Eine große Herausforderung in Mittelamerika

Die 19-jährige Katharina Mehrkens, die den Großteil ihres bisherigen Lebens in Hahausen verbracht hat, wird ab September für zehn Monate nach Nicaragua gehen. Dort will sie Prostituierte im Rahmen des Projektes „Vida Nueva“ auf ihrem Weg in ein besseres Leben begleiten.

Gebürtige Hahäuserin Katharina Mehrkens leistet zehn Monate Freiwilligendienst in Nicaragua

Es ringt dem Zuhörer schon großen Respekt ab, wenn die 19-jährige gebürtige Hahäuserin Katharina Mehrkens von ihrem Vorhaben der nächsten Monate erzählt. Die Abiturientin des Beruflichen Gymnasiums an der BBS-Baßgeige wird im Zuge des „Internationalen Jugendfreiwilligendienstes“ ab September für zehn Monate nach Nicaragua gehen.

Dort wird die junge Frau, die vor fünf Jahren mit ihrer Familie nach Seesen zog, in einem Projekt mit dem Namen „Vida Nueva“ arbeiten, was frei übersetzt so viel heißt wie „Neues Leben“. Das Projekt, das unter Trägerschaft der „Arbeitsgemeinschaft pfingstlich-charismatischer Missionen“ (APCM) steht, und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit rund 60 Prozent gefördert wird, hat es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Prostituierten und deren Kindern einen Ausweg aus ihrem bisherigen Leben zu ermöglichen. Eine sehr komplexe Aufgabe, die der jungen Abiturientin, die bei ihrer allgemeinen Hochschulreife den Schwerpunkt auf Sozialpädagogik legte, vermutlich vieles abverlangen wird.

Sprachkenntnisse reichen nocht nicht aus

Was genau sie in der Kreisstadt Jinotepe, ihrem Einsatzort rund eine Autostunde südlich von Nicaraguas Hauptstadt Managua erwartet, vermag Katharina Mehrkens noch nicht genau zu sagen. „Natürlich habe ich mich im Vorfeld bereits sehr genau informiert und stehe auch im regelmäßigen Kontakt mit der Projektleiterin Sylvia Pérez sowie meiner Vorgängerin, einer jungen Freiwilligen aus der Schweiz“, erläutert die 19-Jährige. „Dennoch gehe ich davon aus, dass mich dort zahlreiche Herausforderungen erwarten, auf die man sich im Vorfeld einfach nur sehr schlecht vorbereiten und einstellen kann“, so Mehrkens weiter.
Da wäre beispielsweise das Problem mit der Sprache. Zwar hat die Abiturientin zweieinhalb Jahre Spanischunterricht in der Schule genossen, doch räumt sie selbst ein, „dass diese Kenntnisse wohl kaum ausreichen werden“. „Ich muss mich vor Ort halt mit Händen und Füßen verständigen, glaube aber, dass ich meine Sprachkenntnisse schnell verbessern kann“, zeigt sich Katharina zuversichtlich.

Komplexes Aufgabengebiet erwartet die 19-Jährige

Grundsätzlich wird die 19-Jährige bei dem Projekt „Vida Nueva“ dabei mithelfen, den Prostituierten den Ausstieg aus ihrem bisherigen Gewerbe zu ermöglichen und den Einstieg in einen besseren Beruf zu begleiten. Dabei wird sich Katharina Mehrkens auch um die Kinder der Sexarbeiterinnen kümmern, die die Frauen meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr als Prostituierte bekommen haben.
Das Projekt finanziert sich durch eine Backstube und eine kleine Schmuckwerkstatt in denen Einheimische ehrenamtlich zusammen mit den Frauen arbeiten. Die Produkte werden dann auf regionalen Märkten verkauft. Die Einnahmen fließen schließlich ins Projekt „Vida Nueva“. „Neben meiner Arbeit in der Backstube und der Schmuckwerkstatt werde ich den Kindern Englischunterricht geben und auch Hilfestellungen im Alltag bieten“, skizziert die Abiturientin ihr Tätigkeitsfeld.
Die Initialzündung, ein Jahr im Ausland zu verbringen, ging übrigens von dem Ehepaar Christopher und Flavia Rieker aus, die im Januar dieses Jahres als Missionare nach Paraguay entsandt wurden. Kennengelernt hatte Katharina Mehrkens die beiden in der Freien Christengemeinde Seesen. Diese Begegnung sei derart prägend für sie gewesen, dass ihr Entschluss, ein Jahr in Mittel- oder Südamerika zu verbringen, relativ schnell feststand. Über die APCM hat sie dann alles in die Wege geleitet.

3.000 Euro an Spenden sind notwendig

Nun muss sich Katharina Mehrkens ebenso wie ihre Altersgenossen Hannah Seidig, die zehn Monate in Tansania arbeiten wird (der „Beobachter“ berichtete), noch um Spendengelder kümmern. „Insgesamt wird der Aufenthalt in Nicaragua rund 7.000 Euro kosten. 4.000 Euro davon finanziert das Familienministerium“, erklärt Mehrkens. Es bleiben also 3.000 Euro, die sie durch Spenden aufbringen muss. Den Flug wird sie aus eigener Tasche bezahlen. Die Spendengelder werden von der APCM verwaltet.
„Bisher haben mir schon viele Freunde und Verwandte ihre Unterstützung zugesagt. 3.000 Euro sind aber natürlich eine stattliche Summe“, erläutert die 19-Jährige. Ebenso wie im Fall von Hannah Seidig hat sich auch dieses Mal der „Beobachter“ bereit erklärt, das Vorhaben finanziell zu unterstützen. Wer ebenfalls Interesse hat, die 19-jährige Seesenerin bei ihrer Aufgabe in Nicaragua zu unterstützen, kann sich ganz einfach via E-Mail katharina.mehrkens@gmx.de mit ihr in Verbindung setzen. Über ihre Reise und Erlebnisse in Nicaragua wird Katharina Mehrkens im „Beobachter“ berichten.