Wehr Herrhausen resümiert arbeitsreiches Jahr

Ortsbrandmeister Achim Fehlig (rechts) mit den Beförderten (von links): Stellvertretender Ortsbrandmeister Manfred Sydekum, Christian Reinecke, Steffen Thudt, Anna-Lena Thudt, Tim Mogk und Annika Kretzler. (Foto: Appun)
 
Ortsbrandmeister Achim Fehlig zeichnete Peter Kotschate und Christian Appun für 25-jährige Mitgliedschaft als Förderer. (Foto: Appun)

Vier Brandeinsätze, drei Hilfeleistungen / Beförderungen und Ehrungen / Fahrzeugersatzbeschaffung läuft

Die Freiwillige Feuerwehr Herrhausen ließ jetzt ein „sehr arbeitsreiches Dienstjahr“ (Originalton Ortsbrandmeister Achim Fehlig) Revue passieren. Zur Generalversammlung gaben sich neben zahlreichen aktiven und passiven Mitgliedern auch Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke, Ortsbürgermeister Walter Schröder, der 1. Stellvertretende Bürgermeister der Stadt Seesen, Jürgen Ebert, der Vorsitzende des Feuerschutzausschusses im Rat der Stadt Seesen, Norbert Stephan, der Fachbereichsleiter II „Ordnung“, Uwe Zimmermann, und der Leiter des Polizeikommissariats Seesen, Helmut Fischer, ein Stelldichein.
In seinem Jahresbericht ließ OBM Achim Fehlig zunächst die 13 Einsätze Revue passieren. Viermal rückte die Wehr zu Bränden aus:
•Dachgeschossbrand im Drakenpfuhl (Seesen),
•Feuer im Kalkwerk Münchehof,
•Grasbrand an einem Feldweg zwischen Herrhausen und Münchehof,
•Pkw-Brand in einer Scheune in der Bollergasse (Seesen).
Dreimal wurde die Wehr zu Hilfeleistungen angefordert:
•Personensuche am Griesebach (Münchehof),
•Unterstützung bei einer Personenrettung (Herrhausen, Mühlenweg),
•Öl-Einsatz (Herrhausen, Nordhäuser Straße).
Ferner schlugen sechs Brandsicherheitswachen bei diversen Veranstaltungen zu Buche, und auch die Hydrantenprüfung blieben nicht unerwähnt. – Mit ihren Fahrzeugen legte die Ortswehr insgesamt eine Fahrstrecke von 6.216 Kilometern zurück; 1.221 Kilometer mit dem LF 8 und 4.995 Kilometer mit dem MTW.
Ausführlich ging Fehlig auf die Ausbildugs-und Fortbildungsaktivitäten ein, resümierte die drei Einsatzübungen in Herrhausen und Seesen (2) und unterzog die Lehrgänge einer Nachbetrachtung. An der Landesfeuerwehrschule in Celle wurde ein Lehrgang belegt. Hier nahm Anna-Lena Thudt mit Erfolg am Truppführerlehrgang teil. An der FTZ in Goslar konnten vier Lehrgänge belegt und mit Bravour abgeschlossen werden: drei Grundlehrgänge (Truppmann Teil 1) mit Annika Kretzler, Tim Mogk und Steffen Thudt sowie ein Sprechfunklehrgang mit Annika Kretzler. Lobte OBM Achim Fehlig: „Die Leistungen der Lehrgangsteilnehmer waren wirklich wieder hervorragend. Respekt, wir können uns im Landkreis sehen lassen.“
Im weiteren Verlauf seines Fazits erinnerte Fehlig an zahlreiche Veranstaltungen, die von der Ortswehr besucht beziehungsweise organisiert wurden. Als Beispiele nannte Fehlig das Zeltfest des TSV Herrhausen anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums, an das Jubiläum des Musikzuges Mechtshausen (75-jähriges Bestehen), an die Unterkreisübung in Kirchberg sowie an die Altpapiersammlungen und an das Osterfeuer.
Einen breiten Raum der Retrospektive nahm die aktuelle Fahrzeugersatzbeschaffung ein. Mit einer Gruppenkabine, wie es sich die Wehr gewünscht habe, werde es leider nichts, meinte Fehlig, und wies darauf hin, dass das Fahrgestell – ein MAN TGL 8.180 – im Dezember bestellt worden sei. Nachdem die Ausschreibungsangebote für den Aufbau vorgelegen hätten, seien mit Uwe Zimmermann und dem Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke die Einzelheiten erörtert worden. Nun werde die Beschlussvorlage für den Feuerschutzausschuss und den Verwaltungsausschuss erstellt. Unter Berücksichtigung der Angebote solle das Fahrzeug neben dem Fahrer und Beifahrersitz mit vier Sitzen in Fahrtrichtung im Mannschaftsraum ausgestattet werden. Zudem würden zwei Atemschutzgeräte in Halterungen im Mannschaftsraum gelagert. Durch ersparte Mittel für die Lagerung der Atemschutzgeräte hätten zusätzlich eine Umfeldbeleuchtung und ein Lichtmast eingeplant werden können.
Da das Löschfahrzeug der Wehr im März zum TÜV müsse und Aufgrund der Schäden eine weitere Abnahme nicht erfolgen werde, sei geplant, für die Übergangszeit das Seesener LF 16 in Herrhausen zu stationieren. Fehlig: „Im März und April werden Zusatzdienste angesetzt, damit wir das Fahrzeug kennenlernen.“
Abschließend verwies Fehlig auf das Faschingswochenende (11./12. Februar), auf das Dorffest, auf die Kreisorientierungsfahrt, auf die Abnahme der Leistungsprüfung auf Stadtebene und auf den Besuch der Feuerwehrfeste in Ildehausen, Upen sowie Hahausen und dankte dem Ortsrat, dem Stadtrat, der Verwaltung der Stadt Seesen, dem Polizeikommissariat Seesen, dem DRK, dem Stadtkommando und dem Stadtbrandmeister für die gute Zusammenarbeit.
Für die 1. Gruppe zog Torsten Warnecke Bilanz. 2011 seien 67 Dienste – darunter drei interne Einsatzübungen – durchgeführt worden. Die Schwerpunkte lagen nach Warneckes Angaben bei der AGT-Ausbildung und der Schulung an der Wärmebildkamera. Jörg Sydekum bilanzierte die 37 Dienstveranstaltungen der 2. Gruppe, die zehn Dienste mit der „Ersten“ absolvierte. Schwerpunkte seien die Zusammenarbeit in Sachen Löschtaktik und die Ausbildung gewesen. Horst Kappei teilte als Repräsentant der 3. Gruppe mit, dass 2011 insgesamt 17 Dienstabende abgehalten worden seien. Mit der 2. Gruppe habe man an der Löschbezirksübung des alten Unterkreises 5 teilgenommen. Darüber hinaus hätten ein Bowling-Abend und der Jahresabschluss zur Festigung der Kameradschaft beigetragen.
Kassierer Michael Reinecke erläutert anhand der Einnahmen und Ausgaben die Entwicklung der Finanzen und ließ sich von Revisor Florian Klaßen eine einwandfreie Buchhaltung bescheinigen. Damit war der Weg für die Entlastung des gesamten Ortskommands frei. Der entsprechende Antrag wurden einstimmig abgesegnet. –Annika Kretzler steht als neue Kassenprüferin zur Verfügung.
Für 25-jährige Mitgliedschaft als Förderer wurden Peter Kotschate und Christian Appun ausgezeichnet. Auch Beförderungen standen auf der Tagesordnung: Der Stellvertretende Ortsbrandmeister Manfred Sydekum rückte zum Oberbrandmeister auf, Christian Reinecke zum Oberfeuerwehrmann, Steffen Thudt zum Feuerwehrmann, Anna-Lena Thudt zur Hauptfeuerwehrfrau, Tim Mogk zum Feuerwehrmann und Annika Kretzler zur Feuerwehrfrau.
In seinem Grußwort übermittelte Jürgen Ebert die Grüße des Rates der Stadt und des Verwaltungschefs Erik Homann. Er, Ebert, sei beeindruckt von den Jahresberichten und danke alle Aktiven für die geleisteten Einsätze sowie die stete Bereitschaft, sich uneigennützig für die Gemeinschaft stark zu machen. Abschließend überreichte er dem Jugend­feuerwehrwart Frederick Folchmann ein Geldpräsent für die Nachwuchsarbeit.
Uwe Zimmermann dankte ebenfalls für die geleisteten Einsätze. Die große Bandbreite der Aktivitäten, die die Wehr sowie die Jugendlichen, und „alten Kempen“ freisetzen würden, sei aller Ehren wert. Zimmermann informierte dann kurz über den Stand der Neufahrzeugbeschaffung für die Ortswehr. Es sei davon auszugehen, dass im Herbst ein sehr effektives Equipment Einzug halten werde.
Ortsbürgermeister Walter Schröder berichtete über den Neujahrsempfang der Stadt Seesen, in dessen Rahmen auch und gerade die Arbeit der Feuerwehren bei Brand- und Hilfeleistungseinsätzen ins rechte Licht gerückt worden sei. Alle Herrhäuser Bürger seien der Wehr für ihren vielfältigen Einsatz sehr dankbar.
Der Leiter des Polizeikommissariats Seesen, Helmut Fischer, würdigte ebenfalls das engagierte Wirken der Herrhäuser Brandschützer, die zudem der wichtigen Jugendarbeit einen hohen Stellenwert beimessen würden.
Das letzte Wort hatte Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke. Er überbrachte die Grüße des Kreisbrandmeisters, des Kreiskommandos, sowie des Stadtkommandos und die seines Stellvertreters, Klaus Kiehne. Warnecke kündete in seinem Statement von 235 Einsätzen – darunter 7o Brandeinsätze und 118 Hilfeleistungen – , die 2011 im Stadtgebiet Seesen „gefahren“ worden seien. Der ins Haus stehende sechsspurige Ausbau der Autobahn A7 werde Seesen, und damit auch und gerade den Feuerwehren, neue Herausforderungen bescheren. In diesem Zusammenhang kündigte Warencke eine gemeinsame einheitliche Ausbildung aller Wehren an, um die schwierigen Aufgaben meistern zu können. Es müssten neue Konzepte erarbeitet und getestet werden. Die Zusammenarbeit mit dem Kreis Osterode, unterstrich Warnecke, werde mit Blick auf den Feuerwehrbereich verstärkt, und damit kämen neue Dienstanweisungen auf die Vorharzstädter Wehren zu.
Der Bereich Atemschutz wird nach den Worten Warneckes immer wichtiger. Zum einen sei eine Altersaufweitung vonöten, zum anderen müsse die Fitness der Aktiven auf Vordermann gebracht werden. Zur geplanten Ersatzschaffung meinte Warnecke, das neue Fahrzeug werde die Schlagkraft der Wehr erhöhen.

Kontakt: Ortsbrandmeister Achim Fehlig, Telefon: 05381/6759. – Der Wehr gehören derzeit 227 Mitglieder an – 34 Aktive, fünf Passive, 17 in der Altersabteilung, neun in der Jugendwehr und 162 Förderer. – Die Dienstabende finden mittwochs in der Zeit von 19.30 bis 22 Uhr statt.