfans geschraubt. Diese durften sich an einem recht schnellen und abwechslungsreichen Spiel erfreuen, zudem auch der künftige Regionalligist sein Scherflein beitrug.
Die erste Großchance ging nämlich auf das Konto der Kaiserstadt-Kicker. Doch nach einem Konter setzte Muhamed Alawie aus relativ spitzem Winkel seinen Kopfball zwar über den herausstürmenden Gästekeeper Marvin Hitz, aber auch knapp am Pfosten vorbei. Auch Corvin Behrens hatte eine Einschussmöglichkeit, doch auch sein Schuss traf nicht ins Ziel.
Goslar schlug sich insgesamt sehr beachtlich. Das Bollwerk Alessandro Caruso und Slavomir Lukac stand auch gegen die Bundesliga-Profis seinen Mann und ließ wenig zu. Selbst wenn die Wölfe vielleicht nicht immer Vollgas gaben, der GSC verkaufte sich sehr ordentlich, stellte sogar den „besten Mann der ersten Hälfte auf dem Platz“, wie GSC-Trainer Manfred Wölpper sagte, denn Blerim Rrustemi überzeugte nicht nur seinen Coach spielerisch sowie kämpferisch.
Und noch einer nutzte seine Chance auf der großen Bühne. Gastspieler Omar Fahmy zeigte sich enorm spritzig und quirlig. „Wir werden uns sicher noch einmal zusammen setzen“, signalisierte Wölpper nach Abpfiff Interesse an dem Stürmer aus Hildesheim.
Er könnte die Nachfolge von Filip Sajbidor antreten. Schon vor der Partie verriet Hauptsponsor Folkert Bruns, dass Sajbidor zum Saisonende den Verein verlasse, brachte ihn mit Drochtersen in Verbindung. „Da muss er einfach mal draufhalten“, erläuterte Wölpper nach Abpfiff seinen Wutausbruch über eine Aktion von Sajbidor kurz vor Schluss. Er hatte Torwart Patrick Drewes, der in Hälfte zwei im VfL-Kasten stand, bereits ausgespielt. Doch statt aus fünf Metern draufzuhalten, versuchte er noch einmal quer zu legen und der VfL konnte den verdienten Anschlusstreffer verhindern.
Sebastian Polter hatte kurz vor der Pause den Gast per Kopf in Führung gebracht. Ein abgefangener Angriff des GSC, Wolfsburg schaltet schneller, und eine abgefälschte Flanke genau auf den Kopf Polters ließen sowohl Caruso als auch Keeper Patrik Klimo keine Chance. Auch der zweite Treffer, den Alexander Madlung mit einem Volleyschuss erzielte, war nicht zu halten. Obwohl der da im Kasten stehende Falco Romainschick, Stammkeeper Nico Lauenstein musste arbeiten, noch mit den Fingerspitzen am Ball war.
„Jeder junge Fußballer träumt von der Bundesliga, hat das Ziel, da mal hinzukommen“, sagte Nils Pölzing nach der Partie. Die Unterschiede, auch wenn sie an diesem Abend nicht eklatant waren, fielen dennoch auf. „Deren Spiel ist schon flüssiger und schneller“, so Pölzing, der das Duell aber genoss.
Nicht so glücklich schaute hingegen Kapitän Christopher Kolm drein. „Ich habe mir das Knie verdreht“, erläuterte der sich selbst zum „Pechvogel der Saison“ kürende „Kolle“, warum er nicht eingesetzt wurde. Aber er versprach: „Nächste Saison greife ich wieder voll an.“
Am Samstag soll ab 15 Uhr erst einmal die nächste Feier in der S-Arena steigen, dann gegen den TSV Ottersberg. Denn mit einem Sieg wäre die Niedersachsenmeisterschaft unter Dach und Fach. Insofern war für Wölpper eigentlich die wichtigste Erkenntnis aus dem Spiel gegen die Wölfe, dass sich keiner seiner Spieler verletzt hatte. „Und bis Samstag ist genug Zeit zur Regeneration“, so Wölpper.

GSC: Patrik Klimo (46. Falco Romainschick) – Nils Pölzing (57. Jose Antonio Garcia), Slavomir Lukac, Alessandro Caruso, Pter Endres (57. Savas Turhal) – Blerim Rrustemi (72. Omar Fahmy), Mirhudin Kacar (46. Steve Ridder) – Tezcan Karabulut (46. Filip Sajbidor), Omar Fahmy (46. Jörn Winkler), Corvin Behrens (60. Mehdi Mohebie) – Muhamed Alawie (80. Corvin Behrens).

Tore: 0:1 Polter (41.), 0:2 Madlung (70.).