Trotz gebrochenem Sattel am Ende Erster

Ramsens Bekkenk gewinnt 12. Harzer Mountainbike-Event

Von Camillo Kluge, Altenau.


Mit Ramses Bekkenk (Team Mitsubishi) hat das 12. Harzer Mountainbike Event einen neuen Sieger auf der Marathondistanz. Nicht einmal eine Minute Vorsprung hatte der neue Titelträger vor dem Titelverteidiger Stefan Danowski (TrengaDe). Bei den Frauen quälten sich immerhin zwei Fahrerinnen erfolgreich über die drei Runden. Sowohl Siegerin Doris Steenfatt als auch Angelika Aigner, beide für „Bad Salzdetfurth racing“ am Start, ließen dabei einige Herren hinter sich.
Dabei überraschte Bekkenk nicht nur optisch, denn Ramses deutet nun nicht auf einen baumlangen strohblonden Holländer. In der Szene hingegen steht er für fahrerische Qualität, was er auch hier belegte. In der zweiten Runde brach ihm der Sattel, und er erreichte in den Pedalen stehend das Ziel. Dort musste er zu seinem Fahrzeug, einen neuen Sattel montieren. „Das hat ihn locker acht Minuten gekostet“, resümierte Christian Deike vom Veranstalter. Somit war nicht nur Ramses Vorsprung weg, sondern drei Fahrer waren nun einige Minuten vor ihm. Dennoch gelang es dem Niederländer, sich den Spitzenplatz zurückzuerobern und als Sieger ins Ziel zu fahren.
„Es waren sehr viele Zuschauer da, nicht zuletzt auch dank des tollen Wetters“, so Deike von den Mountainbike Freunden Oberharz. Selbst als die Marathonfahrer das Ziel erreichten, war „hier noch richtig was los, und die bekamen richtig viel Applaus“, freute er sich. Überhaupt bekam er vorrangig positives Feedback. „Kleinigkeiten gibt es zwar immer zu verbessern, aber insgesamt herrschten eine sehr gute Stimmung und reges Treiben“, so Deike.
Ziemlich verärgert war Volker Lutz. Der für den WSV Clausthal-Zellerfeld startende Sieger vom Bad Harzburger Rennen wurde auf der 76 Kilometer langen Mitteldistanz, deutlich in Führung liegend, unsanft gebremst. Kurz vor Ende seiner ersten Runde sprang ihm ein Hund vors Rad und brachte Lutz zu Fall. Der Hund war, allen Geboten zuwider, von seinen Haltern nicht angeleint worden. Lutz kam mit Schreck und Schürfwunden davon, allerdings kostete das doch einiges an Zeit. Somit kam er als Vierter mit etwa vier Minuten Rückstand zwar in die Punkteränge, doch Martin Knape (Harz-Racing), Carl-Moritz Maschek (MBC Hannover) und Olaf Nützsche (Bad Salzdetfurth racing) holten mehr Zähler. Somit hat Lutz mit 155 Punkten noch Platz zwei in der Gesamtwertung inne. Vorneweg marschiert Peter Hermann (RC Lübbecke), der als Dritter auf der Langdistanz das Ziel erreichte und in Bad Harzburg Platz vier belegte.
Die meisten Starter hatte das Rennen auf der Kurzdistanz über 38 Kilometer. Wieder waren neben den Amateuren auch viele Hobbyfahrer am Start, die einfach einmal ihre Leistungsfähigkeit prüfen wollten. Erfreulich breit war auch hier das Damenfeld mit insgesamt 16 Frauen, die ins Ziel fuhren, sowie einer U18-Fahrerin. Dabei war die schnellste Frau Lisa Müller-Ott (Kiel) in 1:45:13 Stunden knappe acht Minuten langsamer als Seniorensieger Philipp Gerlach (Bad Salzdetfurth racing).
Bei den Senioren musste sich Jörg Hüter über die Langstrecke mit einem dritten Platz begnügen. Der für Bremen startende Niederländer Lars van der Sloot war eine Nummer zu groß und erreichte in seiner Altersklasse mit 22 Minuten vor dem Zweitplatzierten Oliver Gaedicke das Ziel. Gaedicke rettete sich mit knapp 90 Sekunden vor Hüter über die Ziellinie.
Kommendes Wochenende steht dann das Rennen in Clausthal-Zellerfeld auf dem Programm.