„Eine Fusion bedeutet auch immer Schmerzen“

Aktuell nur einseitig befahrbar, der Bahnübergang am Ortsausgang Hahausen.
 
Das Gitter der Querrinne brach ein. Der Aufbau ist hinüber.

Hahäuser Gemeinderat schließt sich Beschluss des SG Rates an / Unfall am Bahnübergang / Reparatur erforderlich

Erwartungsgemäß schloss sich der Rat der Gemeinde Hahausen am Dienstagabend einstimmig dem Beschluss des Samtgemeinderates, die Verwaltung zu beauftragen, ergebnisoffene Fusionsverhandlungen mit umliegenden Gemeinden aufzunehmen, an.

Ferner segnete das Gremium auch die Besetzung von Arbeitskreis und Lenkungsgruppe ab. Somit fehlt nun nur noch das Votum des Rates des Fleckens Lutter, der gestern Abend zu seiner Sitzung zusammengekommen war. Das Abstimmungsergebnis aus Lutter lag zum Redaktionsschluss jedoch noch nicht vor.
Der Abstimmung im Hahäuser Dorfgemeinschaftshaus vorausgegangen war, wie auch schon in der Gemeinde Wallmoden (der „Beobachter“ berichtete), eine allgemeine Aussprache. In dieser skizzierte Gemeindedirektor Peter Kühlewindt die weitere Vorgehensweise, sollte der Gemeinderat dem Beschlussvorschlag folgen. Er erläuterte den Aufgabenbereich des Arbeitskreises sowie der Lenkungsgruppe und betonte, dass „die Umsetzung einer Fusion nur realistisch ist, wenn alle Gemeinden in eine Richtung gehen“. Ein Auseinanderdriften der Samtgemeinde komme für den Verwaltungschef auf jeden Fall nicht in Frage. „Es ist mein fester Wille, dass die Gemeinden Wallmoden, Hahausen und der Flecken Lutter zusammenbleiben. Einzelgänge kann ich nicht akzeptieren, und dafür habe ich mich auch nicht bereiterklärt mein Amt für zwei weitere Jahre auszuüben“, so die eindeutigen Worte Kühlewindts.
Das SG-Oberhaupt erklärte weiter, dass jegliche Verhandlungen und Beschlüsse auch keinen Sinn hätten, wenn die Mitgliedsgemeinden sie nicht mittragen würden.
Darüber hinaus verdeutlichte Kühlewindt auch den Hahäuser Ratsmitgliedern, dass eine Fusion nicht dazu führen werde, dass „dann die Sonne wieder überall scheint. Eine Fusion bedeutet auch immer Schmerzen, und wir werden dann nicht in der Lage sein alle nicht getätigten Investitionen der vergangenen Jahre nachzuholen“, so der Samtgemeindebürgermeister.
Eingehender diskutierten die Ratsmitglieder dann die Frage nach dem knapp bemessenen Zeitrahmen für die Fusionsverhandlungen und auch die Aussicht, was passieren würde, wenn am Ende der Gespräche keine Fusion zustande kommt. Bürgermeister Henri Hoffmeister, der als SPD-Fraktionssprecher im Samtgemeinderat, maßgebend an der Erstellung des von CDU und SPD verfassten Fusionsbeschlusses beteiligt war, erklärte, dass „die Zielführung auf eine Fusion hinauslaufe.“ Zwar sei es theoretisch möglich, mit keinem der drei Verhandlungspartner eine für die Bürger tragbare Lösung zu finden, dennoch sollte diese Möglichkeit die gegenwärtigen Erwägungen nicht dominieren.
Peter Kühlewindt räumte ein, dass der Zeitrahmen wirklich kurz sei, und auf Arbeitskreis und Lenkungsgruppe jede Menge Arbeit zukomme. Ferner rückte er in diesem Bezug nochmals die finanzielle Situation der Samtgemeinde und ihrer Mitgliedsgemeinden in den Fokus. Grundsätzlich stünden nämlich alle vier Gemeinden gar nicht so schlecht da. Mit Blick auf den Doppelhaushalt für die Jahre 2014/2015, der aktuell in der Verwaltung erstellt wird, verriet der Verwaltungschef zudem, dass es in diesem Jahr voraussichtlich gelingen wird, vier ausgeglichene Haushalte zu präsentieren. Dies ist auf weitere Sparmaßnahmen zurückzuführen und zeigt, dass die Entbehrungen der vergangenen Jahre langsam fruchten.
Abschließend sagte Kühlewindt, dass der Zeitpunkt für die Aufnahme von Fusionsgesprächen richtig gewählt sei: „Um uns herum haben die Fusionsdebatten in den letzten Wochen erheblich Fahrt aufgenommen. In diesem Zusammenhang war es eine richtige Entscheidung ebenfalls zu sondieren, wohin die Reise der Samtgemeinde Lutter gehen soll.“
Neben dem alles dominierenden Fusionsthema befasste sich der Rat noch mit einem weiteren brandaktuellen Thema. Am Dienstag ereignete sich nämlich auf dem Bahnübergang in Fahrtrichtung B 248 ein Verkehrsunfall. Laut Aussage von Bürgermeister Hoffmeister war ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug in die Querrinne vor dem Bahnübergang geraten, die mit einem Gitter abgedeckt ist. Das Gitter brach unter dem Gewicht des Autos ein, worauf der Wagen in die Rinne geriet und die Ölwanne aufriss. Wann diese Querrinne gebaut wurde, die vielen Hahäuser Bürgern schon seit langem ein Dorn im Auge ist, vermag Hoffmeister nicht zu sagen, obwohl er schon seit über 20 Jahren im Rat der Gemeinde tätig ist.
Vermutungen zufolge war es die Deutsche Bahn, die die Querrinne einst erbauen ließ. Bestätigt ist dies jedoch nicht. Nun ist der Bahnübergang einseitig gesperrt, und eine Prüfung hat ergeben, dass die Gemeinde für die Instandsetzung zuständig ist. Die Rinne befindet sich nämlich in einer Entfernung von rund 3,50 Meter zum Gleisbett und fällt damit nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der Bahn. Die Kosten für die Instandsetzung belaufen sich auf rund 4000 Euro. Geld, das die Gemeinde Hahausen aufbringen muss.
Nach Angaben von Peter Kühlewindt sollen die Arbeiten schnellstmöglich erledigt werden, damit der Bahnübergang wieder problemlos befahren werden kann.
Weitere Berichte aus der Hahäuser Ratssitzung folgen in einer der nächsten Ausgaben.