Grußwort des 1. Vorsitzenden Frank Decker zum 100. Geburtstag des TSV Herrhausen

Das Festprogramm des TSV Herrhausen zum 100. Geburtstag. (Foto: bo)

„Die Erfülllung des Urauftrages wird für einen Sportverein immer schwieriger“ / Dank an alle Helfer und Ehrenamtliche

Herrhausen (bo).

Liebe Mitglieder und Freunde des TSV Herrhausen,
liebe Gäste.

Das Jahr 2011 ist für den TSV Herrhausen ein besonderes Jahr. „Unser“ Sportverein darf auf 100 Jahre Sport und Ehrenamt zurückblicken. Das Motto des Jubiläumsjahres lautet: „100 Jahre Bewegung...100 bewegte Jahre“!“ Ein kurzer Spruch mit unglaublich viel Bedeutung. Jeder sollte einfach einmal versuchen, dieses Motto für sich selbst zu definieren. Es wird etliche Varianten geben, wobei jede auf ihre Weise zutreffend ist.
100 Jahre! Wie viele Frauen, Männer und Kinder durften hier den Sport (er)leben? Wie viele Frauen und Männer engagierten sich ehrenamtlich in der Vereinsarbeit? Sie investieren Zeit und Geld in IHR Hobby „TSV Herrhausen“. Allen denen möchte ich hiermit Dank sagen. Danke, dass wir diesen Geburtstag feiern können.
Dieser Dank gilt selbstverständlich auch den aktuellen Mitgliedern und Helfern im und um den Verein, denn auch sie sind Teil dieser 100 Jahre. Es erfüllt mich mit Stolz, dem Verein im Jubiläumsjahr vorsitzen zu dürfen.
Ich möchte an dieser Stelle, gerade wegen dieses Jubiläums, mahnen und erinnern an den Generalauftrag eines Sportverein: Bereitstellung und Plattform für eine sportliche Freizeitgestaltung an Jung und Alt, soziale Integration.
Die Interessen der Kinder und Jugendlichen sind vielfälter geworden und das Freizeitangebot ist unglaublich groß. Das Heranwachsen im Verein, so wie ich es erleben durfte, verbleibt somit oder ist nur noch wenigen vergönnt.
Die Erfüllung des Urauftrges wird für einen Sportverein immer schwieriger. Die Gesellschaft verändert sich, die Egoismen werden stets einflussreicher und „von oben“ vorgelebt; Profitdenken in allen Belangen. Der Freizeitsport muss dem virtuellen „Freizeitangebot vom Bürostuhl“(Computerspiele, weltweite Internetverbindung) oder dem Fernsehsessel weichen. Diese Kategorie erspart Muskelkater und Schweißfluss und jeder kann trotzdem Meisterschaften erringen. Ingesamt bleibt nicht mehr viel Zeit, Kraft und Lust für Aufopferung im „unspektakulären“ Dorfverein.
Die zurückliegenden 100 Jahre waren nicht immer einfach. Ob unser Dofverein ein weiteres Jahrhundert überleben kann, ist mehr als zweifelhaft. Oder liege ich vollkommen falsch mit meiner Schwarzmalerei und alles wird gut? Vielleicht können wir unsere Kinder und Enkelkinder doch wieder mehr für das Vereinsleben interessieren?
Nun wollen wir jedoch dieses Festwochenende genießen und dem Trend trotzden. Arbeiten wir auf die nächsten 100 Jahre hin und beginnen damit genau JETZT!
Ich erhebe sinnbildlich mein Glas und wünsche dem Jubilar eine gute Entwicklung und unseren Gästen einen harmonischen und unterhaltsamen 100. Geburtstag.

Mit sportlichem Gruß.
Frank Decker, 1.Vorsitzender