Rauschende Aufstiegs-Feier beim Goslarer SC

Muhamed Alawie hat gerade den Ball zum 1:0 über die Linie gedrückt. (Foto: Kluge)

Oberliga Niedersachsen: Kaiserstädter bezwingen Göttingen 05 mit 5:1 / Teczan Karabulut „Man of the Match“

Von Camillo Kluge, Goslar

Tezcan Karabulut strahlte über das ganze Gesicht, dabei hat ihn Trainer Manfred Wölpper vor ein paar Minuten vom Platz genommen. Allerdings in dem Fall eher, um Karabulut Sonderapplaus der gut 300 Zuschauer zu gönnen. Denn er war an allen vier Treffern, die dem GSC bis zu seiner Auswechslung beim 5:1 (3:0) über den RSV Göttingen 05 gelangen, aktiv beteiligt.
Dabei hielt nicht nur Karabulut das Versprechen, das Wölpper vor der Oberliga-Partie gab. Die ganze Mannschaft versuchte ein Feuerwerk abzubrennen, und das gelang ganz gut. Allerdings war es auch ein Verdienst der Gäste, die nicht wie schon manch anderes Team in der S-Arena den Schwanz einklemmten und sich einen Punkt ermauern wollten, sondern der RSV versuchte mitzuspielen und dem Tabellenführer Paroli zu bieten. Das gelang zunächst auch ganz manierlich auf dem patsch­nassen Rasen, der einen aufspringenden Ball kaum noch unter Kontrolle bringen ließ.
Doch schlugen sich die Gäs­te ganz wacker, lediglich in Sachen Lufthoheit war gegen Jörn Winkler, der den verletzten Justin Eilers ersetzte, kein Mittel zu finden. So wogte die Partie hin und her mit einem leichten Chancen-Plus für die Kaiserstadt-Kicker. Doch dauerte es fast eine halbe Stunde, ehe sich Karabulut auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durcharbeitete, scharf und flach nach innen passte. Während die Gegner am Ball vorbei grätschten, stand Muhamed Alawie, der einmal mehr eine enorme kämpferische Leistung zeigte, goldrichtig und ließ den Ball am Gästekeeper Dennis Koch zur Führung vorbei tropfen (29.).
Kurz darauf durfte Karabulut sich selbst belohnen. Erneut hatte er sich auf der rechten Seite Platz verschafft, lief ganz allein auf Koch zu. Der machte sich zwar breit, doch spitzelte Karabulut den Ball genau in den Triangel zum 2:0 (35.) Als er dann noch vor der Pause mit einem Schuss aus gut 18 Metern auf 3:0 erhöhte (43.), war die Partie eigentlich gegessen.
Doch wer Göttingen zur Pause abgeschrieben hatte, hatte die Rechnung ohne den RSV gemacht. Denn trotz des 0:3 ließ der Gast den Kopf nicht hängen, versuchte weiter gegen den Tabellenführer zu bestehen. Und kassierte dafür den verdienten Lohn. Wie genau Patric Förtsch den Ball, der wohl noch abgefälscht war, aus dem Gedränge über den verdutzten Nico Lauenstein ins GSC-Gehäuse beförderte (54.), spielt letztlich keine Rolle. Denn wenig später bewies Karabulut einmal mehr ein gutes Auge, legte diesmal wieder Alawie auf, der mühelos den alten Abstand wieder herstellte (68.). Als Steve Ridder einen gefühlvollen Freistoß, der genau am langen Innenpfosten landete und zum 5:1 ins Tor prallte (78.), saß Karabulut schon auf der Bank. „Das tat mal wieder gut, das habe ich gebraucht“, strahlte der Mann des Spiels. In dieser Form machte er auch von seiner dummen Angewohnheit, der oft übertriebenen Fallsucht keinen Gebrauch und dürfte so auch in der Regionalliga ein heißer Kandidat für den rechten Flügel sein, denn „mein Vertrag läuft auch kommende Saison noch“, sagt Karabulut.
Nach dem Spiel wurde erst einmal gefeiert. Aufstiegs-Shirts und Bier und gute Laune sorgten trotz des tristen Wetters für richtig Stimmung bei Spielern, Verantwortlichen und Fans.
Und der anvisierten Meisterschaft sind die Kaiserstadt-Kicker auch einen großen Schritt näher gerückt, zumal es am Freitag, nimmt man Emden und Nordhorn aus der Wertung, zum Schluss­licht Rotenburg geht.

Goslarer SC: Nico Lauenstein, Tim Rubink (83./José Garcia Cabezas), Slavomir Lukac, Alessandro Caruso, Peter Endres, Blerim Rrustemi, Steve Ridder, Tezcan Karabulut (73./Mehdi Mohebie), Muhamed Alawie, Corvin Behrens – Jörn Winkler (65./Filip Sajbidor).

Tore: 1:0 Alawie (29.), 2:0, 3:0 Karabulut (35., 43.), 3:1 Förtsch (54.), 4:1 Alawie (68.), 5:1 Ridder (78.).

Zuschauer: 300.