Ortsbrandmeister kündigt Abschied an

Daniel Flügge (Mitte) wurde zum Hauptlöschmeister befördert.
 
Die geehrten Mitglieder Hans-Hermann Beltau (2. von links) und Willi Boos (3. von links) zusammen mit Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky, Samtgemeindechef Peter Kühlewindt und Ortsbrandmeister Jörg Rühmann.

Hahäuser Wehr zieht Bilanz / Amtszeit von Jörg Rühmann läuft aus / Ehrung für Gemeindebrandmeister

Dass es bei der Hahäuser Feuerwehr rund läuft, zeigte bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung am Samstagabend nicht nur der reibungslose Ablauf der Stellvertreter-Wahlen, sondern auch der Tagesordnungspunkt bei dem es um die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages ging.

Einstimmig verabschiedeten die Hahäuser Brandschützer nämlich eine Erhöhung des monatlichen Beitrages um 50 Cent auf monatlich 1,50 Euro.
Eine Diskussion war nicht notwendig. Den anwesenden Brandschützern reichte die Erklärung von Ortsbrandmeister Jörg Rühmann, dass die Beitragsanpassung wichtigen wehrtechnischen Anschaffungen dient und somit allen Mitgliedern zugute kommt.
Und auch sonst gab es bei der zügig abgehandelten Tagesordnung keine Gründe zur Beanstandung. Der Kassenbericht vom erfahrenen Kassierer Dirk Räke wurde ebenso durchgewunken wie das Protokoll der Vorjahresversammlung.
Den Höhepunkt der Versammlung bildeten dann die Ehrungen zwei verdienter Mitglieder. So wurde Willi Boos für seine 50-jährige Mitgliedschaft geehrt, und überraschend Gemeindebrandmeister Hans-Hermann Beltau für seine 40-jährige Mitgliedschaft in der Wehr. Für diese Ehrung war auch extra Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky angereist, der die Ehrung Beltaus vornahm. Der Jubilar zeigte sich, wie man es von Hans-Hermann Beltau gewohnt ist, bescheiden, ließ bei seinen abschließenden Grußworten aber dennoch durchblicken, dass ihn diese Ehrung sehr gefreut hat. Im weiteren Verlauf wurden dann noch drei Beförderungen augesprochen. Lukas Kerwien wurde zum Oberfeuerwehrmann befördert, Marvin Ahrens zum Hauptfeuerwehrmann und Daniel Flügge zum Hauptlöschmeister.
In seinem Jahresbericht blickte Jörg Rühmann dann gewohnt routiniert auf die abgelaufenen zwölf Monate zurück. Zu Buche standen im Jahr 2013 insgesamt acht Einsätze. Diese teilten sich auf in vier Brandeinsätze und vier Hilfeleistungen. Ihren letzten Einsatz im vergangenen Jahr absolvierten die Hahäuser Brandschützer übrigens erst im November, als sie entlaufenen Pferden auf der Spur waren.
Zu den weiteren Höhepunkten des Wehr-Jahres zählten die zahlreichen Fahrzeugbesichtigungen. Wie bereits ausführlich im „Beobachter“ berichtet, werden die Hahäuser Brandschützer ein neues Löschfahrzeug erhalten. Die notwendige Ausschreibung übernimmt die Kommunale Wirtschaft- und Leistungsgesellschaft (KWL). Wenn in den kommenden Monaten alles glatt läuft, kann das neue Fahrzeug im April bestellt werden. Mit einer Auslieferung ist dann aber nicht vor dem Frühjahr 2015 zu rechnen.
Samtgemeindebürgermeister Peter Kühlewindt ging in seinen Grußworten ebenfalls auf die Fahrzeugbeschaffung ein, und erläuterte nochmals die dafür notwendige und bereits erfolgte Verabschiedung eines Nachtragshaushaltes in Höhe von 200.000 Euro und die umfangreichen Recherchen bei der Fahrzeugsuche.
Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky erläuterte in seinen Ausführungen wichtige Punkte auf Kreisebene. So erklärte er, dass die Leitstellenfusion mit Osterode endgültig vom Tisch ist, da sich Osterode mit der großen Kreisfusion ganz deutlich für Göttingen entschieden hat. Auf die Leitstelle in Goslar hat dies jedoch mittelfristig zunächst keine Auswirkungen. Die Leitstelle in der Kaiserstadt ist technisch und personell auf einem guten Stand und kann auch alleine die anfallenden Aufgaben erfüllen. Wie es in der Zukunft aussieht, vermochte Kreisbrandmeister Borsutzky nicht zu sagen. Er geht aber davon aus, dass die aktuelle Leitstellenorganisation noch einige Jahre Bestand haben kann. Ferner ging Borsutzky auch noch auf die Fertigstellung und Einweihung der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) ein.
Und natürlich kam diese Jahreshauptversammlung auch nicht ohne das Thema der digitalen Alarmierung und des digitalen Funkes aus. Borsutzky und Beltau gingen auf den aktuellen Stand ein und sagten, dass der geplante Zeitrahmen eingehalten werden kann. Die Wehren in Clausthal und Braunlage hätten bereits erfolgreiche Probedurchläufe mit dem neuen Funk- und Alarmierungssystem absolviert.
Auf die Samtgemeinde Lutter kommen im Zuge der Funkumstellung recht beachtliche Kosten zu, die sich zwischen 40.000 und 50.000 Euro bewegen werden. Die Hahäuser Wehr wird 16 dieser neuen Alarmempfänger erhalten. Zusätzlich werden die aktiven Brandschützer dann künftig noch über eine SMS auf ihr Handy in Kenntnis gesetzt.
Pfarrer Martin Sützer und Bürgermeister Henri Hoffmeister wandten sich ebenfalls mit Grußworten an die Versammlung. Beide dankten den Brandschützern für die geleistete Arbeit und wünschten für die kommenden Monate alles gute.
In seinen Schlussworten kündigte Ortsbrandmeister Rühmann dann noch seinen Rückzug an. Mit Ablauf diesen Jahres endet seine Amtszeit als Chef der Hahäuser Wehr. Aus Altersgründen wird er dann nicht nochmal kandidieren. Die Suche nach einem Nachfolger läuft jedoch bereits intern auf Hochtouren, so dass bei den Brandschützern keine Probleme auftauchen werden.
Und um an dieser Stelle noch der Statistik genüge zu tragen, sei noch erwähnt, dass die Hahäuser Feuerwehr aktuell 231 Mitglieder zählt. Davon sind 28 im aktiven Dienst tätig.
Für einen kurzen Moment der Verblüffung sorgte dann jedoch noch der Beitrag von Eckhard Ohlendorf. Er fragte, warum in der Hahäuser Feuerwehr keine Frauen aktiv seien. Dies beantworte Rühmann schlicht und trocken mit dem Hinweis, dass sich bisher einfach keine Frauen gemeldet hätten. Die Hahäuser Brandschützer hätten nämlich nichts gegen weibliche Unterstützung in ihren Reihen.

Die Wahlergebnisse:
Marvin Ahrens (stellvertretender Gerätewart), Lukas Kerwien (stellvertretender Atemschutzgerätewart), Tobias Gerbrich (stellvertetender Kassierer), Arne Kallbreier (stellvertretender Schriftführer), Florian Schwarzer (stellvertretender Sicherheitsbeauftragter).