Eine Straße für Gustav Meyer

Hannelore Krause, die Tochter von Gustav Meyer, sowie Harys Ortsvorsteher Jörg Philipps freuen sich über die Straßenumbenennung zu Ehren des früheren Ortsvorstehers. (Foto: Vollmer)

Haryer Straße „In den Weiden“ trägt nun den Namen des ehemaliger Ortsvorstehers

Gustav Meyer kannte jeden Stein in Hary. Für Sorgen und Nöte der Einwohner hatte der langjährige Ortsvorsteher, der im vergangenen Jahr im Alter von 87 Jahren verstorben ist, stets ein offenes Ohr. Um seine vielfältigen Verdienste zu würdigen, wurde nach seinem Tod sehr schnell der Beschluss gefasst, eine Straße nach ihm zu benennen.

Die war auch schnell gefunden, denn der Straßenzug In den Weiden hieß im Volksmund aus gutem Grund immer schon Meyers Gasse, da die Familie dort seit Generationen zu Hause ist.
Ortsvorsteher Jörg Philipps brachte schließlich mit dem offiziellen Antrag den Stein ins Rollen. Die gesamte Dorfgemeinschaft stand hinter ihm. Auch in der Verwaltung fand das Anliegen der Haryer Zustimmung, so dass einer Umbenennung nach den entsprechenden Beschlüssen nichts mehr im Wege stand. Seit einiger Zeit heißt der gut 240 Meter lange Straßenzug nun Meyers Gasse. Neu ist ein Zusatzschild mit Informationen zu dem früheren Landwirt. Darauf ist zu lesen, dass der Haryer zehn Jahre lang von 1986 bis 1996 als Ortsvorsteher tätig war und sich auf verschiedensten Gebieten Verdienste erworben hat. „Auch ohne Amt ist er stets allgegenwärtig gewesen“, meinte Jörg Philipps. Bei seiner Amtsübernahme bekam er dann gleich mit auf den Weg, doch Gustav Meyer zu fragen, was denn einen guten Ortsvorsteher ausmacht. Dazu kommt auch sein Engagement bei den „Plattduitschen Frünnen“. Meyers Vorträge wurden wegen seiner deutlichen und lauten Aussprache geschätzt.
Kaum ein Tag verging, an dem er nicht Spaziergänge durch den Ort unternahm. „Kinder sind ihm immer sehr wichtig gewesen“, blickte der Ortsvorsteher zurück. Sein Herz schlug aber auch für den Fußballclub Ambergau Nord. Wer das Hofcafé im Dorf besuchte, traf oft auf Gustav Meyer, der es sich immer auf demselben Platz bequem gemacht hatte. Seine Tochter Hannelore Krause denkt immer noch sehr gerührt an die Beerdigung zurück, wo die Einwohner einen Kranz mit der Schleife „Dein Dorf Hary“ niedergelegt hatten. „Da kommen mir immer noch die Tränen“, sagt sie.
Die Bewohner von zwei Häusern waren durch die Namensänderung betroffen. Dazu gehört auch Hannelore Krause. Mittlerweile sind aber alle wichtigen Adressaten mit der neuen Anschrift Meyers Gasse 3 versorgt. Für sie und ihre Geschwister ist die Umbenennung zu Ehren des Vaters eine ganz besondere Wertschätzung durch die Haryer Einwohner. vo