In vier Tagen auf dem Fahrrad um den ganzen Harz

Sattelfest: Sie fuhren per pedes einmal um den ganzen Harz.

15 Radfahrer aus Sportgruppe des VfL Hahausen spulten etwa 300 Kilometer ab und überwanden 3000 Höhenmeter

Die Sportgruppe des VfL Hahausen hat eine seit zwei Jahren geplante Tour durchgeführt. Auf dem Fahrrad wurde der komplette Harz mit Start- und Endpunkt Hahausen in Ost-West Richtung umfahren.
Die Idee zur Harzumquerung mit dem Fahrrad wurde während einer langen und ermüdenden Rückreise von einer Ostseeradtour vor zwei Jahren geboren. Die für die jährliche Radtour zur Verfügung stehenden vier Tage komplett auf dem Rad zu verbringen, war das Ziel.
Übungsleiter Björn Besser griff die Idee auf und machte sich an die Planung. Um den Harz, durch das Harzvorland oder auch eine Harzüberquerung – alles das stand zur Auswahl. Die Entscheidung fiel auf ein Mischung aus Harzrandweg und Harzvorland, wollte man doch etwa 300 Kilometer in vier Tagen zurücklegen. Dass diese Tour eine besondere Herausforderung an die fahrradbegeisterten Männer darstellte, war allen Teilnehmern bei der Planung klar, ging es doch auch darum, mehr als 3000 Höhenmeter zu bewältigen. Björn Besser wurde dieser Anforderung gerecht, indem er einen Trainingsplan erarbeitete, der eine zweimonatige Vorbereitungszeit mit zwei bis vier Trainingseinheiten pro Woche vorsah.
Die erste Etappe führte die 15 Radfahrer von Hahausen über Goslar, Eckertal, Wernigerode nach Thale. Seilbahnfahrt, Hexentanzplatz und ein geschichtlicher Vortrag rundeten den Tag ab. Am Samstag führte die Tour über Gernrode, Ballenstedt, Hettstedt, Mansfeld nach Gorenzen im Ostharz. „Gerade dieser Teil des Harzes ist mit Burgen, Schlössern und alter Harzer Industrie reich bestückt. Wenngleich die Berge seicht in das Mansfelder Land auslaufen und der Harz heute auf einigen Teilstücken nicht mehr zu sehen war“, berichtet Teilnehmer Wolfgang Hasprich. Als sportlicher Ausgleich wurde am Abend ein Tischtennisturnier ausgetragen.
Mit einer rasanten Abfahrt durch die Gipskarstlandschaft Questenberg startete der 3. Tag. Über den Helmestausee (Kelbra) am Kyffhäuser ging es weiter Richtung Südharz. Über einen Zwischenstopp in Nordhausen rückte das Tagesziel Bad Sachsa in greifbare Nähe. Dieses Teilstück der Fahrradtour verlangte allerdings Mensch und Material alles ab. Mit steilen, kaum befestigten Anstiegen, Abfahrten auf Schotterwegen und als Radweg ausgewiesenen Wanderwegen, die jeden Wanderer herausgefordert hätten, hatte die Gruppe nicht gerechnet. Doch auch diese Herausforderung wurde mit viel Teamgeist gemeistert. Kurz vor Anbruch der Dunkelheit wurde die Jugendherberge in Bad Sachsa erreicht.
Bad Lauterberg, Osterode, Seesen klangen vertraut und wurden am vierten Tag passiert. „Auf gut ausgebauten Radwegen wurde noch mal richtig Kette gemacht, lag wohl am Stallgeruch....“, bilanzierte Björn Besser mit einem Lächeln.
Die Bilanz der Tour ist sehr positiv: keine Stürze, lediglich zwei defekte Fahrräder (die vom Begleitfahrzeug aufgenommen wurden), spürbarer Muskelkater in den Beinen und leichte Sitzprobleme wurden gern in Kauf genommen.
Nach der Ankunft, erschöpft aber glücklich, diese Herausforderung gemeistert zu haben, wurde bei einer Tasse Kaffee im Sportheim Hahausen bereits über das Ziel für die Radtour in 2013 nachgedacht.