Küchenbrand im Kindergarten

Unter schwerem Atemschutz machten sich die Brandschützer auf die Suche nach den Vermissten. Hier befinden sie sich kurz vor Eintritt in die Küche. Dort wurden auch die beiden Vermissten aufgefunden.

Übungsszenario der Feuerwehr Hahausen dient der Erfüllung von zwei Zwecken

„Küchenbrand im Kindergarten“ lautete gestern ein Übungsszenario, das die Einsatzkräfte der Hahäuser Feuerwehr routiniert abarbeiteten. Bei der Übung, die bei Nachbarn und Passanten durchaus den Eindruck eines scharfen Einsatzes erwecken konnte, ging es den Brandschützern aber nicht nur um die Übung eines tatsächlich möglichen Brandfalles, sondern auch darum, den „Kindern die Arbeit der Feuerwehr näher zu bringen“, wie es der scheidende Ortsbrandmeister Jörg Rühmann gegenüber dieser Zeitung formulierte.

Um 10.30 Uhr heulten die Sirenen in Hahausen und zehn Einsatzkräfte der Feuerwehr unterstützt von drei Kräften des DRK rückten zum Kindergarten in der Straße „Harzblick“ aus. Dort erwartete die Feuerwehrleute ein Fettbrand in der Küche, der inzwischen auf die Dunstabzugshaube übergegriffen hatte. Die Kinder, die von der Übung wussten, aber selbstverständlich mächtig aufgeregt waren, wurden von den Erzieherinnen über den kindergarteneigenen Spielplatz evakuiert und hinter dem Gebäude in Sicherheit gebracht.
Die Meldung von Kindergartenleiterin Else Eilers, die den eingetroffenen Brandschützern mitteilte, dass alle Personen aus dem Gebäude in Sicherheit seien, stellte sich jedoch als falsch heraus. Zwei Menschen wurden vermisst und mussten von den Einsatzkräften gefunden und anschließend geborgen werden.
Unter Atemschutz bahnten sich zwei Brandschützer den Weg ins Gebäude und machten sich auf die Suche nach den vermissten Personen, die sie schließlich in der Küche und einem benachbarten Abstellraum ausfindig machten. Parallel zu der Suchaktion bauten weitere Kräfte der Wehr die Wasserversorgung auf. Zwei weitere Männer unter Atemschutz wurden unterdessen zur Hilfe gerufen und halfen bei der Bergung.
Als sicher war, dass es sich um einen Fettbrand handelte stellten die Einsatzkräfte von Wasser auf Löschschaum um, denn die Bekämpfung eines Fettbrandes mit Wasser könnte zu einem wahren „Inferno führen“, wie Ortsbrandmeister Rühmann erklärte.
Truppführer Bernd Kerwien zog nach Ende der Übung ein positives Fazit und war zufrieden mit der Leistung seiner Kollegen. Für die Feuerwehr bot die Übung wertvolle Einblicke, sollte es tatsächlich einmal zu einem Brand im Kindergarten kommen. „Das wollen wir natürlich nicht hoffen, aber für den Ernstfall wollen wir gerüstet sein“, so Kerwien.
Rühmann nutzte deshalb auch gleich die Gelegenheit die Einrichtung bezüglich des Brandschutzes genauer unter die Lupe zu nehmen. Der erfahrene Brandschützer hatte jedoch nichts zu bemängeln. Alle Geräte wie Löschdecke, Feuerlöscher und Rauchmelder sind vorhanden und ordnungsgemäß installiert und gewartet. „Und auch die Räumung des Kindergartens im Brandfall sollte reibungslos verlaufen“, meinte Truppführer Bernd Kerwien.
Die evakuierten Kindern wurden während des Einsatzes von den Kräften des DRK betreut. Im Anschluss an den Einsatz hatten sie dann noch die Möglichkeit die Brandschützer mit zahlreichen Fragen zu löchern.