Vier Frischlinge halten Hahäuser in Atem

Untypisches Verhalten für einen Frischling. (Foto: Voskuhl)

Erst tauchten sie an der Harzklubhütte auf / Später liefen die Tiere durch den Ort / Vor Menschen keine Angst

Angst vor Menschen kennen sie nicht. Im Gegenteil. Sehr zutraulich zeigten sich vier Frischlinge vor Kurzem an der Hütte des Harzklub-Zweigvereins Neuekrug-Hahausen, wie der „Beobachter“ in der gestrigen Donnerstagsausgabe berichtete. Die Geschichte war damit noch nicht zu Ende.

Den vier Frischlingen war der Wald offenbar zu eng. Kurzerhand statteten sie einen Tag später Hahausen eine Besuch ab. „Wir wurden von Anwohnern informiert, dass sich vier Frischlinge auf der Bundesstraße herumtreiben“, berichtet Jagdpächter Dieter Voskuhl. Als er die vier quasi in Aktion erlebte, kam ihn ein Verdacht: „Sie müssen von Menschenhand aufgezogen und dann ausgesetzt worden sein“, vermutet der Hahäuser. Indizien dafür hat er einige. Nachdem die vier von drei Jägern – davon zwei aus dem Emsland – und der Polizei eingefangen wurden, brachten sie die Tiere auf den Hof von Landwirt Dirk Oppermann in Neuekrug.
Im Stall wurden sie gefüttert. „Eine Frischling steckte seinen Kopf in den Eimer, daher muss er diese Fütterungsart kennen“, sagt Dieter Voskuhl dem „Beobachter“. Zudem muss derjenige, der die Tiere aufgezogen und danach wieder ausgesetzt hat, Pferde gehabt haben. Dieter Voskuhl hat dafür deutliche Anzeichen gesehen. Nachdem die Frischlinge in den Stall gesperrt wurde, liefen sie sofort zu den Pferden und wollten spielen. „Wildschweine haben vor großen Tieren eigentlich Angst“, so der Jagdpächter. Das hatten aber eher die Pferde vor diesen vier Tieren. Die vier Frischlinge waren allein unterwegs. Von der Bache fehlte jede Spur. Unklar ist, woher die Tiere kommen.