Mitglieder des VfL Hahausen streiten über Ausrichtung ihres Vereins

Gründung eines neuen Fußballvereins im Gespräch / Spielgemeinschaften dürfen nicht auf Bezirksebene spielen

Wie geht es weiter mit dem VfL Hahausen? Das war neben der Wahl des gesamten Vorstandes (der „Beobachter“ berichtet darüber in seiner morgigen Ausgabe) der zentrale Punkt bei der Jahreshauptversammlung am Samstagabend.
Worum ging's? Wie bekannt sein dürfte, bildet der VfL Hahausen im Bereich des Herrenfußballs seit ein paar Jahren eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Lutter. Seit Beginn der Spielzeit 2015/2016 ist noch der SV Neuwallmoden hinzugestoßen.
Die Spielgemeinschaft, die unter dem Namen SG Neiletal firmiert, und mit drei Mannschaften äußerst erfolgreich am Punktspielbetrieb im Fußballkreis Nordharz teilnimmt, hat jedoch ein großes Problem. Die Statuten des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) verbieten es nämlich, dass Spielgemeinschaften auf Bezirksebene um Punkte kämpfen dürfen. Für die 1. Herren der SG Neiletal stellt dies ein großes Problem dar, beendete sie die Rückrunde doch auf einem starken zweiten Platz und hegt Ambitionen in der kommenden Saison in der Bezirksliga anzutreten.
Aus diesem Grund haben sich die Vorstände der drei Sportvereine überlegt, einen neuen Verein zu gründen, der beispielsweise den Namen „FC Neiletal“ tragen könnte. Dieser Verein ist jedoch lediglich als eine Art Hilfs-Vehikel gedacht, um den Fußballern aus der Samtgemeinde den Aufstieg in die Bezirksliga theoretisch zu ermöglichen. Die Spieler würden weiterhin Mitglieder ihrer Heimatvereine bleiben, ihre Spielberechtigung, sprich Spielerpässe, würden jedoch auf den neu zu gründenden Verein überschrieben.
Die drei Stammvereine, also der VfL Hahausen, der TSV Lutter und der SV Neuwallmoden, müssten den neuen Verein mit rund 1.500 Euro im Jahr finanziell unterstützen.
Einige Teilnehmer der Versammlung fühlten sich von diesem Vorstoß derart überrumpelt, dass in der Folge eine teils hitzige Diskussion entbrannte. VfL-Vorsitzender Wolfgang Hasprich knüpfte seine Zukunft als Chef des Hahäuser Sportvereins an den Ausgang der Abstimmung über die Gründung eines neuen Vereins. Hasprich ist ein glühender Verfechter des Fußballsports und hofft zusammen mit seinen Vorstandskollegen aus Lutter und Neuwallmoden mit der Gründung eines neuen Vereins auch zukünftig attraktiven Fußball im Bereich der Samtgemeinde anbieten zu können.
Vereinsmitglied Lothar Pilster echauffierte sich über diese Überlegungen vor allem deswegen, weil sich die Vereine in der Samtgemeinde auf diese Art dem Diktat des NFV beugen würden. Björn Besser ging in seiner Argumentation sogar soweit, den Fußball komplett aus dem VfL Hahausen zu verbannen, und dem Verein eine neue Ausrichtung zu geben. Mit Blick auf die sinkenden Mitgliederzahlen, die vor allem die Fußballsparte betreffen, regte Besser an, den VfL Hahausen mit neuen Angeboten wieder attraktiver für die breite Masse zu machen. So könnte man unter anderem in der Kinder- und Jugendarbeit neue Konzepte entwickeln um ein Alleinstellungsmerkmal zu kreieren.
Ideen, die bei Hasprich und seinen Vorstandskollegen zwar nicht auf Ablehnung treffen, aber nichts daran ändern, dass sie am Fußball weiterhin festhalten wollen. Die Abstimmung verlief schließlich wie es Hasprich sich gewünscht hatte. 32 der anwesenden Teilnehmer stimmten für die Gründung eines neuen Vereins, der die Zukunft des Fußballs auf Samtgemeinde sichert. Sechs Mitglieder stimmten gegen die Pläne.
Was passiert nun? Die Entscheidung der VfL-Mitglieder ist nur der Anfang. Nun müssen sich noch die Mitglieder des TSV Lutter und SV Neuwallmoden für die Gründung eines neuen Vereins aussprechen. Die Zeit drängt jedoch, bis Mai müssen die entsprechenden Anträge beim NFV gestellt werden.