Ein reibungsloser Führungswechsel

Ortsbrandmeister Ulf gerbrich beförderte Tobias Gerbrich, David Wilke und Stefan Illers zu Oberfeuerwehrmännern (von Links). Am rechten Bildrand freut sich der neue stellvertretende Ortsbrandmeister Bernd Kerwien mit den beförderten Kollegen.
 
Friedhelm Rehse wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Hahäuser Brandschützer ziehen Bilanz / Premiere für Ulf Gerbrich / Ehrungen und Beförderungen

Dass der Führungswechsel in der Hahäuser Wehr reibungslos verlaufen ist, davon konnten sich am Sonnabend die Mitglieder bei der jüngsten Jahreshauptversammlung im Dorfgemeinschaftshaus überzeugen.
Dort führte der neue Ortsbrandmeister Ulf Gerbrich souverän durch seine erste große Sitzung als Feuerwehrchef. Dabei vergaß er natürlich nicht seinem Vorgänger Jörg Rühmann, der die Geschicke der Hahäuser Feuerwehr 20 Jahre - davon acht als stellvertretender und zwölf als Ortsbrandmeister - prägte, für seinen unermüdlichen Einsatz zu loben und ihm für das gut bestellte Feld, das er ihm hinterlassen hat, zu danken.

Für Jörg Rühmann war der Abend ebenfalls etwas besonderes, denn er durfte die Jahreshauptversammlung nach vielen Jahren als Ortsbrandmeister endlich mal wieder aus der Perspektive des Zuschauers erleben.
Wie Rühmann eingestand war das für ihn auch etwas seltsam, seine Entscheidung den Posten des Ortsbrandmeisters aufzugeben bereue er aber nicht, denn es sei an der Zeit gewesen, die Zügel aus der Hand zu geben. Rühmann, der zwar schon in der Sitzung des Samtgemeinderates kurz vor Weihnachten offiziell verabschiedet wurde, bekam von seiner Feuerwehr natürlich auch noch einen Gruß zum Abschied, was aber nicht heißt, dass er jetzt vollkommen in der Versenkung verschwinden wird. Als aktiver Brandschützer wird Rühmann den Hahäuser Einsatzkräften noch ein paar Jahre erhalten bleiben.
Auch Hahausens Bürgermeister Henri Hoffmeister sowie Samtgemeindechef Peter Kühlewindt dankten Rühmann für seine Verdienste. Kühlewindt sagte, dass Jörg Rühmann das Feuerschutzwesen in Hahausen und der Samtgemeinde über die Jahre seiner Amtszeit positiv beeinflusst habe, und er aufgrund dessen immer in Erinnerung bleiben wird.
Auch Ulf Gerbrich bescheinigte seinem Vorgänger einen tollen Führungsstil: „Du hast dich nie verbiegen lassen und geradlinige und ehrliche Entscheidungen getroffen.“
In seinem ersten Jahresbericht ging Ulf Gerbrich neben dem Einsatzgeschehen auch auf die geselligen Punkte des Feuerwehrlebens ein. So berichtete Gerbrich zunächst von elf Einsätzen im Jahr 2014, die sich in sechs Brandeinsätze und fünf Hilfeleistungen aufteilten. Der größte Einsatz war wie auch bei den anderen Feuerwehren in der Samtgemeinde der Brand eines Wohnhauses in Nauen im März vergangenen Jahres.
Darüber hinaus waren die Hahäuser Brandschützer auch immer mal wieder bei Verkehrsunfällen gefordert. Ein Einsatzgebiet, das auch aufgrund der Nähe zu zwei Bundesstraßen immer wieder große Bedeutung erfährt. Dies nahm auch Christian Sommer, Polizeibeamter im Polizeikommissariat Seesen, zum Anlass, der Feuerwehr für ihre professionelle Vorgehensweise bei der Bewältigung von Verkehrsunfällen zu danken. Laut Sommer sei die Zusammenarbeit mit der Hahäuser Feuerwehr stets von einem freundschaftlichen Miteinander geprägt.
Mit Blick auf weitere Veranstaltungen erinnerte Gerbrich unter anderem an zahlreiche Dienstabende, diverse Übungen, die Teilnahme am großen Feuerwehrjubiläum in Ostlutter, die Himmelfahrtswanderung, die Ausrichtung des Osterfeuers sowie die Planungen für das neue Feuerwehrfahrzeug, das aller Voraussicht nach im Oktober diesen Jahres ausgeliefert werden soll.
Im weiteren Verlauf der Sitzung standen dann Ehrungen und Beförderungen auf der Tagesordnung. Eine besondere Würdigung wurde dabei Friedhelm Rehse zu teil, der von Ortsbrandmeister Gerbrich zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Diese Auszeichnung habe sich Rehse, der der Feuerwehr schon seit über 30 Jahren die Treue hält, durch seine vielseitigen Verdienste rund um das Hahäuser Feuerwehrwesen erarbeitet. Vor allem bei der Mitgliederwerbung gehe Rehse stets vorbildlich voran.
Eine weitere bemerkenswerte Ehrung konnte Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky durchführen, der den Hauptfeuerwehrmann Dieter Homann für seine bereits 50-jährige Mitgliedschaft auszeichnete.
Bei den Beförderungen durfte Gerbrich Stefan Illers, Daniel Wilke und Tobias Gerbrich zu Oberfeuerwehrmännern ernennen. Gemeindebrandmeister Hans-Hermann Beltau übernahm die Beförderungen von Bernd Kerwien zum Brandmeister, Ulf Gerbrich zum Oberbrandmeister und Stefan Rühmann zum Löschmeister. Letztere Beförderung wurde vor allem auch deswegen vorgenommen, da sich Stefan Rühmann nicht nur vorbildlich um die Internetaktivitäten der Wehr kümmert, sondern zusammen mit dem stellvertretenden Ortsbrandmeister Bernd Kerwien die Spendensammlung für die Anschaffung einer Wärmebildkamera (der „Beobachter“ berichtete) organisierte und durchführte. Beltau bezeichnete ein solches Engagement als vorbildlich verbunden mit der Hoffnung, dass Stefan Rühmann auch weiterhin eine solche Einsatzbereitschaft zeigen möge.
Erfreuliche Nachrichten konnte auch Kassierer Dirk Räke überbringen. Im Rahmen seines Kassenberichts, an dem es übrigens nichts zu beanstanden gab, verkündete Räke, dass die Feuerwehr im vergangenen Jahr 16 Eintritte zu verzeichnen hatte, drei aktive und 13 fördernde Mitglieder. Demgegenüber stehen drei Todesfälle und drei Austritte, die auf Umzug zurückzuführen sind. Demzufolge zählt die Hahäuser Feuerwehr aktuell 241 Mitglieder (31 aktive, fünf in der Altersabteilung, fünf Ehrenmitglieder und 200 fördernde Mitglieder).
Selbstverständlich meldeten sich auch Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky und Gemeindebrandmeister Hans-Hermann Beltau zu Wort. Borsutzky erklärte unter anderem, dass der Großbrand des Harzburger Hofes im vergangenen Jahr gezeigt hätte, dass im Landkreis auf keine Feuerwehr verzichtet werden könne, da die Manpower bei solch großen Schadensereignissen nicht groß genug sein könne. Deshalb versprach er, auch künftig alles dafür zu tun, dass auch die Feuerwehren mit Grundausrüstung (Anm. d. Redaktion bei der Hahäuser Wehr handelt es sich um eine Stützpunktfeuerwehr) weiterhin nach Kräften unterstützt werden müssten. Ferner berichtete Borsutzky noch über Themen wie den Digitalfunk, den zunehmenden Einsatz von Computertechnik und die Schwierigkeiten mit dem Brandschutzgesetz.