Hahäuser Jäger (68) kommt mit Geldauflage davon

Vor dem Seesener Amtsgericht musste sich am Mittwoch ein 68-jähriger Jäger aus Hahausen verantworten. Gegen ihn wurde ein Strafbefehl wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz erlassen. Dies teilte Rolf Stratmann, Direktor des Amtsgerichts auf „Beobachter“-Nachfrage mit. Die Verhandlung führte Amtsrichter Frank Rüger.
Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt am 12. Juni vergangenen Jahres fahrlässig mit seinem Gewehr, einer Doppelbüchse, umgegangen zu sein. Am besagten Tag war der 68-Jährige auf der Jagd gewesen und hatte sein Gewehr im Anschluss ins Auto gelegt. Das Gewehr soll dann aus inzwischen nicht mehr nachvollziehbaren Umständen aus dem Auto auf die Straße gefallen sein. Der Jäger bemerkte dies jedoch nicht.
Ein anderer Autofahrer entdeckte das Gewehr schließlich auf der Fahrbahn und übergab es der Polizei, die ihm just in diesem Moment entgegenkam.
Die Staatsanwalt erhob in der Folge Strafbefehl gegen den Mann, da das Gewehr mit zwei Patronen geladen war.
Unter Zuhilfenahme eines Anwalts legte der Jäger Widerspruch gegen den Strafbefehl ein.
In der Gerichtsverhandlung sollte nun geklärt werden, ob das Gewehr geladen war. Die im Lauf gefundenen Patronen sollen nämlich nach Angabe des Angeklagten sogenannte Pufferpatronen gewesen sein, die dem Schutz des Gewehres dienen. Die Staatsanwaltschaft war anderer Meinung.
Deshalb ging es in der von Richter Rüger geleiteten Verhandlung vorrangig darum, ob es sich nun um scharfe oder nicht scharfe Munition handelte.
Ein klares Ergebnis, ob der Jäger oder die Staatsanwaltschaft Recht hatte, konnte nicht erreicht werden. Deshalb wurde das Verfahren gekoppelt an eine Geldauflage eingestellt. Der 68-jährige Jäger soll nun 1.000 Euro an den Verein „Aktion Naturland“ zahlen.