Respekt vor Verantwortung offenbar zu groß

1. Vorsitzender Wolfgang Hasprich (rechts) und sein Stellvertreter Winfried Funk (links) zusammen mit den Geehrten Dieter Ohms (2. von links) und Gernot Besser, die seit 50 Jahren Mitglieder im VfL Hahausen sind.

VfL Hahausen führt Vorstandswahlen durch / Kooperation von Damengymnastikgruppen ins Spiel gebracht

In sportlicher Hinsicht kann der VfL Hahausen auf ein durchaus erfolgreiches Jahr zurückblicken. Denn die 1. Fußball-Herren, eine Spielgemeinschaft aus VfL und dem TSV Lutter, konnte bereits in der ersten Saison ihrer Kooperation den Titel in der 2. Nordharzklasse erringen.

Und auch in der aktuellen Saison steht die Mannschaft von Trainer Reinhard Michel trotz eines kleinen Abwärtstrends zum Ende der Hinrunde auf einem guten vierten Platz der 1. Nordharzklasse. „Für einen Aufsteiger“, so bezeichnete es Spielausschussobmann Winfried Funk am Samstagabend im VfL-Vereinsheim treffend, „eine durchaus respektable Leistung.“
Dennoch beim VfL Hahausen läuft es wie in nahezu allen Vereinen nicht überall rund. Dies zeigte sich vor allem bei den diesjährigen Vorstandswahlen. Die Bereitschaft der Vereinsmitglieder an verantwortungsvoller Position mitzuarbeiten muss nämlich als gering eingestuft werden. Dies liegt jedoch nicht an der Arbeit von Vereinschef Wolfgang Hasprich, seinem Vertreter Winfried Funk, Geschäftsführerin Karin Hansen-Beyer und Schatzmeister Peter Warnecke, sondern an der abwehrenden Haltung zahlreicher Vereinsmitglieder, wenn es um die Postenvergabe geht.
Ein Beispiel: Peter Warnecke führt bereits seit vielen Jahren erfolgreich und zuverlässig die Kasse des Hahäuser Sportvereins. Aufgrund gesundheitlicher Probleme und seines fortschreitenden Alters erwog Warnecke, dies hatte er auch bereits im Vorfeld der Versammlung angedeutet, den Rückzug aus seinem Amt. Bei der Suche nach einem Nachfolger wirkte es dann jedoch so, als ob sich die anwesenden Vereinsmitglieder am liebsten unterm Tisch verkrochen hätten. Zu groß ist offenbar der Respekt vor diesem vertrauensvollen Amt, beziehungsweise zu klein eben die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.
Und so blieb Warnecke, der in Vereinskreisen liebevoll „Pit“ genannt wird, nichts anderes übrig als sich bereitzuerklären das Amt zunächst kommissarisch weiter zu bekleiden.
Das gleiche Spiel wiederholte sich dann auch bei der Wahl des Ältestenrates. Mit Gerd Beyer und Dieter Spintig wurden dann zwar noch zwei Mitstreiter für Rudi Franke gefunden. Der Weg zu diesem Ergebnis gestaltete sich jedoch relativ holprig.
Bei der Wahl des 1. Vorsitzenden gab es glücklicherweise keine größeren Probleme, da Wolfgang Hasprich mit einer Wiederwahl einverstanden war. Gleiches galt auch für Hasprichs Stellvertreter Winfried Funk und Geschäftsführerin Karin Hansen-Beyer. Trotzdem machte Hasprich im Zuge der Jahreshauptversammlung deutlich, „dass er nicht ewig für dieses Amt zur Verfügung stehen wird. Und es einem Verein auch nicht schadet, wenn neue Leute für frischen Wind sorgen.“
Den Posten des Jugendleiter wird künftig Marco Seewaldt übernehmen. Damenwartin bleibt Angelika Süßschlaf, Platzkassierer Manfred Wolter, Kassenprüfer wird Frank Salzbrunn und Datenschutzbeauftragter ist und bleibt Bernd Ahrens. Der Festausschuss setzt sich aus Manuel Müller, Marion Maibaum und Jörg Reese zusammen, und Winfried Funke wird neben seinem Stellvertreter-Amt auch weiterhin als Spielausschussobmann agieren.
In seinem Jahresbericht blickten Vorstand und Spartenleiter dann auf die zurückliegenden zwölf Monate zurück. Hasprich und die Spartenleiter erinnerten an Ausflugsfahrten, Feste, eine Ferienpassaktion, den großen Rodelcup und die Braunkohlwanderung.
Spielausschussobmann Winfried Funk verwies in seinem Rückblick nochmals auf das Abenteuer 2. Herren, das zu Beginn der Spielzeit 2013/2014 gestartet wurde und nach wenigen Spieltagen mit insgesamt drei Spielabsagen krachend gescheitert war. Diesen Ausflug in das Geschäft mit zwei Fußballmannschaften beschrieb Funk dann auch mit dem Satz „außer Spesen nichts gewesen“, denn Spielabsagen sind eine äußerst kostspielige Angelegenheit, die sich lokale Vereine nicht auf Dauer leisten können.
Damenwartin Angelika Süßschlaf ging in ihrem Bericht erneut auf die karge Besetzung ihrer Frauensportgruppe ein, die nach wie vor nur acht Mitglieder zählt. Wolfgang Hasprich regte in diesem Zusammenhang eine Fusion mit der Damengymnastikgruppe des TSV Lutter an. „Die Kooperation beim Fußball hat gezeigt, dass durch solche Maßnahmen Synergieeffekte freigesetzt werden. Über dieses Thema sollten wir uns einmal intensiv austauschen.“
Neben Wahlen und Jahresberichten standen auch noch einige Ehrungen auf dem Programm. Aufgrund von Abwesenheit einiger Mitglieder konnten jedoch nur zwei Ehrungen durchgeführt werden, es waren aber die wichtigsten an diesem Abend. Dieter Ohms und Gernot Besser wurden nämlich für ihre bereits 50 Jahre währende Mitgliedschaft im VfL Hahausen gewürdigt.