Infozentrum zur Römerschlacht eröffnet

Das Info-Gebäude, wie es von der Autobahn aus zu sehen ist.
 
Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne, Landrat Michael Wickmann, die Leiterin des Braunschweigischen Landesmuseums Dr. Heike Pöppelmann und Robert Hintz mit einem Römermalbuch vor einer Info-Stele auf dem Informationspfad am Harzhorn.

Futuristisch anmutendes Gebäude ist Ausgangspunkt für Besichtigungen am Harzhorn

Gut ein Jahr nach der Konzeptentwicklung und noch nicht einmal vier Monate nach dem Baubeginn am 16. Juli 2013 konnte am Dienstag am römisch-germanischen Schlachtfeld am Harzhorn die Informationsarchitektur eröffnet werden. Anwesend waren etwa 80 geladene Gäste, welche die Gelegenheit wahrnahmen, sich ausführlich über die Baumaßnahmen und die Info-Punkte im Gelände zu informieren.

Auch wenn noch einige Restarbeiten am Infogebäude notwendig sind, steht dieses ab sofort als Startpunkt für die Gästeführungen der Harzhorn-Guides zur Verfügung. Künftig soll dieses auch mit Infos rund um das Harzhorn bestückt sein. Dienen soll es auch als Rahmen für Vorträge, Workshops und auch Kindergeburtstage.
„Hier am Harzhorn soll ein kreativer Ort entstehen, ein Treffpunkt für Jung und Alt, für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, für alle Gäste der Region. Nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Mitmachen und zum Anfassen“, so Landrat Michael Wickmann in seiner Eröffnungsansprache. Dieses sei nur gelungen, dank der finanziellen und ideellen Unterstützung zahlreicher Förderer und Kooperationspartner und dem hervorragenden Zusammenspiel der ausführenden Firmen und der kompetenten Bauleitung, in Person von Architekt Tim Grimme vom Büro K 17 – Steingräberarchitekten. Er lobte ausdrücklich das große Engagement aller Beteiligten, ohne welches es nicht möglich gewesen wäre, das herausragende Kulturdenkmal zu fördern und spannend aufzubereiten.
Insgesamt sind für die Baumaßnahmen aktuell 769.000 Euro veranschlagt. Enthalten sind darin mit rund 435.000 Euro sowohl die Kosten für das Info-Gebäude als auch mit je rund 100.000 Euro die Kosten für den 650 Meter langen Informationspfad und die Zuwegung mit den Parkmöglichkeiten und der Buswendeschleife. Wobei der Landkreis aus Haushaltsmitteln mit 189.500 Euro etwa 25 Prozent der Summe beisteuert. Die übrigen Mittel kommen von der Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim, dem Nieders. Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Nieders. Sparkassenstiftung und der Kreis-Sparkasse Northeim, dem Amt für Landentwicklung und der BINGO-Umweltstiftung Niedersachsen.
In zwei von der Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne und dem Prospektionstechniker Thorsten Schwarz geführten Gruppen wurde der Informationspfad auf dem Harzhorn vorgestellt. Der Pfad im Gelände ist mit Sitzbänken und Informationsstelen ausgestattet und bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich über das dramatische Geschehen am Harzhorn zu informieren. Natürlich wird es auch weiterhin möglich sein, Gästeführungen durch die zertifizierten Harzhorn-Guides zu buchen.
Die Führungen mit den Harzhorn-Guides, die über die Tourist-Info Bad Gandersheim gebucht werden können, dauern etwa 90 Minuten. Allein in diesem Jahr haben bisher 111 Führungen mit über 2.000 Besuchern stattgefunden. Hinzu kommen zahlreiche Schulklassen, die ihre Besuche direkt mit den Guides abstimmen. „Wir haben teilweise zwei oder drei Busse mit Schülern gleichzeitig vor Ort“, so Irene Söffker.
„Da im Gelände keine Spuren der antiken Schlacht sichtbar sind, wurde zusätzlich eine interaktive HarzhornApp, die über QR-Codes auf den Stellen abrufbar ist, erstellt“, so Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne. Mithilfe dieser zeitgemäßen Präsentation wird es einem breiten Publikum möglich, weitere interessante archäologische Informationen vor Ort zu erhalten. Texte, Bilder, Tonspuren und Filmsequenzen sowie eine spezielle Harzhorn-App für Kinder sollen künftig das Interesse für dieses herausragende Kulturdenkmal fördern und zu einer spannenden Zeitreise einladen.
„Ich freue mich, dass wir mit dem Bau der modernen Architektur ein Fenster in die Vergangenheit öffnen und die historischen Erkenntnisse für die breite Öffentlichkeit verständlich machen können“, so Landrat Michael Wickmann weiter.
Auch die Direktorin des Nieders. Landesmuseums in Braunschweig, in dem zurzeit die Landesausstellung „Roms vergessener Feldzug“ zu sehen ist, zeigte sich von der modernen Architektur beeindruckt, weil sie „den Konflikt der Schlacht widerspiegelt“, so Dr. Pöppelmann. „Durch dieses großartige Projekt kann man große Geschichte vor Ort erleben“, so die Direktorin des Landesmuseums weiter, die zugleich darauf hinwies, dass anlässlich der Landesausstellung in den vergangenen zwei Monaten 25.000 Besucher hätten gezählt werden können.
Zusätzlich zu den Info-Stelen sollen im Gelände auch noch die Fundstellen markiert werden „damit Besucher einen besseren Eindruck von der überwältigenden Fundanzahl gewinnen können“, so Dr. Petra Lönne.
Das römisch-germanische Schlachtfeld am Harzhorn wird sicher noch lange Zeit Gegenstand der Forschung sein und bestimmt auch in Zukunft spannende Ergebnisse zu Tage fördern. Allein 2.500 Fundstücke, die bisher im Gelände geborgen werden konnten, sprechen eine beeindruckende Sprache.