Historisches Schlachtfeld am Harzhorn erkundet

Harzhorn-Guide Irene Stöcker (rechts) reicherte ihre Führung mit zahlreichen Bildern und Karten an. Wanderwart Klaus Asmus (Mitte) studiert das Bild eines Waffenfundes.

Harzklub-Zweigverein Neuekrug-Hahausen auf den Spuren der römischen Geschichte

Mit 29 hochinteressierten Wanderfreunden eroberte der Harzklub-Zweigverein Neuekrug-Hahausen am Sonntag das römisch/germanische Schlachtfeld am Harzhorn in der Nähe der Ortschaft Harriehausen. Zu Beginn der etwa fünf Kilometer langen Wanderung gab der Wanderwart des Vereins, Klaus Asmus, nach der obligatorischen Begrüßung eine kleine geschichtliche Einführung in das historische Thema. Danach übernahm Irene Söffker, als Harzhorn-Guide, die weitere Führung der Gruppe. An den einzelnen Schauplätzen unterrichtete Irene Söffker die Teilnehmer über die bisher etwa 2.000 gesammelten Artefakte.
In ihrer fesselnden Führung mit Kartenmaterial und weiteren bildlichen Darstellung erläuterte die Referentin bei den topografischen Geländeabschnitte Roms vergessenen Feldzug. Dass dabei Fragen wie, „warum waren die Römer in diesem Gebiet?“, wie kam es zu der kriegerischen Auseinandersetzung?“, „wie viele Krieger waren an der Schlacht beteiligt?“ oder „wer am Ende als Sieger aus der Schlacht hervorgegangen ist“, gestellt wurden, ist nicht verwunderlich.
Als Irene Söffker anhand weiterer Fundstücke wie Lanzen- und Speerspitzen, Hipposandale, Teile eines Helmes oder Münzen, selbst die zeitliche Zuordnung der Auseinandersetzung auf das Jahr 235 nach Christus terminieren konnte, ging erstauntes Raunen durch die Gruppe. Aufgrund der vielen Fundstücke ist davon auszugehen, dass am Harzhorn eine größere römische Einheit von mindestens 1.000 bis 8.000 Mann im Kampf gegen etwa die gleiche Anzahl an Germanen verwickelt war.
Das beeindruckenste Fundstück ist jedoch eine etwa 2,5 Kilogramm schwere, vollständig erhaltene römische Pionieraxt. Auf dieser Dolobra ist LEG IV (4. Legion) vermerkt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat der damalige Kaiser Maximus Thrax an diesem bedeutenden Gefecht teilgenommen.
Diese und viele weitere interessante Ausführung durch Irene Söffker veranlassten den Wanderwart nach der etwa dreistündigen Führung ihr im Namen aller Teilnehmer zu danken. Ferner merkte er noch an, dass die Geschichtsschreibung hinsichtlich dieser Epoche teilweise umgeschrieben werden müsse.
Im Anschluss an die Ausführungen von Klaus Asmus ergriff Klaus-Dieter Schumann, 1. Vorsitzender des Zweigvereins, das Wort und dankte sowohl Klaus Asmus als Peter Brandes für die Organisation und Durchführung dieser sehr interessanten Veranstaltung.