Zehn verschlafene Minuten

Regionalliga: Goslarer SC muss 1:5 gegen den TSV Havelse hinnehmen

Eine herbe Heimschlappe musste der Goslarer SC gestern beim TSV Havelse hinnehmen. Der einzig ernsthafte Verfolger des Klassenprimus Holstein Kiel rückte durch den 5:1 (2:1)-Erfolg bis auf drei Punkte und sechs Treffer an den Tabellenführer heran. Goslar trennen hingegen nur noch vier Punkte vom Relegationsplatz.
Dabei sah es zunächst so aus, als käme es zu einem Zusammentreffen zweier Teams auf Augenhöhe. Der Gast hatte zwar mehr Ballbesitz, doch aussichtsreicher in den Strafraum des Gegners rückte der Goslarer SC vor. Doch wie schon so oft in den letzten Spielen fehlte als i-Tüpfelchen der entscheidende Pass, um den Erfolg herbeizu- führen. Stattdessen kam der Favorit aus dem Nichts zur Führung.
Ein langer Ball, ein krasser Stellungsfehler von Kai-Fabian Schulz und Havelses Stürmer Saliou Sane sagte Danke und versenkte völlig freistehend zum 1:0 für den TSV (15.). „Davon haben wir uns aber nicht schocken lassen“, konnte GSC-Trainer Frank Eulberg aber korrekt feststellen. Im Gegenteil war der GSC bemüht, die Führung der Gäste möglichst flott zu egalisieren. Und das gelang auch nach. Justin Eilers war zunächst mit der „ersten Welle“ gescheitert, doch kam der Ball wieder auf die rechte Angriffsseite des GSC und Tezcan Karabulut flankte genau auf Eilers, der per Kopf ins kurze Eck egalisierte (21.).
Doch wenig später leistete sich Goslar erneut einen groben Schnitzer in der Abwehr. Bei einer Ecke an die Strafraumgrenze kommt Daniel Hintzke angelaufen, der GSC schaut nur zu und Hintzke schießt direkt ins Tor.
In der zweiten Hälfte nahmen sich die Goslarer nahezu komplett eine Auszeit von zehn Minuten. Da fuhr der TSV drei schnelle Angriffe und erwischte die GSC-Defensive jedes Mal nicht auf dem Posten. Havelse schraubte das Ergebnis durch Torben Deppe, Sane und Marc Vucinovic in die Höhe. Beim GSC hingegen gab es kein strukturiertes Angriffsspiel.
„Diese zehn Minuten waren sehr bitter“, beklagte Eulberg, „da hat die Verteidigung geschlafen.“ Die sollte bis Sonntag dringend wieder hellwach werden, geht es doch da um 14 Uhr in der S-Arena gegen den Vorletzten Hamburger SV II, der zuletzt mit einem 1:0 über den VfL Wolfsburg überraschte. Denn auch wenn sich keiner im weiten Rund so recht erinnern konnte, wann der Goslarer SC zuletzt so hoch verloren hat, die Erinnerung an das Zittern und die Angst vor dem Abstieg ist gerade mal drei Jahre alt.

Goslarer SC: Nico Lauenstein - Tim Rubink, Kai-Fabian Schulz, Blerim Rrustemi (61./Steve Ridder), Peter Endre, Karsten Fischer, Slavomir Lukac, Tezcan Karabulut, Mazan Moslehe (71./Corvin Behrens), Garrit Golombek und Justin Eilers.