Sebastian Hanelt lief persönliche Bestzeit

Sonnenschein beim Start der Nordic Walker.
 
Kurz nach dem Start des Fünf-Kilometer-Laufes.

34. Harzer Talsperrenserie: Knapp 300 Teilnehmer liefen an der Granetalsperre

Astfeld (haju). Leichter Nieselregen am Vormittag und auch noch beim Aufbau der Zelte, doch dann kam die Sonne, leider nur kurz. Wie immer, ist der Lauf um die Granetalsperre für viele Langstreckenläufer etwas Besonderes, so auch in diesem Jahr. Zu den 272 vorangemeldeten Teilnehmern aus 141 Vereinen beziehungsweise Wohnorten, vom achtjährigen Jan Schüttke (SV Hohenassel) bis zum 80-jährigen Wolfgang Sump (TV Mascherode) kamen noch einmal 68 Nachmeldungen, die die Ausfälle, verletzungsbedingte Aufgaben nicht nur ausglichen, sondern bei weitem übertrafen. Als Vereinschef Hartmann Jung am Abend die Auswertung fertiggestellt hatte, waren es in der umfangreichen Ergebnisliste genau 290 Läufer und Läuferinnen, unter anderem aus Hamburg, Hannover, Braunschweig, Gifhorn, Alfeld, Holzminden, Hann. Münden, Göttingen, sowie aus der näheren Umgebung. Das Zelt zum Umkleiden und Ablegen der warmen Trainingskleidung, Taschen wurde gut angenommen, und beide Zelte waren immer gut besetzt.
Bei Sonnenschein wurden die 15 Nordic Walker gestartet, und nach 1:41,42 Stunden hatte Johannes Woll (TSG Bad Harzburg) die etwa 14,5 Kilometer rund um die Granetalsperre geschafft mit guten zwei Minuten Vorsprung auf Uwe Keitel (MTV Wolfenbüttel). Monika Woll (TSG Bad Harzburg) kam als Gesamtdritte und schnellste Frau aus der Runde zurück. Unterwegs gab es kleinere Regenschauer, aber trotzdem waren alle Walker froh und lustig und freuten sich auf Kaffee und Kuchen.
Kurz nachdem die Walker gestartet waren, füllte sich der Startplatz am Ende der Staumauer der Granetalsperre mit den Teilnehmern des Fünf-Kilometer-Laufs. Waren es in der Vorwoche beim Auftakt der 34. Harzer Talsperrenserie – seit Beginn immer auf den unveränderten Rundstrecken um die Oker- beziehungsweise Granetalsperre – nur 59 Starter, verdoppelte sich das Feld. Ein schöner Anblick, wie sich das Feld auf der Staumauer schnell auseinanderzog, um dann auf der gegenüberliegenden Seite der Talsperre im Wald zu verschwinden. Nach 17:34 Minuten war es wieder der Sieger des 1. Laufes, Mike Wolf (WSV Clausthal-Zfd.), der dem jungen André Kröhl (MTV Astfeld) auf seiner Hausstrecke das Nachsehen gab. Einen spannenden Endkampf um den 3. Platz lieferten sich Alexander Polle (VfB Stuttgart) und Hubertus Bartkowski (TVG Hattorf). Bartkowski konnte zwar noch aufschließen, doch vorbei kam er nicht mehr. Schnellste Frau wurde die Vorjahresseriensiegerin Tanja Hupfeld (LG Göttingen), die trotz großer beruflicher Beanspruchung zumindest um die Grane laufen wollte, mit Erfolg. Neele Urbanke (Wolfshagen) wollte schon ihre noch junge, doch sehr erfolgreiche Laufkarriere beenden – immerhin wird sie an 29. Stelle der DLV-Bestenliste im Fünf-Kilometer-Straßenlauf geführt – hat sich nun aber doch entschlossen, weiter zu trainieren und zu laufen. Sie lief als 21. des großen Feldes ins Ziel und war damit zweitschnellste weibliche Teilnehmerin vor Lisa Witzel aus Hardegsen. Gut zu erkennen auf der Staumauer, kamen alle wohlbehalten ins Ziel.
Ein großes Feld versammelte sich dann zum Start des Hauptlaufes: eine Runde um die Grane. LTO-Chef Hartmann Jung begrüßte besonders den Sieger der ersten Serie des Jahres 1977, Dieter Fürle (GW Bad Gandersheim), der nach über 25 Jahren, animiert von seinem Sohn, noch einmal um die Grane mitlief; fast natürlich gewann er seine Altersklasse Männer M 65 in 67:24 Minuten. Dann setzte sich das Feld in Bewegung. Da wurden zwei Läufer gesichtet, ein Läufer im hellen Trikot; war es der Vorjahressieger Sebastian Hanelt (LG Göttingen), der nach seiner knappen Niederlage der Vorwoche angreifen wollte oder aber der Wolfsburger Ulrich Petri? Ansager Jung erkannte dann am Laufstil den Führenden, es war Hanelt der nach 46:46 Minuten als glücklicher Sieger ins Ziel lief und Petri auf den letzten zwei Kilometern noch 22 Sekunden abnahm. In der Serienwertung führt nun Hanelt vor Petri mit zehn Sekunden Vorsprung.
Hanelt, der seine persönliche Bestzeit um die Grane um weit über eine Minute verbessern musste, um Petri zu distanzieren, hatte auf der Strecke an jeder Steigung attackiert, doch erst am letzten Berg gelang es ihm, sich zu lösen. Gut zwei Minuten, mit 49:24 erstmals unter der 50-Minuten-Barriere, beendete Süleyman Kuzguncu (TSG Wildemann) noch klar vor Jan Waschkau (Ihlower Loopers), Jörn Hesse (Delligser SC) und Matthias Hoffmann (Läufer-Team Oker) die anspruchsvolle Runde. Die junge Göttinger Studentin Janna Fangmann (LG Göttingen) schaffte es nicht ganz unter einer Stunde; mit 1:00,15 Stunden war sie nur knapp drüber. Claudia Cronjäger (laufline-Team Göttingen), ihre Schwester, gewann im Vorjahr, wurde 2. Frau knapp vor Dagmar Ohle (Feierabend Einbeck) und Maike Mahnkopf (LG Volkersheim).
Wie an der Grane üblich, wurden alle Läufer und Läuferinnen mit großem Beifall von den, trotz des recht unterschiedlichen Wetters anwesenden Zuschauern, Betreuern, Angehörigen usw. im Ziel empfangen.
Beide Laufstrecken sind sehr abwechslungsreich, mit mehreren Steigungen und sind trotzdem bei den Läufern sehr beliebt und zudem noch vorletzter Wertungslauf zum Süd-Niedersachsen-Cup. Hier konnten noch einmal kräftig Punkte gesammelt werden. Auf der gut einsichtbaren circa 600 Meter langen Staumauer, hier führten beide Strecken zum Ziel, konnten wieder spannende Entscheidungen verfolgt werden.
Fast immer ist an der „Grane“ ein äußerst unangenehmer Wind, der besonders auf der Staumauer viel Zeit und Kraft kostet; am Sonnabend war es fast windstill.
Am kommenden Sonnabend wird die Serie mit den kürzesten Läufen der Serie um den Hauptarm der Okertalsperre, 3,5 und 12,6 Kilometer, beendet – absoluter Meldeschluss ist der 10. November; danach werden keine Meldungen mehr entgegengenommen –, und anschließend finden die Siegerehrungen in der Begegnungsstätte in Oker statt.