Frauenhilfe aus Gemeinde nicht wegzudenken

Seit 100 Jahren ist die Frauenhilfe Hahausen ein fester Bestandteil im Gemeindeleben. (Foto: Seewaldt)

Evangelische Frauenhilfe Hahausen feierte 100-jähriges Bestehen mit einem festlichen Gottesdienst

Bereits seit 100 Jahren ist die evangelische Frauenhilfe Hahausen ein fester Bestandteil des Gemeindelebens. Und aus diesem, ähnlich wie Harzklub oder Sportverein, nicht wegzudenken. Das 100-jährige Bestehen und eben die Tatsache, dass die Frauenhilfe so fest im dörflichen Leben verankert ist, wurde gestern mit einem Festgottesdienst und anschließender harmonischer Zusammenkunft im Dorfgemeinschaftshaus gebührend gefeiert.
Den Gottesdienst leitete Propst Thomas Gleicher und der Gospelchor Lutter sorgte neben dem Orgelspiel für den musikalischen Rahmen.
Die Feier in der St. Romanus Kirche bot auch die ideale Gelegenheit, einige verdiente Mitglieder zu ehren. So konnten Wilma Ende, Edith Rehse und Edith Blume für ihre 25-jährige Treue geehrt werden. Die Ehrung von Gertrud Pförtner, die ebenfalls seit 25 Jahren der Frauenhilfe angehört, wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Für zehnjährige Mitgliedschaft wurden Margret Ristig, Angela Förster, Christa Taufall und Renate Kalthammer geehrt.
Ursula Päsler, die seit 40 Jahren der Frauenhilfe Hahausen angehört, und die Geschicke der Gemeinschaft ebenso lange leitet, wurde von Renate Leu, Vorstandsmitglied des Landesverbandes Braunschweig der evangelischen Frauenhilfe, für ihr engagiertes Wirken mit einer besonderen Urkunde ausgezeichnet. Renate Leu betonte in ihrer kurzen Ansprache, dass die Frauenhilfe Hahausen eine besondere Gemeinschaft sei, die sich vertraut und in den Leben der Mitglieder eine sehr wichtige Rolle spiele. Besonders die monatlichen Treffen seien den Frauenhilfs-Schwestern sehr wichtig, da sie ihnen die Gelegenheit bieten sich auszutauschen.
Im Anschluss an den Festgottesdienst folgte wie bereits erwähnt eine gemütliche Zusammenkunft bei Kaffee und Kuchen im Dorfgemeinschaftshaus. Diese Veranstaltung war aus Platzgründen ausschließlich geladenen Gästen vorbehalten.
Eigentlich hätte die Hahäuser Frauenhilfe ihren 100. Geburtstag bereits im vergangenen Jahr feier müssen, doch machte die damalige Bürokratie den Gründerinnen einen Strich durch die Rechnung. Denn bereits im Jahr 1914, kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde in der beschaulichen Nordharz-Gemeinde unter Federführung von einer gewissen Frau Eilers die Frauenhilfe gegründet. Doch erst im Juni des Folgejahres erhielten die Damen eine Urkunde, die die Aufnahme in den evangelischen Hilfsverein bestätigte.
Die Arbeit der Hahäuser Frauenhilfe bestand zunächst darin die Soldaten an der Front mit Päckchen zu versorgen. So strickten die Frauen unter anderem warme Socken, die sie nach Fertigstellung den Männern im Krieg schickten. Diese Aufgabe erledigten die Mitglieder der Frauenhilfe stets mit größter Sorgfalt und führten die Hilfe auch im zweiten Weltkrieg fort.
Darüber hinaus war ihre Arbeit aber auch davon geprägt, vor allem nach dem zweiten Weltkrieg, Flüchtlinge und Vertriebene zu betreuen. In den Jahren nach den fürchterlichen Weltkriegen setzten die Mitglieder der Hahäuser Frauenhilfe ihre Arbeit weiter fort. Unter anderem sendeten sie Pakete in die damalige DDR.
Heute ist das Wirken der Frauenhilfe „Gott sei Dank“ nicht mehr von den Auswirkungen zerstörerischer Kriege geprägt. Vielmehr verlegten sich die Damen auf die Mitgestaltung von Festen und kirchlichen Veranstaltungen.
Prägend für die Hahäuser Frauenhilfe war auch die Arbeit einer Gemeindeschwester aus dem Mutterhaus der evangelischen Frauenhilfe im ostpreussischen Königsberg, die 1947 in das nördliche Harzvorland kam. Diese Schwester hatte zusammen mit dem damaligen Propst Gerhard Frühling großen Anteil am Neuaufbau der Frauenhilfe.
Seit nunmehr 40 Jahren wird die Frauenhilfe wie bereits erwähnt vom Handeln ihrer Vorsitzenden Ursula Päsler geprägt. Päsler hat jedoch tatkräftige Unterstützung bei ihrer Arbeit. Die Geschicke dieser besonderen Gemeinschaft werden nämlich von einem Führungsteam geleitet, zu der neben Ursula Päsler Giesela Munka und Margret Ristig gehören. Aber auch Diakonin Heidi Hein leistet seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag.
Heute engagieren sich die Mitglieder der Frauenhilfe auf vielfältige Weise. So haben sie schon vor einigen Jahren die Patenschaft eines Kindes in Afrika übernommen, und zu Frauenhilfen, beispielsweise der in Gittelde, pflegen sie freundschaftliche Kontakte. Daneben engagieren sich die Frauen bei der „Aktion Senfkorn“, die jedem Täufling eine Bibel beschert.
Bekannt ist die Frauenhilfe Hahausen natürlich auch durch die alljährliche Ausrichtung des Weltgebetstages, den sie jedes Jahr mit großer Hingabe und Engagement zu einem besonderen Ereignis werden lassen.
Die monatlichen Treffen finden übrigens immer am ersten Dienstag eines Monats um 14.30 Uhr im Gemeindehaus statt.