Hoffnung fürs Hahäuser Wohngebiet

Die zehn Anwohner der Streuerwiese haben beim Hauskauf auch für den Ausbau der Straße bezahlt. Doch das Geld wurde in Hahausen für etwas anderes ausgegeben.

Seit 13 Jahren warten die Bewohner der Streuerwiese auf den Straßenausbau / Eine Teillösung scheint in Sicht

Ärgerlich ist die Situation für die Bewohner der Streuerwiese. Seit 13 Jahren warten sie auf den Endausbau ihrer Straße.

 Statt mit einer fertigen, wie sie in solchen Gebieten üblich ist, müssen sie mit einer Baustraße leben. Vor allem bringt sie eine Sache auf die sprichwörtliche Palme. „Alle haben für den Straßenausbau bezahlt“, umreißt Stefan Schmiedt das Problem. Am Dienstag war der fehlende Ausbau Thema im Hahäuser Gemeinderat.
2003 zog Stefan Schmiedt als erster ins Wohngebiet. Neun weitere Familien folgten ihm. Eine Unterschriftensammmlung gab es, die Anwohner fordern endlich den Straßenausbau. Da Schmiedt für die Wählergemeinschaft Hahausen (WGH) im Gemeinderat sitzt, haben sie einen Antrag gestellt. Sie fordern zumindest den Teilendausbau. „Den Unterbau gibt es ja schon, auf dem fahren wir ja seit 13 Jahren“, betont Stefan Schmiedt auf Anfrage des „Beobachter“. Seit gut fünf Jahren fordern die Anwohner immer wieder ihr Recht auf eine Fertigstellung ein. Zumal der Zustand der Baustraße auch nicht besser wird. Stellenweise gleicht sie einer Holperpiste. Einige Löcher wurden schon notdürftig geflickt.
Im Zuge des Kommunalwahlkampfes wurde eine Lösung im Baugebiet Streuerwiese von allen Parteien und besonders der Wählergemeinschaft Hahausen thematisiert. Sie versprachen sich künftig dafür einzusetzen.
Mit Spannung erwarteten die Anwohner nun eine Entscheidung im Hahäuser Gemeinderat. Viele nahmen in den hinteren Reihen Platz. „Ich wünsche mir eine positive Nachricht“, formulierte einer im Rahmen der Einwohnerfragestunde. Zufrieden zeigen sie sich mit der Entscheidung.
Fakt ist: Der Teilendausbau des bewohnten Straßenzuges der Streuerwiese wird in den kommenden Haushalt mit aufgenommen. Wie Samtgemeindebürgermeister Bodo Mahns ausführte, liegt eine aktuelle Kostenschätzung des Ingenieurbüros vor. 175.000 Euro würde das kosten. Wie hoch die tätsächlichen Ausgaben sein werden, kann noch niemand abschätzen. Bodo Mahns verwies in diesem Fall auf eine Ausschreibung der Samtgemeinde im Sommer. 40.000 Euro sollte die ursprünglich kosten. Doch die Auftragsbücher der Firma zur Hochbauzeit sind voll. „Am Ende wird sie 30.000 Euro teurer“, führte Bodo Mahns aus.
Die Hahäuser haben erst einen Etappensieg geschafft. Bis Bauarbeiter den Teilausbau realisieren werden, ist es noch ein langer Weg. Erst einmal müssen sie die Haushaltsberatungen abwarten. Voraussichtlich im Dezember, eher Anfang 2017 werden die Lutteraner damit starten. Dann muss der Haushalt durch den Landkreis Goslar genehmigt werden. Zum Vergleich: 2016 hat die Kommune kaum Geld für größere Baumaßnahmen. Unterm Strich steht ein sattes Minus von 451.000 Euro.
Ist der Haushalt genehmigt, könnten die Lutteraner mit der Ausschreibung beginnen. „Ob der Baustart 2017 oder erst 2018 erfolgt, kann ich nicht sagen“, so der Samtgemeindebürgermeister. Ans Warten sind die Bewohner der Streuerwiese ja gewöhnt. Sie hoffen nur, dass sie für ihr Geld endlich das bekommen, was ihnen zusteht – eine ordentlich ausgebaute Straße. Stefan Schmiedt hat einen passenden Vergleich parat: „Wir können doch nichts dafür, wenn das Geld statt für den Kauf eines Autos für einen Balkon ausgegeben wurde!“ Mit Pech gehabt, werden sich die Anwohner jedenfalls nicht abspeisen lassen. Hoffnung gibt es.